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Studienablauf

Alle Studienteilnehmer:innen erhalten einen low-dose-Computertomographie (CT) - Scan der Lunge, der mit einer verminderten Dosis an Strahlenbelastung gegenüber einem herkömmlichen CT und ohne Kontrastmittel durchgeführt wird und dennoch sehr gute Aufnahmen der Lunge bietet. Selbst kleine Auffälligkeiten im Lungengewebe können damit nachgewiesen werden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um gutartige Veränderungen. Sehr selten kann es sich aber auch um Veränderungen handeln, die einer weiteren Abklärung bedürfen. Sollte sich dabei eine bösartige Erkrankung herausstellen, befindet sie sich meist noch in einem sehr frühen Stadium, in dem sie noch gut behandelbar ist.


Die CT-Untersuchungen werden über einen Zeitraum von 2 Jahren durchgeführt. Vor dem ersten CT der Lunge werden die Teilnehmer:innen per Zufallsauswahl in zwei Gruppen eingeteilt:

 

  1. Die eine Gruppe erhält bei unauffälligem Erst-CT jedes Jahr ein weiteres CT (insgesamt drei CT-Untersuchungen),
  2. die andere Gruppe erhält bei unauffälligem Erst-CT nach zwei Jahren ein weiteres CT (insgesamt zwei CT-Untersuchungen).


Sollten sich bei diesen Routine-CT-Untersuchungen Auffälligkeiten ergeben, wird evtl. in kürzerem Abstand ein Wiederholungs-CTs erforderlich oder es sind weiterführende Abklärungsuntersuchungen sowie Gespräche mit den Studienärzten vorgesehen. Bei einem positiven Befund (z.B. Lungenkrebs) wird eine Behandlung nach gängigen Leitlinien empfohlen Wir werden den Teilnehmer:innen helfen, hierfür geeignete Ansprechpartner:innen zu finden.


Der Aufenthalt im Studienzentrum beträgt bei der Eingangsuntersuchung zwischen 60 und 90 Minuten und bei den Folgeuntersuchungen zwischen 15 und 45 Minuten. Davon benötigt die CT-Untersuchung einige Minuten, wobei der eigentliche Scan nur wenige Sekunden dauert, vergleichbar einer Thorax-Röntgenaufnahme.


Die Strahlendosis beträgt je nach Körperbau und Geschlecht ungefähr 1 bis 1,5 Millisievert (mSv). Dies entspricht etwa 50 % der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland pro Jahr. Obwohl diese Strahlendosis sehr gering ist, weiß man, dass Strahlung auch in geringer Dosis Krebs auslösen kann, wobei das Risiko minimal ist; vor allem wird es durch die bessere Chance, dass ein bereits vorhandener Lungenkrebs noch in einem heilbaren Stadium entdeckt werden kann, mehr als aufgewogen. Die Dosis der einzelnen Untersuchungen ist bewusst so niedrig gewählt, dass nur die Lunge und die Herzkranzgefäße beurteilt werden können, nicht aber andere Organe.


Zusätzlich erfolgen jährliche Nachbefragungen mittels Fragebogen, mindestens noch 5 weitere Jahre nach Abschluss der CT-Untersuchungen. Innerhalb der Studie werden ausgewählte Teilnehmer:innen gebeten, Blutproben für wissenschaftliche Untersuchungen abzugeben sowie an Tests der Ausatemluft teilzunehmen.


Die folgende Abbildung zeigt die verschiedenen Stadien des Prozesses in Abhängigkeit der Ergebnisse der CT Scans.

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Wer kann teilnehmen

• Frauen und Männer zwischen 55 und 79 Jahre
• Raucher mit einer Rauchdauer von mindestens 20 Jahren
• Personen, die vor weniger als 15 Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben
• Personen, die 140 kg an Gewicht nicht überschreiten

Weitere Voraussetzungen für eine Teilnahme

• Bereitschaft 7 Jahre lang an regelmäßigen Befragungen (Fragebögen) teilzunehmen
• Teilnahme an Lungenuntersuchungen mit einem niedrig dosierten CT (LDCT) alle 1 oder 2 Jahre
• Bereitschaft zur Abgabe einer Blutprobe und Teilnahme an speziellen Atemtests
• Teilnehmer:innen sind krankenversichert
• Weder Lungenkrebs, Nierenkrebs, Brustkrebs noch schwarzer Hautkrebs wurden bisher diagnostiziert

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