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Richtfest für neues Forschungsgebäude HI-TRON Mainz gefeiert

Eine Gruppe von zehn Personen steht auf einer Baustelle. Sie lachen und posieren gemeinsam. Im Mittelpunkt steht ein Mann in traditioneller Kleidung. Im Hintergrund sind Baustellenmaterialien und eine unvollendete Struktur sichtbar, was auf den Fortschritt eines Bauprojekts hinweist.
(v.l.n.r.) Ursula Weyrich, Kaufmännischer Vorstand DKFZ; Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Baumann, Wiss. Vorstand und Vorstandsvorsitzender DKFZ; Dr. Stephan Weinberg, Kaufmännischer Vorstand UM; Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft und Gesundheit RLP und Aufsichtsratsvorsitzender; Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender UM; Mike Weber, Oberpolier, Züblin; Kathleen Kreutzer, Bauvorstand UM; Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, Wissenschaftlicher Vorstand UM; Nino Haase, Oberbürgermeister der Stadt Mainz; Kathrin Zednik, Pflegevorstand UM; Markus Fißan, Managing Director HENN Architekten; Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident JGU Mainz.

Direkte Nähe zu Kliniken und Instituten fördert translationale Forschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

 

Am neuen Gebäude des Helmholtz-Institutes für Translationale Onkologie Mainz (HI-TRON) wurde heute feierlich die Richtkrone gehisst. Damit sind die Arbeiten am Rohbau beendet und der Innenausbau des neuen Forschungsgebäudes auf dem Areal der Universitätsmedizin Mainz schreitet voran. 2028 werden dann die Mitarbeitenden des Institutes in den Killianweg einziehen. Das HI-TRON Mainz ist ein gemeinsames Institut des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Forschungsinstituts Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (TRON gGmbH), der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Ziel der Forschung im HI-TRON ist es, Strategien zu entwickeln, um Krebs mithilfe des Immunsystems noch wirksamer zu bekämpfen: mit scharfgemachten Abwehrzellen, tumorspezifischen Impfungen und intelligenten Therapiekombinationen.

Als Bauherrin feierte die Universitätsmedizin Mainz das Richtfest gemeinsam mit Vertreter:innen des Landes Rheinland-Pfalz und der zukünftigen Nutzer, den Architekt:innen, Planer:innen, Handwerksfirmen und Gästen aus dem politischen und lokalem Umfeld.  

Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, sagt: „Das Land hat in den letzten Jahren durch kontinuierliche Förderung der Grundlagenforschung, die konsequente Ansiedelung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die Förderung der Interaktion der Einrichtungen sowie durch die Schaffung von hochmoderner Infrastruktur ein Umfeld geschaffen, das hochkompetitive, internationale Spitzenforschung ermöglicht. HI-TRON ist dort ein wichtiger Akteur, der dazu beiträgt, die Expertise in personalisierter Immuntherapie aus Mainz zum Wohle von Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen. Das Richtfest des HI-TRON Neubaus ist der nächste Schritt zu einem hochmodernen Laborgebäude, um HI-TRON optimale Rahmenbedingungen für seine Ziele zu ermöglichen.“

Die Baukosten sind mit rund 33 Millionen Euro veranschlagt. Das neue Gebäude wird mit Landesmitteln finanziert.

Kathleen Kreutzer, Vorstand für Bau und Infrastruktur an der Universitätsmedizin Mainz, dankte allen am Bau Beteiligten für den guten Ablauf auf der Baustelle und sagt: „Unser Campus ist in Bewegung: Die Universitätsmedizin Mainz wird in den kommenden Jahren grundlegend saniert und umgebaut, um den hohen Anforderungen an moderne Spitzenmedizin und Forschung gerecht zu werden. Das HI-TRON Mainz steht im Wortsinn dafür – ein interdisziplinäres, hochmodernes Forschungsgebäude in unmittelbarer Nähe zu den Kliniken, Instituten und Einrichtungen, welches optimale Voraussetzungen für die Forschungsarbeit bieten wird.“

Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase hob anlässlich des Richtfestes hervor: "Mainz ist in den vergangenen Jahren dank vieler kluger Köpfe zu einem internationalen Zentrum im Kampf gegen den Krebs geworden. Gemeinsam mit den Unternehmen der Biotechnologie und der Unimedizin hat sich Mainz zu einem Life Science Hub entwickelt. Aus Mainz heraus wird Medizin revolutioniert, und das Richtfest von HI-TRON markiert einen weiteren Meilenstein in dieser starken Entwicklung. Unsere Aufgabe als Stadt ist, optimale Rahmenbedingungen für Forschung und Wirtschaft zu schaffen – zusammen mit unserer hierfür gegründeten Standortentwicklungsgesellschaft biomindz. Dass Mainz viermal in Folge dynamischste Stadt Deutschlands geworden ist, unterstreicht den Erfolg."

