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Stellungnahme zu den in der Pressemitteilung von „Ärzte gegen Tierversuche“ vom 23.08.2018 erhobenen Vorwürfen gegen das Deutsche Krebsforschungszentrum

Tierhaltung im DKFZ
© T. Schwerdt/DKFZ

„Ärzte gegen Tierversuche" (ÄgTV) kritisiert Untersuchungen an Tieren, die am DKFZ an Mäusen durchgeführt wurden, um bessere Behandlungsmöglichkeiten für das Ewing-Sarkom zu entwickeln. Diese sehr aggressive Krebserkrankung betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche. Stattdessen schlägt ÄgTV Experimente mit modernen Zellkulturmethoden vor. Das DKFZ nimmt dazu wie folgt Stellung:

Bei der von „Ärzte gegen Tierversuche" beanstandeten Studie wurden die Mäuse vor Erreichen einer bestimmten Tumorgröße eingeschläfert, so dass die Belastung der Tiere begrenzt wurde. Die Behauptung der „Ärzte gegen Tierversuche", es sei gewartet worden, „bis die Tiere dem Krebsleiden erliegen", ist nicht zutreffend.

Beim Ewing-Sarkom handelt es sich zwar um einen Tumor, der bei Kindern und Jugendlichen meist in den Knochen auftritt. Doch in der Studie wurden die Tumorzellen unter die Haut der Mäuse transplantiert („subkutan"), was mit deutlich geringeren Beschwerden für die Tiere verbunden ist. Es wurden darüber hinaus weitere Maßnahmen getroffen, um die Belastung der Tiere im Sinne des 3R-Prinzips (Reduce, Refine, Replace) zu reduzieren.

Vor dem Start dieser Untersuchungen an Mäusen wurden die ersten Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit der therapeutischen Parvoviren in Experimenten an Zelllinien des Ewing-Sarkoms in der Kulturschale gewonnen. Doch angesichts der Komplexität der Krankheit Krebs können wir nicht vollständig auf Untersuchungen an Tieren verzichten. Insbesondere unverzichtbar sind sie bei der Entwicklung neuer Medikamente: Bevor ein neuartiger Wirkstoff erstmalig an Patienten geprüft werden darf, müssen seine Sicherheit und Wirksamkeit umfassend an Tieren belegt worden sein – um eine gesundheitliche Gefährdung der Menschen auszuschließen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um so neuartige Ansätze wie Virustherapien handelt.

ÄgTV kritisiert, dass in der Arbeit „keine Wirkung der Virus-basierten Therapie gezeigt werden" konnte. Das ist richtig, aber in der Biomedizin geht es genau darum, Wirksamkeit oder Nichtwirksamkeit zu belegen. Deshalb ist auch sehr wichtig, ein solches negatives Ergebnis zu publizieren, um zukünftige Forschung an neuen Therapien gegen das Ewing Sarkom in die richtige Richtung zu lenken.

Die Aussage, dass „Patienten bereits behandelt werden" (ÄgTV), bezieht sich vermutlich auf zwei klinische frühe Studien der Phase I7II, bei denen das im DKFZ entwickelte therapeutische Parvovirus bei Patienten mit Glioblastomen (bösartige Hirntumoren, Studie bereits abgeschlossen und veröffentlicht) bzw. fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsentumoren (noch nicht veröffentlicht) auf Verträglichkeit und eingeschränkt auch auf Wirksamkeit geprüft wurde. Diese beiden Tumorarten unterscheiden sich in ihrer Biologie fundamental vom Ewing-Sarkom, so dass sich die Ergebnisse nicht auf die Situation beim Ewing-Sarkom übertragen lassen.

Das DKFZ stellt strenge wissenschaftliche und ethische Anforderungen an die Planung und Durchführung von Tierversuchen. Das DKFZ nimmt die spezifischen Vorwürfe, die in der Pressemitteilung der Ärzte gegen Tierversuche aufgeführt sind, zum Anlass für eine Prüfung, ob bei der Stellung des Antrags und bei der Durchführung der beschriebenen Tierversuche alle Formalien und gesetzlichen Vorgaben eingehalten wurden.

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