Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Felix Burda Award an Magnus von Knebel Doeberitz und Matthias Kloor

Nr. 17c | 27.04.2015 | von Koh

Die Felix Burda Stiftung zeichnet jährlich innovative und herausragende Projekte und Leistungen auf dem Gebiet der Darmkrebsvorsorge aus. Den Felix-Burda Award in der Kategorie Medizin und Wissenschaft erhielten dieses Jahr Professor Magnus von Knebel Doeberitz und PD Dr. Matthias Kloor, (Universitätsklinikum Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum) sowie Professor Elke Jäger (Nordwest Krankenhaus in Frankfurt). In den vergangenen Jahren war es den Forschern gelungen, immunologische Zielstrukturen zu identifizieren, die zur Prävention der Krankheit genutzt werden können. Auf dieser Basis entwickelten sie einen Impfstoff, der möglicherweise vor erblichem Dickdarmkrebs schützen kann. Eine erste klinische Prüfung ergab, dass der Impfstoff eine sehr gute Immunantwort hervorruft.

Die Preisträger der Kategorie Medizin und Wissen Prof. Magnus von Knebel Doeberitz, PD Matthias Kloor und Laudator Prof. Percy Knolle (v.r.n.l.).

Die Preisträger der Kategorie Medizin und Wissen Prof. Magnus von Knebel Doeberitz, PD Matthias Kloor und Laudator Prof. Percy Knolle (v.r.n.l.).
© Felix Burda Stiftung

Viele Tumoren tragen Mutationen in den als „Mikrosatelliten“ bezeichneten häufig wiederholten Abschnitten des Erbguts. Betroffen von der sogenannten Mikrosatelliten-Instabilität (MSI) sind neben einer Form des erblichen Darmkrebses (dem hereditären nicht-polypösen Kolonkarzinom) auch etwa 15 Prozent der sporadisch auftretenden Fälle von Darmkrebs sowie einige andere Tumorarten.

Betrifft die MSI Bereiche des Genoms, die für Proteine kodieren, führt dies zu Verschiebungen des Leserasters und damit zu stark veränderten Eiweißen, die intensive Immunreaktionen gegen die Tumoren hervorrufen. Daher haben Patienten mit MSI-mutierten Tumoren auch oft bessere Überlebensraten.

Die Wissenschaftler um Magnus von Knebel Doeberitz und Matthias Kloor hatten bei Patienten mit MSI-mutierten Tumoren solche „frameshift induced neo-peptides“ nachgewiesen. Da für das Tumorwachstum stets ähnliche Gene verändert sein müssen, konnten die Forscher bestimmte Peptide vorhersagen, die für die Impfstoffentwicklung besonders geeignet erschienen.

Mit synthetischen Peptiden, die diese Leserraster-Mutation nachbilden, ließen sich T-Zellen gegen den Krebs aktivieren. In klinischen Studien, die von Elke Jäger am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt mit Unterstützung des Oryx-Medicine Funds durchgeführt wurden, ergaben sich erste Hinweise auf eine Wirksamkeit des Ansatzes. Die Jury sah in diesem Projekt einen sehr vielversprechenden „Schritt in die richtige Richtung“.

Die Preise in den Kategorien Medizin & Wissenschaft, Engagement des Jahres, Betriebliche Prävention, Beste Präventionsidee (Förderpreis) und Milestone Award wurden am 26. April bei einer festlichen Gala im Berliner Hotel Adlon verliehen.

Am dem Projekt beteiligt sind: Prof. Dr. Magnus von Knebel Doeberitz, PD Dr. Matthias Kloor (Universitätsklinikum Heidelberg und DKFZ ), Prof. Dr. Elke Jäger (Krankenhaus Nordwest Frankfurt), Dr. Peer Bork, Dr. Yan Ping Yuan (EMBL Heidelberg), Dr. Johannes Gebert, Dr. Stefan Wörner (Universitätsklinikum Heidelberg), Julia Karbach, Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran, Dr. Claudia Pauligk (Krankenhaus Nordwest Frankfurt), Dr. Mirjam Tariverdian (Universitätsklinikum Heidelberg).

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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