LUSI-Studie (Lung tumor screening and intervention trial)

Ansprechpartner: Dr. med. Jan Tremper; Prof. Dr. med. Stefan Delorme

Die LUSI-Studie ist eine seit Herbst 2007 am DKFZ laufende, groß angelegte Studie mit dem Ziel, Methoden für eine frühzeitige Diagnose von Lungenkrebs zu entwickeln und damit die Heilungschancen dieser Tumorerkrankung zu verbessern. Die Abkürzung LUSI steht dabei für „Lung tumor screening and intervention trial“.

Lungenkrebs ist die führende Krebstodesursache, da die Diagnose meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt wird, so dass 85 bis 90% der Patienten in den ersten 5 Jahren nach Diagnosestellung versterben. Wird die Erkrankung dagegen frühzeitig entdeckt, können bis zu 70 % der Betroffenen mindestens fünf Jahre überleben.

Unter der Federführung der Abteilung „Epidemiologie von Krebserkrankungen“ des DKFZ wurden rund 290.000 Menschen aus der Rhein-Neckar-Region zwischen 2007 und 2010 angeschriebenen und nach ihren Rauchgewohnheiten befragt. Aus dem Rücklauf wurden 4.000 Personen im Alter von 50 bis 69 Jahren als Teilnehmer für die LUSI-Studie gewonnen. Die Hälfte der Teilnehmer, - zufällig ausgewählt - , unterzog sich einer Niedrigdosis-Mehrschicht-Computertomographie (Low-dose-MSCT). Diese CT-Untersuchungen wurden im jährlichen Abstand über 5 Jahre durchgeführt. Die Low-dose-CT liefert trotz geringer Strahlendosis aussagekräftige Bilder der Lunge. Für weitere 5 Jahre wird den Teilnehmer jährlich ein Fragebogen zugesandt. Die Kontrollgruppe bekommt keine CT-Untersuchung, sondern wird nur über 10 Jahre jährlich per Fragebogen konsultiert.

Die Durchführung und Auswertung der CT-Aufnahmen erfolgt dabei in der Abteilung Radiologie des DKFZ, wo im Laufe der Studie, inklusive vorgezogener Kontrolluntersuchungen, bisher mehr als 12.000 Untersuchungen durchgeführt wurden. Die Auswertung der CT-Bilder erfolgt sowohl durch erfahrene Radiologen als auch mit Hilfe einer speziellen Software, die die Detektion von suspekten Lungenveränderungen (sog. Rundherde) erleichtert und für die Dokumentation und die Verlaufsbeobachtung der Lungenveränderungen über den Studienzeitraum genutzt wird (siehe Screenshot).

Erste Zahlen der gemeinschaftlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von der Dietmar Hopp Stiftung finanzierten LUSI-Studie zeigen, dass 80 Prozent der Krebsfälle in einem frühen klinischen Stadium entdeckt werden, in der Kontrollgruppe jedoch erst in einem späteren Tumorstadium, wenn erste Beschwerden auftreten. Aussagen über eine verringerte Sterblichkeit sind jedoch aktuell noch nicht möglich.

Die LUSI-Studie ist Teil einer internationalen Zusammenarbeit mit Partner-Studien in den Niederlanden und Belgien (NELSON), Dänemark (DLCST) und Italien (ITALUNG), mit denen zusammen die Daten schließlich gepoolt ausgewertet werden.

Weitere Informationen zur LUSI-Studie finden sich auch auf den Webseiten der Abtl. Epidemiologie von Krebserkrankungen:
http://www.dkfz.de/de/epidemiologie-krebserkrankungen/arbeitsgr/epipraev/ep_p03_lungscr_a.html


Ausgewählte Publikationen:

N. Becker, E. Motsch, M.-L. Gross, M.-L., A. Eigentopf, C.P. Heussel, H. Dienemann, P.A. Schnabel, M. Eichinger, D.-E. Optazaite, M. Puderbach, M. Wielpütz, H.-U. Kauczor, J. Tremper, S. Delorme: Randomised study on early detection of lung cancer with MSCT in Germany: results of the first 3 years of follow-up after randomisation. J Thorac Oncol 2015, DOI: 10.1097/JTO.0000000000000530

G. Sommer, J. Tremper, M. Koenigkam-Santos, S. Delorme, N. Becker, J. Biederer, H.-U. Kauczor, C.P. Heussel, H.-P. Schlemmer, M. Puderbach: Lung nodule detection in a high-risk population: Comparison of magnetic resonance imaging and low-dose computed tomography. Eur J Radiol 2013, DOI:10.1016/j.ejrad.2013.11.012.

N. Becker, E. Motsch, M.-L. Gross, A. Eigentopf, C. P. Heussel, H. Dienemann, P. A. Schnabel, L. Pilz, M. Eichinger, D.-E. Optazaite, M. Puderbach, J. Tremper und S. Delorme: Randomized study on early detection of lung cancer with MSCT in Germany: study design and results of the first screening round. J Cancer Res Clin Oncol 2012, DOI: 10.1007/s00432-012-1228-9

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