Transgen-Service

Frank van der Hoeven / Brittney Armstrong

Mikroinjektion

Mikroinjektion unter dem Mikroskop: Durch eine feine Kanüle (rechts) wird Erbmaterial in einen Mausembryo übertragen.
© dkfz.de

Der Transgen-Service unterstützt Wissenschaftler im DKFZ bei der Herstellung genetisch veränderter (transgener) Mauslinien. Dabei werden DNA-Sequenzen in das Erbgut der Tiere übertragen oder endogene Sequenzen verändert. Je nach wissenschaftlicher Fragestellung kann das eingefügte Gen in ein funktionelles Protein übersetzt, oder ein bestimmtes Gen des Empfängertieres kann verändert oder stillgelegt werden.

Zur Herstellung genetisch veränderter Mäuse (z.B. als Modellsysteme zur Erforschung menschlicher Erkrankungen) werden überwiegend drei Methoden genutzt:

DNA-Mikroinjektion: Fremde DNA wird in befruchtete Maus-Eizellen (Zygoten) injiziert, die von Ammenmäusen ausgetragen werden. Ein Teil der neugeborenen Mäuse hat die fremde DNA in ihr eigenes Genom integriert.

CRISPR/Cas-Technik: Bei dieser Technik handelt es sich um eine Endonuklease-vermittelte, zielgerichtete Genom-Editierung. RNA (gRNA und Cas9 mRNA) und DNA (Template, falls gewünscht) werden in befruchtete Maus-Eizellen (Zygoten) injiziert und diese in Ammenmäuse transferiert. Ein Teil der geborenen Tiere besitzt eine entsprechende Modifizierung des Genoms an der beabsichtigten Stelle.

ES-Zell-Mikroinjektion: DNA wird in embryonale Stammzellen von Mäusen (ES-Zellen) eingebracht und die genetisch modifizierten ES-Zellen in frühe Mausembryonen (Blastozysten) injiziert. Die Zellen mit der Fremd-DNA integrieren sich in den Embryo. So lassen sich chimäre Mäuse mit Mutationen in bestimmten Genen erzeugen (z.B. „Knock-out"-Mäuse). Die beobachteten Effekte bei Mäusen mit solchen Knock-out-Mutationen erlauben Rückschlüsse über die biologische Funktion, die das stillgelegte Gen normalerweise wahrnimmt.

Darüber hinaus bietet der Transgen-Service einen Kryokonservierungsservice an, über den Mausspermatozoen oder -embryonen zur sicheren Verwahrung in flüssigem Stickstoff gelagert werden können. Dadurch können Linien erhalten werden, welche gerade nicht in Verwendung sind. Kryokonservierte Linien können beim Transgen-Service auch revitalisiert werden.

Diese Angebote stehen aktuell nur Wissenschaftlern des DKFZ und DKTK zur Verfügung.
Genauere Informationen und Formulare finden Sie auf unseren Intranet-Seiten.

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