Systematische Patientenbefragung

Die systematische Befragung von Patienten zu ihrem Tabakkonsum und die Dokumentation des Tabakkonsum vergrößert die Interventionsraten auf Seiten der Gesundheitsberufe - und damit auch die Abstinenzraten auf Seiten der Patienten. Wenn der Rauchstatus systematisch erfasst wird, führt dies zu einer Interventionsrate von 65,6%; wenn kein entsprechendes System zum Einsatz kommt beträgt die Rate 38,5%.

Eine kurze Ausstiegsberatung durch einen Arzt im Rahmen einer Routineuntersuchung ist eine effektive Methode, die nachweislich die langfristigen Abstinenzquoten um ca. 2% erhöht.

Auch die Ratschläge der verschiedenen nichtärztlichen Gesundheitsberufe im Sinne einer Kurzberatung wirken sich langfristig positiv auf die Abstinenzraten aus. Die besten Resultate werden erzielt, wenn sich verschiedene medizinische Berufsgruppen in der Kurzintervention engagieren.

Kurze Ausstiegsberatung als Routine in den Gesundheitsberufen

Jeder Raucher sollte von seinem behandelnden Arzt auf das Rauchen angesprochen werden und ein Angebot zur Unterstützung der Tabakentwöhnung erhalten.

Es wird zwischen einem "routinemäßigen Ratschlag für einen Rauchstopp" und einer im weiteren Sinne verhaltenstherapeutischen "Unterstützung von Ausstiegswilligen" unterschieden.
Im Fall des kurzen routinemäßigen Ratschlags für einen Rauchstopp ist vorrangiges Ziel, einen Rauchstoppversuch zu initiieren.
Dieser kurze Ratschlag für einen Rauchstopp sollte aus einer motivierenden Vermittlung der Ursachen und Hintergründe der Tabakabhängigkeit (Zusammenspiel körperlicher und psychologischer Komponenten) und Informationen über die Verbesserung des Gesundheitszustandes bestehen. Eine Intervention, die ausschließlich auf die schädlichen Auswirkungen des Rauchens zielt, ist nicht ausreichend. Der routinemäßige Ratschlag für einen Rauchstopp durch einen Mitarbeiter eines Gesundheitsberufes kann aus den unten angeführten 5 "A"s bestehen und sollte während allen routinemäßigen Kontakten zu Rauchern zur Anwendung kommen, unabhängig davon, ob diese um Unterstützung eines Rauchstopps gebeten haben. Dieser Ratschlag ist effektiv, weil er einen Rauchstoppversuch einleiten kann, und weniger deshalb, weil er die Erfolgssaussichten eines solchen Versuches erhöht.

Folgende, empfohlene Beratungsprozedur gründet auf den sogenannten 5 "A"s (Ask, Advice, Assess, Assist, Arrange):

  • Abfragen des Rauchstatus ("Ask"): Ziel: Feststellen der Rauchgewohnheiten bei allen Patienten und Konsultationen. Das Interesse an einer Entwöhnung kann durch eine offene Frage festgestellt werden wie "Haben Sie je versucht, aufzuhören?", eventuell gefolgt von einer weiteren Frage wie "Wären Sie eventuell daran interessiert, jetzt aufzuhören?". Die Reaktion des Patienten sollte aufgezeichnet und aktualisiert werden.
  • Anraten des Rauchverzichts ("Advise"): Ziel: Empfehlung eines Rauchstopps. Alle Raucher sollten über den Vorteil, das Rauchen aufzugeben, und über die gesundheitlichen Risiken des Weiterrauchens beraten werden. Die Ratschläge sollten nachdrücklich und unmissverständlich sein und sich direkt auf die Person beziehen.
  • Ansprechen der Aufhörmotivation (Assess): Ziel: Erkennen der Bereitschaft, unmittelbar einen Rauchstopp zu vereinbaren. Es sollte geklärt werden, ob der Raucher bei diesem Kontakt bereit ist, einen Termin für einen Rauchstopp zu vereinbaren. Wenn dies der Fall ist, sollten passende Hilfen angeboten werden (s. assist). Wenn nicht, kommen die Strategien zur motivierenden Intervention zum Einsatz (5 "R"s, s. u.).
  • Assistieren beim Rauchverzicht (Assist): Ziel: Aktive Unterstützung beim Rauchstoppversuch. Wenn der Patient das Rauchen aufgeben will, sollte aktiv Hilfe angeboten werden. Dazu gehört das Festlegen des Ausstiegsdatums, das Erstellen eines Ausstiegsplans, die Einbeziehung des sozialen Umfeldes und zusätzliche Hilfen wie Selbsthilfe-Broschüren. (s. Anhang Auswahl Materialien). Außerdem ist eine Weitervermittlung an ein Beratungstelefon zu empfehlen.
  • Arrangieren der Nachbetreuung (Arrange): Ziel: Vereinbarung von Nachfolgeterminen zur Rückfallprophylaxe.

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