Untersuchung und Optimierung der Behandlung von

krebsbedingter Müdigkeit (Fatigue):

Eine multizentrische randomisierte klinische Studie, in der körperliche Bewegung, „Mind-Body-Exercise" und psychosoziale Interventionen während der Behandlung von Brustkrebs, Lungenkrebs oder Non-Hodgkin-Lymphomen verglichen werden

Die INTACT-Studie auf einen Blick

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Studienziel: Verbesserung und Individualisierung der Behandlung der krebsassoziierten Fatigue

Zielgruppe: Patienten*innen mit Brustkrebs, Hogkin/Non-Hodkin Lymphoma, Lungenkrebs während oder vor ihrer Krebsbehandlung, die von krebsassoziierter Fatigue betroffen sind

• 3-armiges Studiendesign mit randomisierter Zuordnung: überwachtes, strukturiertes Kraft-Ausdauertraining; überwachtes, strukturiertes Mind-Body-Training (basierend auf Yoga/Tai-Chi/Qigong); gruppenbasierte, strukturierte psychosoziale Intervention (basierend auf kognitiver Verhaltenstherapie/Psychoedukation)

Studienleitung:

Prof. Dr. Karen Steindorf,  Dr. Markus Horneber,  Dr. Imad Maatouk, Dr. Martina Schmidt

Zusammenfassung

Die sogenannte krebsassoziierte Fatigue gehört zu den häufigsten Beschwerden von Krebspatien*innen. Dabei handelt es sich um ein anhaltendes Gefühl körperlicher, emotionaler oder kognitiver Müdigkeit und Erschöpfung, das von Monaten bis hin zu Jahren anhalten kann und erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Funktionsfähigkeit Betroffener hat. Dennoch wird sie oft noch immer unzureichend behandelt. Betroffene wissen häufig nicht, dass es sich um ein Krankheitsbild handelt, für das es effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt. Basierend auf einer Vielzahl von Studien, Reviews und Meta-Analysen haben sich Sport (Kraft- und Ausdauertraining), Mind-Body-Übungen (z.B. Yoga) sowie psychosoziale Interventionen als wirkungsvolle nicht-pharmakologische Therapieansätze herausgestellt.

Die multizentrische INTACT-Studie wird erstmalig die Wirksamkeit dieser drei Behandlungsarten direkt vergleichen. Im Gegensatz zu früheren Studien, in denen hauptsächlich Brustkrebspatientinnen untersucht wurden, wird in INTACT eine heterogene männliche und weibliche Studienpopulation mit Brust-, Lungen- und Lymphomkarzinomen eingeschlossen. Insgesamt werden 720 Patienten*innen, die von krebsassozierter Fatigue betroffen sind, randomisiert einer der drei Behandlungsarten zugeteilt. Die Veränderung der krebsassoziierten Fatigue wird durch wissenschaftlich fundierte Fragebögen bestimmt und zwischen den Gruppen verglichen. Die INTACT-Studie wird auch untersuchen, ob es Untertypen der krebsassoziierten Fatigue oder Untergruppen von Betroffenen gibt, bei denen eine der Behandlungsarten besonders wirkungsvoll ist.

Ziel der INTACT-Studie ist es, die Behandlungsart zu ermitteln, die für eine/n Betroffenen am effizientesten ist, um seine/ihre krebsassoziierte Fatigue zu lindern. Dadurch kann die Behandlung optimiert und damit die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten und möglicherweise das Überleben verbessert werden.

Aktueller Stand

Die INTACT Studie ist im Rahmen der DekadeX BMBF Förderrichtlinie "Praxisverändernde klinische Studien" gefördert, vorerst für eine 7-monatige Konzeptentwicklungsphase (1.4. – 31.10.2020) an deren Ende ein Vollantrag mit detailliert ausgearbeitetem Konzept steht. Voraussichtlich wird, nach Begutachtung des Vollantrages, das Studien-Setup im Frühjahr 2021 beginnen.

Kontakt

Dr. Alexander Haussmann
Tel.: 06221-56 422383
E-Mail: alexander.haussmann@nct-heidelberg.de

Dr. Martina Schmidt
Tel.: 06221-42 2220
E-Mail: m.schmidt@dkfz.de

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