Abteilung Gesundheitsökonomie

Prof. Dr. Michael Schlander

Die Abteilung Gesundheitsökonomie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) wurde im Januar 2017 neu gegründet. Die Arbeitsgebiete werden zum Teil auf laufenden und früheren Projekten des Abteilungsleiters aufbauen, insbesondere auf den Gebieten Health Technology Assessment (HTA), gesundheitsökonomische Evaluationen, Erfassung des sozialen Nutzens von medizinischen Programmen und Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, sowie auf versorgungsepidemiologisch geprägten Kostenstudien.
Die zukünftigen Arbeitsprioritäten der Abteilung orientieren sich streng an akademischen Kriterien, sollen aber grundsätzlich Relevanz für Entscheider im Gesundheitswesen aufweisen. Dabei versteht sich die Abteilung als unpolitische, wissenschaftliche Forschungseinheit. Sie agiert ausdrücklich auch unabhängig von eventuellen Interessen ihrer Mutterinstitution DKFZ. Der allgemeine Ansatz lässt sich als interdisziplinär, inklusiv und transparent charakterisieren, geprägt durch methodologischen Pluralismus: die Fragestellungen diktieren die geeigneten Methoden, niemals umgekehrt.
Ein wesentliches Merkmal wird das durchgängige Bemühen um die Transparenz von Werturteilen beinhalten, welche wissenschaftlichen Aussagen auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomie fast immer inhärent sind. Weitere grundlegende Prinzipien sind die Förderung einer Kultur der Kooperation und gegenseitigen Unterstützung, die Betreuung und Förderung junger Wissenschaftler, ethisches Verhalten und Einhaltung von „Best Practice“ Standards.
Die Abteilung will so zu Fortschritten auf dem Gebiet der angewandten Gesundheitsökonomie beitragen, um zugleich unser Wissen um die wirtschaftlichen Konsequenzen von Krebserkrankungen und die Effektivität und Effizienz der medizinischen Versorgung von Krebspatienten zu verbessern.

Die Ziele der Abteilung Gesundheitsökonomie beinhalten

  • die dauerhafte Etablierung des DKFZ unter den zehn führenden Zentren weltweit für die Gesundheitsökonomie von Krebserkrankungen und damit zusammenhängenden medizinischen Interventionen („The Economics of Cancer Care“),
  • die Entwicklung des DKFZ zum nationalen Referenzzentrum für Informationen über die Kosten und die Wirtschaftlichkeit von Krebserkrankungen sowie der Krebsmedizin und -forschung,
  • wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung gesundheitsökonomischer Evaluationsmethoden, damit die gesundheitsökonomischen Analysen die sozialen Ziele kollektiv finanzierter Gesundheitssysteme besser als bisher reflektieren.
Zu diesem Zweck wird ein Forschungsprogramm entwickelt, das zunächst auf den folgenden drei Hauptsäulen basiert:
  • krebsbezogene „burden of disease“- und „cost of illness”-Studien aus unterschiedlichen Perspektiven (vor allem gesamtgesellschaftliche, GKV-/NHS-, Sozialversicherungs-, Patienten- und soziale Perspektive)
  • vergleichende Kosten-Nutzen- und Kosten-Effektivitäts-Analysen von Interventionsstrategien auf dem Gebiet der Krebsmedizin
  • Weiterentwicklung von gesundheitsökonomischen Evaluationsmethoden, ausgehend von der Beobachtung, dass die derzeit empfohlenen und angewandten Methoden bestehende soziale Normen und Präferenzen nicht adäquat berücksichtigen und manchmal sogar in diametralen Widerspruch zu ihnen geraten – woraus im Umkehrschluss das Potential ableitbar ist, dass es in bestimmten Konstellationen zu einer systematischen Unterbewertung von Optionen für die Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen kommen könnte.
Wir erwarten, dass unser Ansatz nicht nur eine Plattform für zukünftiges Wachstum schaffen wird, sondern dass auf diese Weise relevante gesundheitsökonomische Informationen für alle Stakeholder im Gesundheitswesen generiert werden können – zum Nutzen aller Krankenversicherten und insbesondere der medizinischen Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen.

Kontakt

Prof. Dr. Michael Schlander
Gesundheitsökonomie (G260)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42-1910
Fax: +49 6221 42-1919
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