LIFT-Projekt
Krebsassoziierte Fatigue: Wissen, Einstellungen, Bedürfnisse und aktueller Stand der Fatigue-Versorgung in Deutschland
Longitudinal Investigation of cancer-related Fatigue and its Treatment
Worum geht es im LIFT-Projekt?
Fatigue bezeichnet einen Zustand ausgeprägter körperlicher, emotionaler oder geistiger Erschöpfung, der im Verlauf einer Krebserkrankung und –behandlung auftreten kann.
Alles Wichtige zum LIFT-Projekt wird in dem nachfolgenden kurzen Informationsvideo von unserer ehemaligen Projektkoordinatorin Marlena Milzer erklärt:
@dkfz
Warum ist das LIFT-Projekt relevant?
Fatigue...
- kann von Betroffenen als sehr belastend erlebt werden
- geht mit Beeinträchtigungen der Lebensqualität einher
- erschwert oftmals die Rückkehr in den Alltag und an den Arbeitsplatz
Trotzdem fühlen sich Betroffene nicht selten unzulänglich über Fatigue informiert und es besteht bislang noch keine flächendeckende, zufriedenstellende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Fatigue.
Welche Ziele verfolgt das LIFT-Projekt?
Die derzeitige Versorgungssituation von Fatigue in Deutschland wird auf den folgenden drei Ebenen mit einem multimodalen Ansatz eingehend untersucht:
Es sollen Barrieren der Fatigue-Versorgung identifiziert und Ansatzpunkte für konkrete Verbesserungsmöglichkeiten davon abgeleitet werden. Damit soll schließlich die Lebensqualität von Menschen während und nach einer Krebserkrankung verbessert werden.
Zielgruppen
Befragung unter 1400 Patient:innen unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Krebsdiagnosen
- zu Erfahrungen, Wünschen und Bedürfnissen hinsichtlich der Fatigue-Versorgung
- zudem werden gesundheitsbezogene Aspekte (z.B. Schlafqualität) erfragt
- an vier Zeitpunkten (6, 9, 12 und 24 Monate nach Diagnose)
Die Befragungen der Patient:innen zur Auswahl als Online-Fragebogen oder per Post fanden von August 2021 bis September 2024 statt und sind abgeschlossen.
Fokusgruppen mit Patient:innen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Krebsdiagnosen
- zu Erfahrungen, Wünschen und Bedürfnissen hinsichtlich der Fatigue-Versorgung
- Austausch mit anderen Menschen mit Krebserkrankung in kleiner Runde mit ca. 6 Personen
- in den Räumlichkeiten des DKFZ in Heidelberg
Die beiden Fokusgruppen unter Patient:innen fanden im August und November 2022 statt und sind somit abgeschlossen.
Ärzt:innen und Pflegefachpersonen, die regelmäßig mit Krebspatient:innen arbeiten sowie Psychoonkolog:innen werden zu ihrer Perspektive hinsichtlich des Fatigue-Managements befragt.
Folgende Fragen sind dabei u.a. von Interesse:
- Welche Erfahrungen haben Sie bisher im Umgang mit Betroffenen gemacht?
- Wie erleben Sie das aktuelle Fatigue-Management an Ihrem Arbeitsplatz?
- Welche Probleme bestehen Ihrer Ansicht nach in der derzeitigen Versorgung?
- Welche Wünsche und Vorschläge zur Verbesserung des Fatigue-Managements haben Sie?
Deutschlandweit nahmen insgesamt etwa 490 Ärzt:innen, Pflegefachpersonen und Psychoonkolog:innen an verschiedenen Institutionen an der LIFT-Befragung teil. Ende 2022 wurde diese angestrebte Zahl erreicht.
Neben der Befragung per Fragebogen wurden 18 Ärzt:innen, Pflegefachpersonen und Psychoonkolog:innen in Interviews zum Thema Fatigue bzw. Fatigue-Versorgung befragt.
Des Weiteren wurden zwei Fokusgruppen unter medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Die Fokusgruppen fanden im Mai und Juni 2023 in Würzburg statt und sind somit abgeschlossen.
Teil des LIFT-Projektes ist eine systematische Analyse der Aufklärungs- und Unterstützungsangebote für Patient:innen.
Insgesamt möchten wir deutschlandweit 350 Institutionen betrachten, darunter:
- Comprehensive Cancer Centers (CCC)
- Onkologische Spitzenzentren
- Krankenhäuser
- Onkologische Schwerpunktpraxen
- Krebsberatungsstellen
Die Auswahl der teilnehmenden Institutionen erfolgte zufällig!
