Was Sie als Arbeitnehmer für einen rauchfreien Arbeitsplatz tun können

  • Mit den Kollegen sprechen und in Erfahrung bringen, wer sich durchs Rauchen im Betrieb gestört fühlt..
  • Informationsmaterial zum Thema bestellen und verteilen an Kollegen, Vorgesetzte, Betriebsrat, Betriebsarzt, Personalabteilung und Geschäftsführung. Informationen über Broschüren finden Sie unter www.tabakkontrolle.de oder telefonisch.
  • Wenn sich unter den Kollegen keine Einigung erzielen lässt, ist ein Gespräch mit dem Vorgesetzten notwendig. Diesem sollte mithilfe der Informationsmaterialien deutlich gemacht werden, dass Nichtraucherschutz kein privates Anliegen ist, sondern eine gesetzliche Vorschrift, um Nichtraucher wirksam vor Gesundheitsschäden durch Tabakrauch zu schützen.
  • Auch ein Gespräch mit dem Betriebsrat kann hilfreich sein. Seine Aufgabe ist es, über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, wie auch des § 5 der Arbeitsstättenverordnung, zu wachen. Diese Überwachungspflicht sowie die Pflicht, sich aktiv für die Umsetzung einzusetzen, sind in § 80 und § 89 BetrVG verordnet.
  • Der Betriebsarzt kann bei der Umsetzung des Nichtraucherschutzes helfen. Ihm sind die Gefahren des Passivrauchens bekannt und er wird aus medizinischer Sicht die Dringlichkeit der Umsetzung der Arbeitsstättenverordnung vorantreiben.
  • Sollten all diese Maßnahmen keine Veränderung herbeiführen, bleiben noch die Möglichkeiten, die für die Region zuständige Arbeitsschutzbehörde oder das Gewerbeaufsichtsamt einzuschalten oder rechtliche Schritte einzuleiten. Die Adressen der Behörden stehen im Internet unter www.tabakkontrolle.de, rechts unter „Hotline: Rauchfrei am Arbeitsplatz“.

Was Sie als Arbeitgeber für einen rauchfreien Betrieb tun können

  • Der beste Weg, den gesetzlich vorgeschriebenen Nichtraucherschutz umzusetzen, ist ein ganzheitliches betriebliches Rauchverbot.
  • Wenn es im Unternehmen einen Betriebsrat gibt, muss dieser der Maßnahme zustimmen. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte der Nichtraucherschutz schriftlich in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden. Ist dies nicht realisierbar, sollte dennoch eine klare räumliche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern ermöglicht werden.
  • Raucherpausen können unter Kollegen zu Problemen führen. Daher sollte dieses Thema mit allen Mitarbeitern diskutiert und eine Regelung schriftlich formuliert werden.
  • Nichtraucher können zum Beispiel durch Apfelpausen anstatt Rauchpausen belohnt werden.
  • Anreize zum Rauchstopp, zum Beispiel durch Belohnungen für eine gelungene Abstinenz, motivieren rauchende Mitarbeiter anstatt sie zu diskriminieren.
  • Informationsmaterial zum Thema rauchfrei am Arbeitsplatz, Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen etc. kann die Mitarbeiterinformation unterstützen.
  • Als weitere gesundheitsfördernde Maßnahme können Rauchausstiegskurse im Betrieb angeboten werden. Die Krankenkassen sind hierbei gerne behilflich.
  • Unterstützen Sie Ihre Arbeitnehmer bei der Teilnahme an externen Angeboten, z.B. durch Freistellung für den Besuch von Entwöhnungskursen!

Was Sie als Betriebsrat für rauchfreie Arbeitsplätze tun können

  • Laut §80 und §89 BetrVG ist es die Aufgabe des Betriebsrates, die Rauchfreiheit am Arbeitsplatz umzusetzen und zu überwachen.
  • Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:
  • – Bildung einer Projektgruppe.
  • – Ermittlung des Status Quo durch eine Umfrage unter allen Mitarbeitern.
  • – Die Festlegung gemeinschaftlich erarbeiteter Rauchregelungen für den Betrieb. Idealerweise wäre dies ein ganzheitliches betriebliches Rauchverbot. Das Ergebnis sollte in einer Betriebsvereinbarung festgehalten werden. Ist dies nicht realisierbar, muss dennoch eine klare räumliche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern ermöglicht werden.
  • Maßnahmen zur Tabakentwöhnung, zum Beispiel durch professionelle interne oder externe Kurs- und Beratungsangebote sollten angeboten werden.

Was Sie als Betriebsarzt für einen rauchfreien Betrieb tun können

  • Unterstützung des betrieblichen Nichtraucherschutzes und der Gesundheitsförderung durch Informationen zu den gesundheitlichen Schäden durch Passivrauchen und zu den Vorteilen des Nichtrauchens.
  • Motivierung der Raucher, einen Rauchstopp zu versuchen.
  • Identifizierung derjenigen, die zu einem Rauchstopp bereit sind.
  • Anbieten einer Rauchersprechstunde zur Beratung und, wenn möglich, Unterstützung bei der Umsetzung des Rauchstopps.
  • Anbieten medikamentöser Ausstiegshilfen.
  • Gewährleistung einer Nachsorge, um Rückfälle zu verhindern.
  • Bereitstellung von Fachinformationen und Publikationen zur Tabakentwöhnung, zu finden unter: www.tabakkontrolle.de, unter Tabakentwöhnung und unter Publikationen.

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