REQUITE-Studie

Ziele

Das Ziel dieses Projekts ist es, bekannte Einflussfaktoren für das Auftreten von Nebenwirkungen nach Strahlentherapie zu bewerten und statistische Modelle zu entwickeln, die klinisch verwertbar sind. In den letzten Jahren wurden Vorhersagemodelle entwickelt, um das Risiko für späte Nebenwirkungen vor Beginn der Strahlentherapie zu ermitteln. Diese Modelle sollen im Rahmen einer multizentrischen Studie mit einer einheitlichen Vorgehensweise systematisch validiert werden.

Diese multizentrische Beobachtungsstudie wird die größte ihrer Art sein, in der Daten und Blutproben von mehr als 4.400 Patienten mit Brust-, Lungen- oder Prostatakrebsdiagnose nach standardisiertem Protokoll gesammelt werden. Die Studie soll eine Basis bieten, die verschiedenen Faktoren (auch genetische), auch in ihrem Zusammenspiel, zu bewerten. Die Rekrutierungsphase wurde im März 2017 abgeschlossen.

Hintergrund

Ungefähr die Hälfte aller Krebspatienten erhalten eine Strahlentherapie als Teil ihrer Krebsbehandlung. Die verabreichte Strahlendosis wird begrenzt, um das Risiko gering zu halten, das normale Gewebe und die Organe, die den Tumor umgeben, zu schädigen. Patienten reagieren unterschiedlich auf die Bestrahlung. Etwa 5% der Patienten (5 von 100) reagieren besonders empfindlich, sodass diese Personen gefährdeter als andere sind Nebenwirkungen zu entwickeln. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler Vorhersagemodelle und biologische Tests entwickelt, um diejenigen Patienten, die besonders empfindlich sind, schon vor dem Beginn der Behandlung zu identifizieren. Allerdings sind diese Methoden noch nicht für eine klinische Anwendung geeignet. Deshalb wird die Bestrahlungsdosis bislang für alle Patienten an die Dosis angepasst, die sensitive Patienten vertragen.

Ablauf und Methoden

Die internationale REQUITE-Beobachtungsstudie ist die umfangreichste ihrer Art. Verschiedene Krankenhäuser in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Spanien und den USA nehmen daran teil, indem sie Patienten befragen, Daten erheben, und Blut abnehmen bei denen, die eine Bestrahlung aufgrund ihrer Brust-, Lungen- oder Prostatakrebsdiagnose erhalten.

Nach erfolgreicher Durchführung der Studie erhofft man sich, in Zukunft die „strahlenempfindlichen“ Krebspatienten zu identifizieren, bevor sie ihre Strahlentherapie beginnen, und es somit zu ermöglichen, die Behandlung individuell anzupassen. Dies sollte die Nebenwirkungen bei allen Patienten reduzieren, deren Lebensqualität verbessern und die Anzahl der erfolgreich behandelten Krebspatienten potentiell erhöhen.

Die Studie wird vom DKFZ mit organisiert und für die Studienregion Deutschland in verschiedenen Krankenhäusern im Rhein-Neckar-Raum (inklusive Karlsruhe, Freiburg und Darmstadt) durchgeführt.

Kooperationen: u.a. University of Manchester, Universitätsklinikum Mannheim/Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

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