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Abteilung Medizinische Physik in der Strahlentherapie

Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Schlegel

Der
Vergrößerte Ansicht Der "IRIS-Kollimator" wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Accuray Inc. entwickelt. Mit dieser Strahlenblende können kreisförmige Strahlquerschnitte dynamisch eingestellt werden. Bei derAdaption an einen robotischen Linearbeschleuniger wie dem Cyberknife können die Behandlungszeiten im Vergleich zu den herkömmlichen Blenden bei gleichbleibender Güte der Dosisverteilungen um einen Faktor 2-3 verkürzt werden (Echner et al., 2009).

Bei vielen Krebspatienten gelingt es nach wie vor nicht, das primäre Tumorwachstum zu beherrschen. Therapieverfahren müssen daher dringend weiter optimiert werden, und es gilt neue effizientere Behandlungs-Verfahren für lokal wachsende Tumorenzu entwickeln. Die Abteilung konzentriert sich auf konformale Strahlenbehandlungen mit Photonen und Ionen. Im Vordergrund stehen die zeitlichen Veränderungen der Zielvolumina und Risikoorgane, die durch die Therapie selbst, durch Bewegungen oder Unsicherheiten in der Patientenpositionierung verursacht werden. Es wird eine bildgeführte, zeitlich adaptierte Strahlentherapie entwickelt, die die konformalen Bestrahlungstechniken mit Echtzeitbildgebungsverfahren verknüpft. So können anatomische Veränderungen überwacht und im Sinne einer präzisen Bestrahlung laufend kompensiert werden. Ein weiteres Projekt befasst sich mit molekularen Bildgebungsverfahren und deren Integration in die Therapieplanung und Strahlapplikation. Das Ziel ist hier, strahlenresistente Areale im Tumor darzustellen und mit höheren Strahlendosen zu bestrahlen, und strahlenempfindliche Areal im gesunden Gewebe besser zu schonen. Mit mathematischen Modellen zur Beschreibung biologischer Vorgänge im gesunden und im Tumorgewebe sollen Therapieschemata und Techniken weiter optimiert werden.
Eine weitere Stärke der Abteilung ist der Transfer von Software- und Hardware-Entwicklungen in die klinische Anwendung mit Hilfe spezifischer Test- und Qualitäts-Sicherungsverfahren.

Die zukünftigen Forschungsprojekte der Abteilung umfassen die Gebiete der bildgeführten Strahlentherapie (IGRT), die biologisch adaptierte Strahlentherapie, die Ionen-Therapie und die physikalischen Aspekte der Strahlenbiologie.
Bei der IGRT werden die bisher entwickelten Methoden der Bewegungserkennung und -Kompensation in die klinische Anwendung übertragen. Weiterhin sollen die Entwicklungen der 3D-Echtzeitbildgebung am Beschleuniger begleitet werden. Erfolgversprechende Ansätze sind hier die Integration der MR- und der 3D-Röntgenbildgebung in eine neue Beschleunigergeneration.
Ein einheitliches Bestrahlungsplanungs- und Optimierungs-System auf der Grundlage neuer molekularer Bildgebungsverfahren soll dazu beitragen, das Ziel der biologisch adaptierten Strahlentherapie zu erreichen.
Für die Strahlentherapie mit Ionen gilt es, vor allem die Dosimetrieverfahren zu verfeinern. Mit Monte-Carlo-Simulationen sollen die Sekundärelektronen-Effekte bei der Dosimetrie von Ionenstrahlen untersucht und berücksichtigt werden. Ebenso ist mit der Untersuchung der Störungsfaktoren bei der Ionisationskammerdosimetrie begonnen worden. Die Bestrahlungsplanung der Ionentherapie soll durch radiographische Bildgebung mit Ionen verbessert werden.
Bei der strahlenbiologischen Modellbildung soll das existierende mathematische Modell durch die Einbindung eines Patientenmodelles und biologischer Bildgebungerweitert werden, um damit auch klinisch relevante Fragestellungen angehen zu können.

Ausgewählte Publikationen

Echner GG, Kilby W, Lee M, Earnst E, Sayeh S, Schlaefer A, Rhein B, Dooley JR, Lang C, Blanck O, Lessard E, Maurer Jr CR, Schlegel W (200): The design, physical properties and clinical utility of an iris collimator for robotic radiosurgery. Phys Med Biol, 54, 5359-80

Kyas I, Hof H, Debus J, Schlegel W, Karger CP (2007): Prediction of radiation-induced changes in the lung after stereotactic body radiation therapy of non-small-cell lung cancer. Int J Radiat Oncol Biol Phys, 67, 768-74

Harting C; Peschke P; Karger CP (2010): Computer simulation of tumour control probabilities after irradiation for varying intrinsic radio-sensitivity using a single cell based model. Acta Oncologica 49 (8), 1354-1362.

Schlegel W (2010): If you can’t see it, you can miss it: the role of biomedical imaging in radiation oncology. Radiation Protection Dosimetry, 139, 321-326.

Letzte Aktualisierung: 11.11.2011 Seitenanfang