Nikotininhaler

Viele Raucher, die mit dem Rauchen aufhören wollen, vermissen die im Laufe vieler Jahre tausend Male ausgeführte und zur Gewohnheit gewordene Bewegung der Hand mit der Zigarette zum Mund.

Mit dem Nikotininhaler führt der Raucher eine sehr ähnliche Ersatzhandlung für das gewohnte Ritual aus, wodurch Unsicherheit und psychischer Druck abgemildert werden können.

Der Inhaler besteht aus einem Pfeifenspitzen ähnlichen Mundstück aus Plastik und hat insgesamt etwa die Länge einer ungerauchten Zigarette. In diese Hülle wird eine Patrone mit Nikotin in einem transparenten Röhrchen eingelegt, das an beiden Enden mit einer Aluminiumfolie versiegelt ist. In der Patrone befindet sich ein poröser Stopfen aus Polyethylen, der Nikotin und Menthol enthält. Durch verschrauben der beiden Teile des Inhalators wird die Patrone automatisch geöffnet. Die Wirkstoffe werden über das Mundstück aus der Patrone herausgesaugt, nicht wirklich inhaliert, so dass das freiwerdende Nikotin über die Mundschleimhaut resorbiert wird.

Eine Patrone entspricht ca. 4 Zigaretten. Je nach individuellem Tabakabhängigkeitsgrad soll die Anwendung immer erfolgen, wenn Verlangen oder andere Entzugssymptome auftreten. Bei vorherigem Rauchkonsum bis zu 30 Zigaretten pro Tag sollten demnach 6-10 Patronen am Tag zum Einsatz kommen. Ab einem Konsum von 31 Zigaretten pro Tag sind zwischen 10-16 Patronen am Tag einzusetzen. Die empfohlene Behandlungsdauer liegt bei ca. 3 Monaten. Danach soll eine schrittweise Reduktion über 6-8 Wochen erfolgen.

Bei einer Rauchreduktion mit anschließendem Rauchstopp sollte der Inhaler in der Phase zwischen dem Rauchen von Zigaretten angewendet werden, um rauchfreie Phasen zu verlängern. Sobald wie möglich sollte allerdings dann ein kompletter Rauchstopp erfolgen.

Als Nebenwirkungen werden sehr häufig Kopfschmerzen, Husten, Irritationen im Mund oder Halsbereich angegeben. Häufig treten Schwindel, gastrointestinale Beschwerden, Schluckauf, Übelkeit und Erbrechen auf.

Nach einem Myokardinfarkt oder Schlaganfall innerhalb der letzten 3 Monate, instabile oder sich verschlechternder Angina Pectoris, schweren Arrhythmien darf der Inhaler nicht angewendet werden. Anwendungsbeschränkungen bestehen zudem für Patienten mit schwerer arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)und Herzinsuffizienz.

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