Arbeitsgruppe Angewandte Funktionelle Genomik

Prof. Dr. Claudia Scholl

Immunfluoreszenzfärbung von verschiedenen Lungenepithelzellen der Maus
© dkfz.de

Im Laufe der Umwandlung einer normalen in eine Tumorzelle kommt es zu komplexen Veränderungen zellulärer Signalwege, die aus erworbenen genetischen Veränderungen resultieren. Funktionelle genomische Untersuchungen können wichtige Komponenten dieser deregulierten Signalwege identifizieren, die tumorspezifische Schwachstellen darstellen können. Das übergeordnete Ziel unserer Forschung ist, solche molekularen und funktionellen Veränderungen in Tumorzellen zu identifizieren, mit besonderem Fokus auf Ansätze zur Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien. Hierzu verwenden wir unterschiedliche molekular- und zellbiologische Technologien, zum Beispiel RNA-Interferenz und CRISPR/Cas9-vermittelte Genommodifikationen, in Verbindung mit unterschiedlichen phänotypischen Analysen.
Unsere aktuellen Projekte konzentrieren sich auf folgende Bereiche:

  • Identifizierung neuer Signalwege, die für die transformierende Wirkung von onkogenen KRAS-Mutationen essentiell sind, mit dem Ziel, pharmakologisch hemmbare Schwachstellen in KRAS-mutierten Krebszellen ausfindig zu machen
  • Charakterisierung der physiologischen und onkogenen Funktion von STK33, einer nicht näher charakterisierten Serin-/Threonin-Kinase, die notwendig für das Überleben von KRAS-abhängigen Krebszellen ist
  • Identifizierung von normalen und malignen epithelialen Lungenstammzellen und Charakterisierung von relevanten Signalwegen in diesen Zelltypen mit Hilfe von unterschiedlichen gentechnisch veränderten Mausmodellen (siehe auch SFB 873).
  • Identifizierung und Charakterisierung von funktionellen Abhängigkeiten bei der akuten myeloischen Leukämie und bei Weichgewebesarkomen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Stefan Fröhling am NCT Heidelberg.

Darüber hinaus etablieren wir derzeit eine Plattform zur funktionellen Untersuchung mutierter Gene, die in Krebsgenomen im Rahmen translational orientierter Sequenzierprogramme identifiziert werden. Dies ermöglicht die systematische Unterscheidung zwischen pathogenetisch relevanten „driver“ Mutationen und biologisch neutralen „passenger“ Mutationen und kann so die Translation von genetischen Informationen in die klinische Anwendung voranbringen.

Kontakt

Prof. Dr. Claudia Scholl
Angewandte Funktionelle Genomik (G102)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42 1636

Ausgewählte Publikationen

  • Scholl C,* Fröhling S,* Dunn IF, Schinzel AC, Barbie DA, Kim SY, Silver SJ, Tamayo P, Wadlow RC, Ramaswamy S, Döhner K, Bullinger L, Sandy P, Boehm JS, Root DE, Jacks T, Hahn WC, Gilliland DG. (2009). Synthetic lethal interaction between oncogenic KRAS dependency and STK33 suppression in human cancer cells. Cell,137, 821-34. *Equal conribution.
  • Azoitei N, Hoffmann CM, Ellegast JM, Ball CR, Obermayer K, Gößele U, Koch B, Faber K, Genze F, Schrader M, Kestler HA, Döhner H, Chiosis G, Glimm H, Fröhling S,* Scholl C.* (2012). Targeting of KRAS mutant tumors by HSP90 inhibitors involves degradation of STK33. J Exp Med, 209, 697-711. *Equal conribution.
  • Faber K, Bullinger L, Ragu C, Garding A, Mertens D, Miller C, Martin D, Walcher D, Döhner K, Döhner H, Claus R, Plass C, Sykes SM, Lane SW, Scholl C,* Fröhling S.* (2013). CDX2-driven leukemogenesis involves KLF4 repression and deregulated PPAR? signaling. J Clin Invest, 123, 299-314. *Equal conribution.
  • Placke T, Faber K, Nonami A, Putwain SL, Salih HR, Heidel FH, Krämer A, Root DE, Barbie DA, Krivtsov AV, Armstrong SA, Hahn WC, Huntly BJ, Sykes SM, Milsom MD, Scholl C,* Fröhling S.* (2014). Requirement for CDK6 in MLL-rearranged acute myeloid leukemia. Blood, 124, 13-23. *Equal conribution.
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