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Neue Helmholtz-Nachwuchsgruppe gefördert: Starthilfe für jungen Krebsforscher

Nr. 53 | 26.09.2011 | von nis

Am Deutschen Krebsforschungszentrum wird eine neue Helmholtz-Nachwuchsgruppe eingerichtet. Die Helmholtz-Gemeinschaft wählte Dr. Andreas Fischer zusammen mit 19 weiteren herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unter mehr als 220 hochkarätigen Bewerbungen aus dem In- und Ausland aus.

Dr. Andreas Fischer
© dkfz.de

Als Nachwuchsgruppenleiter kann Dr. Andreas Fischer eine eigene Forschungsgruppe aufbauen und verfügt in den kommenden fünf Jahren über ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro. Das erlaubt ihm, neben der eigenen Stelle mindestens drei Mitarbeiter sowie die Laborausstattung zu finanzieren.

„Diese Auszeichnung ist für mich eine große Bestätigung für meine bisherige Arbeit und ein wichtiger Meilenstein meiner Laufbahn. Der Aufbau einer eigenen Gruppe an einer führenden Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum bietet mir neben ausgezeichneten Bedingungen für meine wissenschaftlichen Projekte auch eine hervorragende persönliche Zukunftsperspektive“, freut sich Andreas Fischer.

Dr. Fischer war bislang Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Fischer erforscht unter anderem die Entwicklung von Blutgefäßen. Er untersucht molekulare Signale, die auf Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, einwirken. Diese Signale bestimmen, wo diese Zellen zu neuen Äderchen aussprossen, ob sich die neuen Gefäße zu Venen oder zu Schlagadern entwickeln und wie die jungen Blutgefäße ausreifen. In der Krebsforschung ist die Angiogenese, das Sprossen neuer Blutgefäße, ein zentraler Vorgang: Ohne Ankopplung an die Versorgungswege der Blutbahnen könnte kein Tumor über die Größe eines Stecknadelkopfes hinaus wachsen. Die molekularen Signale an Endothelzellen spielen jedoch nicht nur bei Krebs eine Rolle: Sie sind, wie Dr. Fischers Arbeiten zeigen, auch an der korrekten Ausbildung der Anatomie des Herzens beteiligt. Störungen in dieser Signalkaskade führen außerdem zu Gefäßfehlbildungen im Gehirn.

Für seine Arbeiten wurde Andreas Fischer bereits mehrfach ausgezeichnet: Allein in diesem Jahr erhielt Fischer sowohl den mit 100.000 Euro dotierten Chica und Heinz Schaller Förderpreis, als auch den Dr. Hella-Bühler-Preis in Höhe von 75.000 Euro.

Andreas Fischer (34 Jahre) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZZMBH-Allianz, durch.

Finanziert wird die neue Helmholtz-Nachwuchsgruppe am DKFZ zur Hälfte aus dem Impulsund Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft. Die andere Hälfte trägt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Als Nachwuchsgruppenleiter erhält Andreas Fischer zudem eine Option auf eine unbefristete Anstellung (Tenure Track), sofern die nach vier Jahren anstehende Fachbegutachtung positiv ausfällt. Das macht diese Stellen für junge Forscherinnen und Forscher aus renommierten Forschungseinrichtungen weltweit attraktiv.

Das Nachwuchsgruppen-Programm dient daneben der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an einem Helmholtz-Zentrum, übernehmen darüber hinaus aber auch akademische Pflichten an einer Partnerhochschule, um sich auch für eine Universitätskarriere zu qualifizieren. Dr. Fischer wird seine bisherige Anbindung an die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beibehalten und in die Lehre involviert sein. Insgesamt ermöglichte die Helmholtz-Gemeinschaft, zu deren Mitgliedern das Deutsche Krebsforschungszentrum gehört, bislang damit nun insgesamt 151 Nachwuchsgruppen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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