Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutscher Krebspreis für Michael Baumann

Nr. 12 | 21.02.2018 | von Koh

Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, erhält den Deutschen Krebspreis 2017 in der Sparte „Translationale Forschung". Der Wissenschaftspreis, gestiftet von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin.

Michael Baumann
© P. Benjamin, NCT Dresden

Der Preis wird seit 1986 jährlich zu gleichen Teilen für hervorragende Arbeiten in der experimentellen Grundlagenforschung, in der Translationalen Forschung und in der Tumordiagnostik und -behandlung verliehen. Jede Kategorie ist mit 7.500 Euro dotiert. Die Preise werden auf dem 33. Deutschen Krebskongress in Berlin am 22. Februar verliehen.

Der Deutsche Krebspreis zeichnet aktuelle und zukunftsweisende Arbeiten im Bereich Onkologie mit herausragender wissenschaftlicher Originalität und Qualität aus. Preisträger Michael Baumann verbindet mit seinen Arbeiten seit vielen Jahren angewandte Krebsforschung und klinische Onkologie.

Seit 1990 behandelt er als Arzt Krebspatienten mit Strahlentherapie. Der Radioonkologe und Strahlenbiologe hat in den Jahren 2004 bis 2016 in Dresden das Nationale Zentrum für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie, kurz „OncoRay" aufgebaut und verfolgte die Integration von neuen biologischen Erkenntnissen mit modernsten Technologien in der Strahlentherapie.

Seit November 2016 ist Michael Baumann Vorstandsvorsitzender des DKFZ in Heidelberg und führt den Vorsitz im Lenkungsausschuss des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK). Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der individualisierten Strahlentherapie, bei der die Bestrahlung durch den Einsatz strahlenspezifischer Biomarker an den jeweiligen Patienten angepasst werden kann.

Mithilfe des modernen Bildgebungsverfahrens gelang es Wissenschaftler um Michael Baumann beispielsweise, den Sauerstoffgehalt in Kopf-Hals-Tumoren sichtbar zu machen: Ein radioaktiv markiertes Molekül reichert sich in sauerstoffarmen, so genannten hypoxischen Tumorbereichen an. Eine PET-Kamera bildet die Anreicherung des radioaktiven Markerstoffs ab. Wie hoch der Sauerstoffgehalt eines Tumors während der Bestrahlung ist, spielt für die Behandlung eine wichtige Rolle. Denn Kopf-Hals-Tumoren mit großen sauerstoffarmen Arealen sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber einer Radio-Chemotherapie als sauerstoffreiche Tumoren.

Die Ergebnisse können helfen, die bisherige Standardtherapie bei Kopf-Hals-Tumoren individueller auf den Patienten zuzuschneiden. Ärzte können anhand der innovativen Bildgebung die Wirkung der kombinierten Radio-Chemotherapie vorhersagen. Fällt die Prognose für den Patienten ungünstig aus, könnte die Strahlenbehandlung künftig intensiviert werden, um die Heilungschancen zu verbessern.

Michael Baumann promovierte 1988 in Hamburg zum Doktor der Medizin. Danach war er bis Ende 1989 als Postdoc im Massachusetts General Hospital an der Harvard Medical School in Boston tätig. Nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Strahlentherapie habilitierte er 1994 in Hamburg. 1995 wechselte er als Leiter der experimentellen Radioonkologie an die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden. Ab 2003 war er der Gründungsdirektor des Dresdner Universitäts KrebsCentrums. Von 2010 an war er Direktor für Strahlentherapie und Radioonkoogie am Universitätsklinikum Dresden und gleichzeitig Direktor des Instituts für Radioonkologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

In der Sparte „Klinische Forschung" geht der Preis in diesem Jahr an Hartmut Goldschmidt (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Heidelberg), für „Experimentelle Forschung" wird Thomas Brabletz (Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für Molekulare Medizin, Universität Erlangen) ausgezeichnet.

Ein Bild von Michael Baumann steht zum Download zur Verfügung:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Baumann_Michael.jpg

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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