Kommunikation und Marketing

DKFZ verabschiedet ethischen Kodex zur Ablehnung von Tabakindustriegeldern für die Krebsforschung

Nr. 65 | 08.11.2005 | von (MPL/JR)

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat als erste Forschungseinrichtung Deutschlands einen Ethischen Kodex zur Ablehnung von Tabakindustriegeldern verabschiedet. Stiftungsvorstand und wissenschaftlicher Rat haben einstimmig entschieden, dass das Zentrum und seine Mitarbeiter jegliche finanziellen Mittel der Tabakindustrie für Forschungsförderung, Gutachterhonorare, Vortragshonorare, Reisekosten, Wissenschafts- und andere Preise ablehnen. Ferner wird die Mitwirkung an Veranstaltungen der Tabakindustrie oder Dritter, die von der Tabakindustrie maßgeblich gesponsert werden, ebenso abgelehnt.

Diese Entscheidung der größten Gesundheitsforschungseinrichtung Deutschlands ist auch verbunden mit dem Wunsch der Wissenschaftler, dass andere Forschungszentren und Gesundheitsinstitutionen dem Beispiel folgen. Die Tabakindustrie kann kein Partner für die Gesundheitsforschung sein, denn sie ist die einzige Industrie, die Produkte herstellt, vertreibt und bewirbt, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch einen großen Teil der Konsumenten süchtig und krank machen sowie vorzeitig versterben lassen. An den Folgen des Tabakkonsums sterben jährlich in Deutschland allein weit über 100.000 Menschen. Dies sind mehr Todesfälle als durch Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, AIDS, Morde und Selbstmorde zusammen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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