Verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme

Über die Kurzintervention hinausgehende verhaltenstherapeutische Interventionen über mehrere Sitzungen (einzeln oder in Gruppen) haben sich in der Raucherentwöhnung als effektiv erwiesen.

Diese Verhaltenstherapeutischen Programme bestehen zumeist aus folgenden Komponenten:

  • Training von Bewältigungs- und Problemlösestrategien
  • Bereitstellung von psychosozialer Unterstützung im Rahmen der Raucherentwöhnung.
  • Anleitung zu Inanspruchnahme psychosozialer Unterstützung auch außerhalb der Raucherentwöhnung.

Effizienz von Entwöhnungsberatung

Es besteht eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen der Beratungsintensität und dem Entwöhnungserfolg - intensivere Maßnahmen sind effektiver.

Effiziente Formen der Beratung sind proaktive Beratung am Telefon, individuelle persönliche Beratung und Gruppenbehandlung.

Die Kombination aus biologischen und psychologischen Methoden hat sich bei der Intensivbehandlung bewährt. Eine Therapie sollte sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeit berücksichtigen und sowohl akut als auch langfristig wirksame Therapieelemente beinhalten.
Die Kombination medikamentöser und psychotherapeutischer Maßnahmen erbringt die höchste Effektivität.

Moderne Rückfalltheorien

Moderne Rückfalltheorien gehen von einem mehrschichtigen Modell von Abhängigkeit aus, was wiederum die Wichtigkeit einer ausgewogenen und mehrdimensionalen Tabakentwöhnungstherapie unterstreicht.

Rückfall bzw. die Unfähigkeit eines Rauchers zur Abstinenz wird diesem Modell entsprechend verstanden als Ergebnis

  • einer frustrierenden Auseinandersetzung des Rauchers mit individuellen Versuchungssituationen, an denen seine Abstinenz in der Vergangenheit wiederkehrend gescheitert ist,
  • sozialer Interaktionen, die ihn wiederkehrend zum weiterrauchen verführen oder verführt haben,
  • seiner momentanen biologischen Situation
  • und seiner innerpsychischen Situation inklusive der Entzugssymptomatik.

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