„Das heutige Richtfest des neuen HI-TRON-Gebäudes markiert einen Meilenstein für die Krebsforschung am Wissenschaftsstandort Mainz. Künftig werden hier Spitzenforschung, modernste Technologien und interdisziplinäre Expertise unter einem Dach zusammengeführt – um die Entwicklung neuartiger personalisierter Immuntherapien zum Wohle von Patientinnen und Patienten weiter voranzutreiben“, betont Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „Mit dem neuen HI-TRON und dem bereits seit 2009 auf dem Gutenberg-Campus ansässigen Helmholtz-Institut Mainz, das unsere exzellente Forschung in der Kernphysik und Kernchemie stärkt, verfügen wir über herausragende Infrastrukturen zur nachhaltigen Schärfung unserer Forschungsprofils – national und international.“

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender beim DKFZ, beschreibt die Ziele der Forschenden: „Schon heute erzielen immunbasierte Therapien bei einigen Krebsarten erstaunliche Erfolge. Doch leider profitieren bis jetzt längst nicht alle Patientinnen und Patienten von dieser Behandlung. Die Mission der Forschenden im HI-TRON Mainz ist es, das körpereigene Abwehrsystem noch präziser und schlagkräftiger gegen Krebs auszurichten und vielversprechende Ergebnisse gezielt in die klinische Prüfung zu übertragen. Aufbauend auf der Expertise und dem Know-how der Partner wollen wir im HI-TRON Mainz das volle Potenzial der individualisierten Immuntherapie ausschöpfen.“

Mit dem Bau des HI-TRON Mainz auf unserem Campus gehen wir einen wichtigen Schritt: So können die Wissenschaftler:innen, die bislang auf mehrere Standorte verteilt sind, zukünftig unter einem Dach zusammenarbeiten – das stärkt den interdisziplinären Austausch und die Zusammenarbeit. Und die direkte Nähe zu unseren Kliniken und anderen Einrichtungen ist ideal, um die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung noch schneller zu den Patient:innen zu bringen“, unterstreicht Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz. Und ergänzt: „Ein Helmholtz-Institut vor Ort zu haben bietet beste Voraussetzungen, um herausragende Talente anzuziehen und exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden.“

Verbindende Architektur – auch zu anderen Forschungseinrichtungen

Am neuen Standort im Killianweg sind bereits das Paul-Klein-Zentrum für Immunintervention (PKZI) und das Neuroimaging Center (NIC) angesiedelt, die Klinisch-Theoretischen Institute (KTI) befinden sich in der Inbetriebnahme. „Mit dem HI-TRON als Baustein wird die neue interdisziplinäre Laborlandschaft der Universitätsmedizin Mainz weiter ausgestaltet“, sagt Marcus Fißan, Managing Director bei HENN Architekten. „Eine gläserne Brücke vernetzt die sechs einzelnen Baukörper. So schafft die Architektur Verbindung – zwischen Menschen, Disziplinen und Ideen – und fördert den Austausch als Grundlage für medizinische Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt.“

Da sich das HI-TRON Mainz personell weiterhin im Aufbau befindet, soll der Neubau mit seinen flexiblen Strukturen mehr Raumkapazitäten schaffen. Auf rund 2.300 m² bietet das fünfstöckige Gebäude eine Infrastruktur für Labore und Büros, die Forschung nach neusten Anforderungen ermöglicht. Auch die Interaktionskultur zwischen den Arbeitsgruppen unterschiedlicher Forschungsziele und Expertisen wird im neuen Gebäude gefördert: Aufenthaltsbereiche, Teeküchen und Besprechungsräume laden zu Gesprächen und Austausch ein.

Nachhaltigkeit im Fokus

Beim Bau des HI-TRON Mainz wird besonders auf Nachhaltigkeit geachtet - angestrebt ist eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) der Stufe Gold. Dieses Zertifikat bewertet den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht: von der Planung über die Nutzung bis zu einem späteren Rückbau. Dabei fließen nicht nur Aspekte des Bauens ein - wie z.B. die Verwendung von CO2- reduziertem Beton - sondern auch, wie das Gebäude genutzt und betrieben wird, beispielsweise mit einer ausgewogenen Energiebilanz oder die Barrierefreiheit. Die Fertigstellung des HI-TRON ist für das Jahr 2028 geplant.

 

HI-TRON Mainz - Eckdaten

Adresse: Killianweg, Campus Universitätsmedizin Mainz, Gebäude 308 D
Nutzung: Forschungsgebäude für translationale Onkologie und Krebsimmuntherapie
Nutzfläche: rd. 2.300 m²
Baubeginn: 2023
Voraussichtlicher Nutzungsbeginn: 2028
Architekt: HENN Architekten

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Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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