Vaskuläre Signaltransduktion und Krebs

Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe Vaskuläre Signaltransduktion und Krebs

PD Dr. Andreas Fischer

Kleine Blutgefäße in der Netzhaut, die teilweise von Perizyten (schwarz) bedeckt sind.
© dkfz.de

Intakte Blutgefäße sind die Voraussetzung für die Aufrechterhaltung aller Organfunktionen. Bereits ab der frühen Embryonalentwicklung müssen Blutgefäße neu entstehen und weiter wachsen, um den gesamten Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen zu können. Im erwachsenen Organismus wird das Aussprossen neuer Gefäße aus bereits bestehenden Gefäßen (Angiogenese) vor allem bei der Wundheilung, aber auch beim Wachstum von Tumoren beobachtet. Daher ist es wichtig zu verstehen, welche Faktoren die Angiogenese steuern und welche genetischen Netzwerke für die Funktionen eines im Normalzustand ruhenden Gefäßbetts verantwortlich sind.
Neben der Neubildung von Blutgefäßen ist das Aufrechterhalten bereits bestehender Blutgefäße essentiell. Eine gestörte Funktion von Endothelzellen, die alle Gefäße auskleiden, trägt wesentlich zur Pathogenese vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Darüber hinaus sind Tumorwachstum und Metastasierung von vaskulären Umbauprozessen abhängig.

Das Ziel unserer Gruppe ist es, Signalwege zu charakterisieren, die das Gefäßbett in einem ruhenden, aber funktionellen Zustand halten. Dabei analysieren wir insbesondere das Zusammenspiel von Endothelzellen sowie die Interaktionen von Endothelzellen mit umgebenden Perizyten und Tumorzellen. Wir erforschen die Rolle von Signalwegen in Zellkultur- und Tiermodellen, um besser zu verstehen, welche Faktoren die Angiogenese im adulten Organismus koordinieren. Hierbei untersuchen wir insbesondere die Funktionen der Delta-Notch-Signalkaskade und der Gene, die für Blutgefäßfehlbildungen im Gehirn ursächlich sind. Weitere Projekte unserer Arbeitsgruppe befassen sich mit neuen Faktoren, die für die Barriereeigenschaften der Blutgefäße essentiell sind und die Passage von Tumorzellen und löslichen Faktoren durch die Gefäßwand regulieren. Ein neuer Forschungsansatz widmet sich der Frage, wie genetische Veränderungen im Endothel den Stoffwechsel beeinflussen und bei der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen beteiligt sind.
Unsere Forschungsarbeiten sollen neue Erkenntnisse über grundlegende molekulare und zelluläre Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen und der Tumorprogression liefern und somit die Grundlage für die Entwicklung innovativer pharmakologischer Strategien bilden.

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Kontakt

PD Dr. Andreas Fischer
Vaskuläre Signaltransduktion und Krebs (A270)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Ausgewählte Publikationen

  • Klose R. et al. (2015). Soluble Notch ligand and receptor peptides act antagonistically during angiogenesis. Cardiovasc Res., 107(1), 153-163.
  • Yang W.J. et al. (2015). Semaphorin-3C signals through Neuropilin-1 and PlexinD1 receptors to inhibit pathological angiogenesis. EMBO Mol Med., 7(10), 1267-1284.
  • Adam M.G. et al. (2013). Synaptojanin-2 binding protein stabilizes the Notch ligands DLL1 and DLL4 and inhibits sprouting angiogenesis. Circ Res., 113(11), 1206–1218.
  • Wüstehube J. et al. (2010). Cerebral cavernous malformation protein CCM1 inhibits sprouting angiogenesis by activating DELTA-NOTCH signaling. Proc Natl Acad Sci U S A., 107(28), 12640–12645.?
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