Das LIFT-Projekt wird durchgeführt von:
Team
Unser Team besteht aus Prof. Dr. Karen Steindorf und Dr. Martina Schmidt (Projektleiter:innen), Sabine Holzmeier (Datenmanagerin) sowie unserer Kollegin Marlena Milzer (Projektkoordinatorin und Doktorandin), die jedoch das Team Ende Januar 2024 verlassen hat. Derzeit arbeitet Duc Truong Nguyen als Doktorand an der Datenauswertung.
Mitarbeiter:innen aus dem Universitätsklinikum Würzburg: Univ. Prof. Dr. Imad Maatouk (Projektleiter), Anna Wagner (Projektkoordinatorin und Doktorandin), Senta Kiermeier (Wissenschaftliche Mitarbeiterin).
Weiterhin unterstützten uns folgende Mitarbeiter:innen des Krebsregisters Baden-Württemberg: Dr. Silke Hermann (Wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Susanne Bergbold (Organisatorische Leitung).
Publikationen
Patient–Professional and Interprofessional Communication Barriers in Cancer‐Related Fatigue Management: A Monocentric Focus‐Group Study Among Multidisciplinary Healthcare Professionals (2025): Wagner, A. S. ; Milzer, M. ; Maatouk, I. ; Wehlen, L. ; Kiermeier, S. ; Steindorf, K. ; Schmidt, M. European Journal of Cancer Care, 1179081, 9 pages, https://doi.org/10.1155/ecc/1179081
Living with cancer-related fatigue.[Leben mit krebsassoziierter Fatigue.] [Die Perspektive der Betroffenen und involvierter Fachpersonen].The perspective of those affected and professionals involved (2025): Wagner, A. S. ; Schmidt, M. ; Blickle, P. ; Jentschke, E. ; Steindorf, K. ; Maatouk, I. Die Onkologie, 31, 708-713, https://doi.org/10.1007/s00761-025-01692-6
An interdisciplinary challenge: responsibilities in German cancer-related fatigue management from the professional and patient perspective (2025): Wagner AS, Milzer M, Steindorf K, Kiermeier S, Nguyen TD, Schmidt ME, Maatouk I Oncologist, Vol 30, Issue 9, doi: 10.1093/oncolo/oyaf233
Fatigue bei Krebs: Wie (gut) sind Betroffene an onkologischen Einrichtungen in Deutschland versorgt? [Cancer-related fatigue: How (good) is the quality of care at cancer care facilities in Germany?] (2025): Wagner AS, Milzer M, Kiermeier S, Schmidt ME, Lei Q, Steindorf K, Maatouk I. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, Vol 194, 40-47, doi: 10.1016/j.zefq.2025.02.003
Nurses' Knowledge of Cancer-Related Fatigue and the Coverage of This Subject in Nursing Training: A Cross-Sectional Study (2025): Wagner AS, Milzer M, Schmidt ME, Kiermeier S, Maatouk I, Steindorf K. Journal of Nursing Research, 33 (2), doi: 10.1097/jnr.0000000000000666
Physicians’ perspectives on cancer-related fatigue management and their suggestions for improvements in medical training: a cross-sectional survey study in Germany (2024): Wagner AS, Wehlen L, Milzer, M, Schmidt ME, Kiermeier S, Maatouk I, Steindorf K. Supportive Care in Cancer, 32, 788, https://doi.org/10.1007/s00520-024-08978-2
Patient-physician communication about cancer-related fatigue: a survey of patient-perceived barriers (2024): Milzer M, Wagner AS, Schmidt ME, Maatouk I, Hermann S; Cancer Registry of Baden-Württemberg; Kiermeier S, Steindorf K. Journal of cancer research and clinical oncology, 150, 29, https://doi.org/10.1007/s00432-023-05555-8
Cancer-related fatigue: Quality, credibility, usability, and readability of information on websites of health care institutions in Germany (2024): Wagner AS, Milzer M, Steindorf K, Kiermeier S, Schmidt ME, Maatouk I. Patient Education and Counseling, 121, 108135, https://doi.org/10.1016/j.pec.2024.108135
Psycho-oncologists’ knowledge of cancer-related fatigue and the targets for improving education and training: results from a cross-sectional survey study (2023): Milzer M, Wagner AS, Steindorf K, Kiermeier S, Schmidt ME & Maatouk I Supportive Care in Cancer, 31, 412, https://doi.org/10.1007/s00520-023-07882-5
Die Studie wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Kontakt
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Dr. Martina Schmidt
Senior Scientist
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Duc Truong Nguyen
Doktorand