Kommunikation und Marketing

Kindern eine zweite Chance auf Leben schenken

Gemeinsam gegen Blutkrebs: DKMS und Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)

Nr. 07k | 11.02.2020 | von jg

Blutkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Kindern. Für viele der kleinen Patienten ist eine Stammzelltransplantation die letzte Hoffnung. Zum Internationalen Kinderkrebstag am 15. Februar wenden sich die DKMS und der Krebsinformationsdienst des DKFZ erstmalig gemeinsam an die Öffentlichkeit. Die Ziele: Informieren, aufklären und sensibilisieren – denn eine Stammzellspende kann Leben retten.

Krebsdiagnosen bei Kindern unter 18 Jahren in Deutschland
© Deutsches Kinderkrebsregister

Mehr als 2.200 Kinder und Jugendliche erkranken jährlich in Deutschland an Krebs, rund 700 von ihnen an Blutkrebs. Damit ist Blutkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Kindern. Viele der Patienten benötigen eine Stammzelltransplantation und sind daher auf eine Stammzellspende angewiesen. Zum Internationalen Kinderkrebstag wenden sich die DKMS und der Krebsinformationsdienst erstmalig als Kooperationspartner an die Öffentlichkeit. Ab jetzt wollen sie verstärkt gemeinsam über das Thema Blutkrebs informieren – und über die Möglichkeit, den Betroffenen zu helfen. „Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender registrieren lässt, kann die Überlebens- und Heilungschancen von Blutkrebspatienten verbessern", erklärt Prof. Dr. Thomas Klingebiel, Vorsitzender des Medizinischen Beirats der DKMS. „Um mit dieser Botschaft so viele Menschen wie möglich zu erreichen, ist es wichtig, sich zu vernetzen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen." Das findet auch Dr. Juliane Folkerts vom Krebsinformationsdienst des DKFZ: „Dem Krebs durch Information und Aufklärung wirksam entgegenzutreten – das ist uns, genauso wie der DKMS, ein großes Anliegen." Die DKMS ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Unter www.dkms.de kann man sich als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen – und so die DKMS im Kampf gegen Blutkrebs unterstützen Der Krebsinformationsdienst des DKFZ bietet an Krebs erkrankten Patienten, ihren Angehörigen und allen Interessierten verständliche und wissenschaftlich fundierte Auskunft rund um das Thema Krebs – online (www.krebsinformationsdienst.de, krebsinformationsdienst@dkfz.de) oder per Telefon (0800-4 20 30 40).

Mehr als die Hälfe der Stammzellspenden von DKMS-Spendern
Von den etwa 700 Kindern, die jährlich in Deutschland an Blutkrebs erkranken, erhalten nahezu 80 Prozent die Diagnose Akute Lymphatische Leukämie (ALL). Eine ALL entwickelt sich innerhalb weniger Wochen und geht mit schweren Krankheitssymptomen einher, unbehandelt verläuft sie meist tödlich. Die gute Nachricht: Wenn die Behandlung rasch erfolgt, dann führt sie häufig zur Heilung. Heute können etwa 90 % der Kinder mit einer ALL dauerhaft geheilt werden. Führt eine intensive herkömmliche Chemotherapie nicht zum Erfolg, kommt meist eine allogene Stammzelltransplantation zum Einsatz. Insgesamt sind akute Leukämien mit Abstand die häufigste Indikation für eine allogene Stammzelltransplantation im Kindesalter. „Allogen" bedeutet im Gegensatz zu „autolog", dass dem Patienten keine eigenen Stammzellen, sondern die Stammzellen eines anderen Menschen, eines Spenders, übertragen werden. Im Jahr 2018 haben – entsprechend den aktuellsten Zahlen des Deutschen Registers für Stammzelltransplantationen – insgesamt 430 Kinder unter 18 Jahren eine allogene Stammzelltransplantation erhalten. 264 von ihnen fanden keinen Spender in der eigenen Familie und waren auf einen Fremdspender angewiesen. 149 dieser Stammzellspenden von Fremdspendern – also mehr als die Hälfte – waren Stammzellspenden von DKMS-Spendern.

DKMS: Weltweit 7.720 zweite Chancen auf Leben
Dank Stammzellspenderdateien wie der DKMS finden heute in Deutschland neun von zehn Blutkrebspatienten einen Stammzellspender – aber das bedeutet eben auch: Jeder zehnte Blutkrebspatient findet keinen. „Gäbe es keine Stammzellspenderdateien, dann wäre die Suche nach einem Stammzellspender vergleichbar mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen", erklärt Dr. Folkerts. „Jeder sollte daher wissen, dass es die Möglichkeit gibt, Stammzellspender zu werden." Bei der DKMS sind aktuell mehr als 9,8 Millionen potenzielle Stammzellspender registriert. Im Jahr 2019 haben weltweit 7.720 Patienten eine Stammzellspende von DKMS-Spendern erhalten. Von den 5.603 DKMS-Stammzellspenden, die im Jahr 2019 allein in Deutschland entnommen wurden, gingen 14,5 Prozent an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren.

Zukünftig gemeinsam aktiv
Warum nicht im Sinne aller Betroffenen von den jeweiligen Stärken profitieren? Das fragten sich Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am DKFZ, und Dr. Dr. Alexander Schmidt, Geschäftsführer Medizin & Wissenschaft der DKMS, und beschlossen ein engeres Miteinander. „Gemeinsam sind wir stärker, wenn es darum geht, Patienten und ihre Angehörigen kompetent und umfassend zu informieren", so Dr. Alexander Schmidt. „Der Krebsinformationsdienst des DKFZ, der für Seriosität und unabhängige Beratung steht, ist für uns dabei ein hoch kompetenter, verlässlicher Partner." Und Weg-Remers betont: „Die DKMS hat es geschafft, mit dem Thema Stammzelltransplantation viele Menschen nachhaltig zu erreichen und zu sensibilisieren. Gemeinsam mit ihr kann es uns gelingen, dass mehr Menschen in Deutschland erfahren, dass sie sich mit allen Fragen rund um Krebs an den Krebsinformationsdienst wenden können. Angesichts stetig steigender Krebszahlen sollen die Menschen wissen, dass wir ihnen zur Seite stehen – mit fachlichem Wissen, aber auch mit Herz."

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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