Arbeitsgruppe GMP & T-Zelltherapie

Prof. Dr. Stefan Eichmüller

Die Immuntherapie von Krebserkrankungen steht derzeit stark im öffentlichen Interesse, da neuere Therapie-Konzepte, insbesondere die Hemmung von sogenannten „Checkpoint Inhibitoren“, zu beeindruckenden Erfolgen in der klinischen Anwendung geführt haben. Durch diese Behandlungskonzepte werden letztlich T-Zellen des Immunsystems in die Lage versetzt, Tumorzellen spezifisch zu zerstören.

Die „GMP T-Zell-Therapie Unit“ beschäftigt sich mit der T-Zell vermittelten Tumor-Abwehr und erarbeitet Konzepte für deren praktische Anwendung in der Klinik.

Im präklinischen Bereich (G183) stehen das maligne Melanom und das Mammakarzinom im Fokus unserer Arbeiten. Dabei erforschen wir anhand von murinen bzw. humanisierten Tumormodellen (a) welche Antigene bzw. Epitope durch Tumor-spezifische T-Zellen erkannt werden, (b) welche Funktionen dabei von verschiedenen T-Zell-Populationen wahrgenommen werden und (c) welche inhibierenden bzw. aktivierenden Faktoren innerhalb des Tumors die immunologische Tumorabwehr beeinflussen. Unser Ziel besteht hierbei darin, Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe die körpereigene Immunabwehr in die Lage versetzt wird, Tumorzellen innerhalb des eigenen Organismus effektiv zu eliminieren.

Insbesondere das maligne Melanom zeichnet sich durch eine frühzeitige Metastasierung und hohe chemotherapeutische Resistenz aus. Hier konnten wir microRNAs identifizieren, die sowohl für die Tumorigenität als auch die hohe Invasivität von Melanomzellen von Bedeutung sind. Gegenwärtig untersuchen wir die Funktion von miRNAs in Melanomzellen während der immunologischen Tumor-Abwehr. Weitere Informationen zu unseren präklinischen Forschungsaktivitäten finden sich auf den entsprechenden Englisch-sprachigen Webseiten.

Die Anwendung innovativer immuntherapeutischer Behandlungskonzepte gegen Krebserkrankungen ist ein wesentliches Ziel der tumorimmunologisch ausgerichteten Forschungsbereiche am Wissenschaftsstandort Heidelberg. Die GMP Einheit Zelluläre Therapie (G182) verfügt hier über mehrjährige Erfahrung in der Etablierung GMP-gerechter Aufarbeitungsverfahren für den adoptiven Transfer von Tumor-spezifischen T-Zellen oder anderen zellbasierten Therapeutika.

„GMP“ bedeutet "good manufacturing practice" und beinhaltet strenge Regeln zu Herstellung von Therapeutika gemäß Arzneimittelgesetz. Diese Regeln schreiben unter anderem die Durchführung sämtlicher Tätigkeiten nach genau vorgegebenen Herstellungsvorschriften (SOPs), die ausschließliche Verwendung zertifizierter Materialien und das Arbeiten in einem streng überwachten Laboratorium (Reinraum) vor. Seit Juni 2013 verfügen wir über eine Herstellungserlaubnis für die Generierung von ex vivo expandierten T-Zelllinien für den adoptiven Transfer. Die zugehörige Studie wurde vom Paul Ehrlich Institut im Frühjahr 2015 genehmigt.

Weitergehende Informationen zu unseren GMP-Aktivitäten finden sich auf den korrespondierenden Webseiten.

Kontakt

Prof. Dr. Stefan Eichmüller
GMP & T-Zelltherapie (G182)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42 3380

Ausgewählte Publikationen

  • Weber CEM, Luo C, Hotz-Wagenblatt A, Gardyan A, Kordaß T, Holland-Letz T, Osen W, and Eichmüller SB (2016) miR-339-3p is a tumor suppressor in melanoma. Cancer Res 76: 3562-3571. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27197185
  • Zörnig I, Halama N, Bermejo JL, Ziegelmeier C, Dickes E, Migdoll A, Kaiser I, Waterboer T, Pawlita M, Grabe N, Ugurel S, Schadendorf D, Falk C, Eichmüller SB*, and Jäger D* (2015) Prognostic significance of spontaneous antibody responses against tumor-associated antigens in malignant melanoma patients. Int J Cancer 136: 138-151.
  • Gardyan A*, Osen W*, Zörnig I, Podola L, Agarwal M, Aulmann S, Ruggiero E, Schmidt M, Halama N, Leuchs B, von Kalle C, Beckhove P, Schneeweiss A, Jäger D, and Eichmüller SB (2015) Identification of NY-BR-1-specific CD4+ T cell epitopes using HLA-transgenic mice. Int J Cancer 136: 2588-2597.
  • Luo C, Tetteh PW, Merz PR, Dickes E, Abukiwan A, Hotz-Wagenblatt A, Holland-Cunz S, Sinnberg T, Schittek B, Schadendorf D, Diederichs S, and Eichmüller SB (2013) miR-137 inhibits the invasion of melanoma cells through downregulation of multiple oncogenic target genes. J Invest Dermatol 133: 768-775.
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