Abteilung Zelluläre Immunologie
Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald
Die Abteilung Zelluläre Immunologie beschäftigt sich mit den physiologischen und pathologischen Prozessen, die der Entwicklung und Funktion immunologischer Zellen und Organe zugrunde liegen.
Mit Hilfe von Reporter Knockin Mäusen konnten wir zeigen, dass im Thymus normalerweise T-Zellen und myeloide Zellen (z.B. dendritische Zellen und Granulozyten) aus unterschiedlichen Vorläufern hervorgehen. Weitere Experimente zeigten aber auch, dass es unter Blockierung des Notch1 Signals in T-Zell-Vorläufern zur Entstehung dendritischer Zellen anstelle von T-Zellen kommt.
T-Zellentwicklung und Reifung erfolgen in einem eigenständigen primären immunologischen Organ, dem Thymus. Bisherige Projekte beschäftigten sich hauptsächlich mit dessen Organogenese, während wir in einem aktuellen Projekt die Funktion des Transkriptionsfaktors FoxN1 in Thymusepithelzellen untersuchen.
Ein Schwerpunkt der Abteilung ist die Aufklärung der Rolle von Mastzellen im Immunsystem. Mithilfe verschiedener Knockout Mäuse konnten wir ein Enzym der Heparinbiosynthese charakterisieren und den Mechanismus aufklären, wie Mastzell-Proteasen den blutdruckregulierenden Faktor Endothelin abbauen sowie strukturell verwandte Schlangen-Toxine entgiften.
Mitglieder unseres Teams untersuchen die dynamischen Prozesse der Stammzelldifferenzierung und die Vernetzung in der Entwicklung hämatopoetischer Linien. Hierzu entwickeln wir Mausmodelle, in denen zu einem bestimmten Zeitpunkt Stammzellen markiert werden. Darüberhinaus haben wir universelle Stammzell-Empfänger-Mäuse entwickelt, welche ohne Präkonditionierung (Myeloablation) z.B. durch Bestrahlung mit Knochenmarkszellen transplantiert werden können. In einem weiteren Hämatopoese-Projekt untersuchen wir Herkunft und Entwicklung verschiedener Gewebsmakrophagen wie Osteoklasten, Kupfferzellen in der Leber oder Mikroglia im zentralen Nervensystem.
Unsere Forschung über Aufbau und Funktion des Thymus wird nun auf Mechanismen der Entstehung akuter T-Zell-Leukämien (T-ALL) erweitert. Wir haben entdeckt, dass Thymozyten entarten, wenn sie unnatürlich lange im Thymus verweilen. Dies geschieht mit erstaunlich hoher Inzidenz, wenn der Zustrom an Vorläufern in den Thymus unterbrochen wird. Wir haben ein Mausmodell entwickelt, in dem wir die molekularen Mechanismen solcher spontaner T-ALL Entstehung untersuchen können.
Umfassende Untersuchungen der Mastzellfunktion bleiben ein Schwerpunkt unserer Forschung. Wir haben eine Maus entwickelt, der sämtliche Mastzellen fehlen, die sonst aber ein normales Immunsystem besitzt. Diese Maus eignet sich hervorragend zur Klärung der Frage, bei welchen Krankheiten Mastzellen, über die Allergie hinaus, eine wichtige Rolle spielen. Wir werden in unserer neuen mastzelllosen Maus u.a. Wundheilung, Asthma, sowie Infektions- und Tumormodelle untersuchen.
Ausgewählte Publikationen
Schlenner SM et al. (2010) Fate mapping reveals separate origins of T cells and myeloid lineages in the thymus. Immunity 32:426–436.
Rodewald H-R (2008) Thymus organogenesis. Annu Rev Immunol 26:355–388.
Feyerabend TB, Weiser A, et al. (2011) Cre-Mediated Cell Ablation Contests Mast Cell Contribution in Models of Antibody- and T Cell-Mediated Autoimmunity. Immunity. 35:832–844.
Waskow C et al. (2009) Hematopoietic stem cell transplantation without irradiation. Nat Meth 6:267–269.
