Klinische Kooperationseinheit Dermato-Onkologie
Prof. Dr. Jochen Utikal
Die Klinische Kooperationseinheit für Dermato-Onkologie befasst sich mit der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Hauttumoren und überträgt ihre Forschungsergebnisse direkt in die Klinik. Schwerpunkt ist das maligne Melanom, ein bösartiger Tumor, der von Pigmentzellen der Haut ausgeht. Die Klinische Kooperationseinheit für Dermato-Onkologie führt zahlreiche klinische Phase I-III Studien mit innovativen Melanomtherapien wie MEK Inhibition oder anti-CTLA4-Therapien durch. Des Weiteren untersuchen Wissenschaftler der Abteilung Mechanismen, die den aggressiven Tumor gegenüber Chemotherapie resistent machen.
Grundlagenforscher der Abteilung konzentrieren sich gegenwärtig darauf, immunsuppressive Mechanismen und neue Immuntherapien des Melanoms zu untersuchen. Dabei benutzen sie ein ret transgenes Mausmodell, das dem humanen Melanom in Bezug auf Histopathologie und klinische Entwicklung ähnelt. Die chronische Entzündung bei Melanom verursacht ein immunsuppressives Mikromilieu, das durch eine Anreicherung immunsuppressiver Zellen (z.B. myeloide Suppressorzellen, MDSC) und löslicher Faktoren (z. B. TGF-beta, IL-1beta, VEGF) charakterisiert ist. Die Anwendung von MDSC-Inhibitoren führt zu einer Hemmung des Tumorwachstums. Aktivierte melanomspezifische Gedächtnis-T-Zellen reichern sich im Knochenmark von tumortragenden Mäusen und sogar im präklinischen Stadium der Melanomentwicklung an. Sie können disseminierte Melanomzellen kontrollieren und sind effizient in einer adoptiven Melanomimmuntherapie.
Die Klinische Kooperationseinheit für Dermato-Onkologie ist eine Abteilung des Forschungsscherpunktes Translationale Krebsforschung und ist assoziiert mit dem Forschungsschwerpunkt Tumorimmunologie.
Die Klinische Kooperationseinheit für Dermato-Onkologie wird sich mit der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Hauttumoren wie dem malignen Melanom beschäftigen. Ebenfalls werden verschiedene klinische Studien, um die Therapiemöglichkeiten beim malignen Melanom zu verbessern, durchgeführt.
In Zukunft wird ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Abteilung auf der Stammzellforschung liegen. Embryonale Stammzellen und Tumorzellen haben viele Gemeinsamkeiten wie z.B. das immortale Zellwachstum und die Fähigkeit, Tumore zu bilden. Primäre Zellen wie Melanozyten können durch eine transiente ektope Expression von verschiedenen Transkriptionsfaktoren in einen pluripotenten Status, der weitgehend embryonalen Stammzellen ähnlich ist, versetzt werden. Die Tumorigenese und die nukleäre Reprogrammierung durch diese Transkriptionsfaktoren beruhen auf überlappenden Mechanismen wie der Überexpression von Onkogenen und dem Ausschalten von Tumorsuppressor-Genen. Des Weiteren können auch Tumorzellen wie z.B. Melanomzellen durch die ektope Expression dieser Transkriptionfaktoren in einen pluripotenten Status versetzt werden. Der Mechanismus hinter dieser Plastizität wird in Zukunft genauer untersucht. Darüber hinaus planen wir, die Reaktion des Immunsystems hinsichtlich der Plastizität der verschiedenen Melanomzellsubpopulationen zu untersuchen. Dazu werden myeloide Suppressorzellen, regulatorische T-Zellen und tolerogene dendritische Zellen in humanen Melanomen sowie unserem transgenen ret Mausmelanommodell untersucht. Stoffwechsel- und Signalwege immunsuppressiver Zellen, die für die Produktion von Mediatoren, die eine T-Zellen-vermittelte Immunantwort gegen Tumoren verhindern, werden erforscht.
Der Mechanismus hinter der Plastizität von Melanomzellen und die Reaktion des Immunsystems auf die verschiedenen Melanom Subpopulationen könnten in Zukunft für die Therapie von Bedeutung sein.
Ausgewählte Publikationen
Utikal, J. et al. (2009). Immortalization eliminates a roadblock during the reprogramming of somatic cells into iPS cells. Nature., 460, 1145-8.
Utikal, J. et al. (2009) Sox2 is dispensable for the reprogramming of melanocytes and melanoma cells into induced pluripotent stem cells. J Cell Sci., 122, 3502-10.
Zhao, F. et al. (2009) Activation of p38 MAPK drives dendritic cells to become tolerogenic in ret transgenic mice spontaneously developing melanoma. Clin.Cancer Res., 15, 4382-90.
Kimpfler, S. et al. (2009). Skin melanoma development in ret transgenic mice despite the depletion of CD25+Foxp3+ regulatory T cells in lymphoid organs. J Immunol., 183, 6330-7.
