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Weltnichtrauchertag 2026 - Klare Mehrheit befürwortet standardisierte Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten

Zwei Zigarettenpackungen sind abgebildet. Links zeigt die Packung mit dem Text "Kinderen van rokers gaan zelf vaak roken" ein Kind mit einem Schnuller. Rechts ist eine andere Packung mit der Aufschrift "Brize Vincibar Twist" und weiteren Informationen über Nikotin.

64 Prozent der Befragten sprechen sich für die Einführung einer Einheitsverpackung für Tabakprodukte und E-Zigaretten aus. Das zeigt eine aktuelle bundesweite Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertags am 31. Mai. Verpackungen sind ein zentrales Marketinginstrument der Tabakindustrie. Unter dem diesjährigen Motto "Den Reiz entlarven - Nikotin- und Tabakabhängigkeit bekämpfen" rückt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Fokus gezielt darauf, wie die Tabak- und Nikotinindustrie bewusst Marketingstrategien einsetzt, um insbesondere Kinder und Jugendliche anzusprechen.

Eine Mehrheit der Befragten spricht sich dafür aus, die Werbewirkung der Verpackungen gezielt einzuschränken und der Strategie der Tabakindustrie entgegenzuwirken. In einer bundesweiten repräsentativen Befragung von rund 1.000 Personen ab 14 Jahren lag die Zustimmung zu standardisierten Verpackungen insgesamt bei 64 Prozent. Besonders hoch war sie mit 75 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen. Zwischen Rauchern (63 Prozent) und Nichtrauchern (64 Prozent) zeigten sich kaum Unterschiede.

Standardisierte Verpackungen wirken

Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten sind allgegenwärtige und mobile Werbeflächen, sichtbar für Raucher und Nichtraucherinnen. Das nutzt die Tabakindustrie, indem sie mit dem Design der Verpackung ein attraktives Image schafft, gesundheitliche Bedenken zerstreut und geringere Risiken suggeriert.

Um dieser gezielten Marketingstrategie gegenzusteuern, empfiehlt die WHO als Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets standardisierte Verpackungen: einheitliche Schrift, Farbe, Form und Material. Ziel ist es, die Attraktivität zu senken, irreführende Gestaltung zu verhindern, Warnhinweise stärker hervorzuheben und damit der Verpackung ihre Werbewirksamkeit zu nehmen. „Studien zeigen, einheitliche Verpackungen halten Nichtrauchende davon ab, mit dem Rauchen anzufangen und motivieren Rauchende zum Aufhören“, sagt Ute Mons, Leiterin der Abteilung Primäre Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am DKFZ.

Das DKFZ fordert mit dem zum Weltnichtrauchertag veröffentlichten Policy Brief die politischen Entscheidungsträger dazu auf, standardisierte Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten in Deutschland einzuführen. Mehrere europäische Länder, darunter auch direkte Nachbarn wie Frankreich, Belgien, Niederlande und Dänemark, haben dies bereits verwirklicht.

„Deutschland hat sich mit dem WHO-Rahmenübereinkommen zur Tabakkontrolle zu wirksamer Tabakprävention verpflichtet, setzt dies aber bislang nur zögerlich um“, so Mons. „Wir fordern daher die Bundesregierung auf, dem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen und mit der Einführung standardisierter Verpackungen eine einfache, kostengünstige und effektive Maßnahme zur Tabakprävention einzuführen.“ 

Die Publikation „Klare Mehrheit befürwortet standardisierte Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten“ kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

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Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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