Claro-Studie
Gesundheitskompetenz als wichtiger Faktor für einen gesundheitsbewussten Lebensstil: Eine Beobachtungs- und Interventionsstudie
Studienleitung:
Prof. Dr. Karen Steindorf, Dr. Florian Herbolsheimer, Dr. Alexander Haussmann
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Die Rekrutierung der CLARO-Studie endete im Juli 2025, wir bedanken uns bei den Personen aus Stuttgart, die teilgenommen haben. Die Studie wird derzeit ausgewertet. Erste Ergebnisse stehen Ihnen bereits nachfolgend zur Verfügung.
Warum ist die CLARO-Studie relevant?
Ein gesunder Lebensstil spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebs. Schätzungsweise ließen sich bis zu 40% aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermeiden. Internationale Studien zeigen jedoch, dass viele Menschen den Zusammenhang zwischen Lebensstilfaktoren und Krebsrisiko nicht kennen. Folglich beginnt Krebsprävention damit, dass hier Wissenslücken erkannt und geschlossen werden. Dafür ist relevant, dass möglichst viele Menschen in der Lage sind, seriöse Informationsquellen zu erkennen und die dort aufbereiteten Informationen zu verstehen. Dieses Wissen und die dazugehörigen Fähigkeiten, die benötigt werden um sich entsprechendes Wissen anzueignen und anzuwenden, bezeichnet man als Krebskompetenz (engl. Cancer Literacy).
Wie wird die CLARO-Studie durchgeführt?
Eine repräsentative Befragung von etwa 800 Teilnehmenden im Raum Stuttgart wird erstmals in Deutschland die Krebskompetenz erfassen. Dazu gehören das Wissen um Krebsrisikofaktoren, Einstellungen zu Krebsprävention und die Informationssuche im Zusammenhang mit Krebs. Zeitgleich werden den Teilnehmenden verschiedene Informationsmaterialien in Form von Texten und Animationen in unterschiedlichen Kommunikationsstilen (formal oder narrativ) präsentiert.
Was sind die Ziele der CLARO-Studie?
Das Projekt hat zum Ziel, den aktuellen Wissensstand zur Krebsprävention in Deutschland zu ermitteln und gezielt Strategien zu entwickeln, um vor allem Menschen mit geringer Krebskompetenz besser zu erreichen. Dazu werden Informationsmaterialien erstellt, die das Bewusstsein für die Veränderbarkeit des eigenen Krebsrisikos langfristig fördern sollen. Diese Materialien sollen anschließend einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und unter anderem in das Angebot des geplanten Nationalen Krebspräventionszentrums in Heidelberg integriert werden.
Wer ist an der CLARO-Studie beteiligt?
Die CLARO-Studie wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum, in Kooperation mit dem Krebsinformationsdienst, dem Nationalen Krebspräventionszentrum und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover durchgeführt. Die Studie ist Teil des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Graduierten-Kollegs für Krebsprävention.
Erste Ergebnisse
Das CLARO-Projekt hat eine bevölkerungsbasierte Umfrage durchgeführt, um das Wissen über Krebsprävention in Deutschland zu untersuchen. 1.232 Bürgerinnen und Bürger aus Stuttgart nahmen daran teil.
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen bekannte Risikofaktoren für Krebs, wie Rauchen oder Sonnenbrand, erkennen. Allerdings bestehen erhebliche Wissenslücken bezüglich anderer wissenschaftlich belegter Risikofaktoren, wie Infektionen mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) oder langes Sitzen. Zudem sind Fehlvorstellungen über die Ursachen von Krebs in der Bevölkerung weit verbreitet. Zu den am häufigsten korrekt erkannten Fehlinformationen gehörte die Annahme, die Nutzung eines Mobiltelefons bzw. Smartphones verursache Krebs: 53 % der Befragten bewerteten diese Aussage richtig.
Für Informationen zur Krebsprävention nutzen die meisten Befragten das Internet oder wenden sich an Gesundheitsfachkräfte. Der Krebsinformationsdienst wird hingegen nur von einem kleinen Teil der Befragten genutzt. Fast jede zweite Person fühlt sich durch die Vielzahl an Informationen zur Krebsprävention überfordert.
Die Studie verdeutlicht den Bedarf an verständlicher, wissenschaftlich fundierter Krebspräventionskommunikation. Qualitativ hochwertige Informationen können dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen, Fehlinformationen entgegenzuwirken und Menschen bei informierten Entscheidungen für ihre Gesundheit zu unterstützen.
Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Kommunikation über Krebsprävention zu verbessern, um die Bevölkerung besser zu informieren und so die Präventionsmaßnahmen zu stärken.
Publikationen
Cancer prevention in Germany: awareness, beliefs, and information-seeking behaviors in a population-based survey (2026): Illmann M, Steindorf K, Haussmann A, Herbolsheimer F. Front. Public Health, Vol. 14, https://doi.org/10.3389/fpubh.2026.1868556