Eine Mehrheit der Befragten spricht sich dafür aus, die Werbewirkung der Verpackungen gezielt einzuschränken und der Strategie der Tabakindustrie entgegenzuwirken. In einer bundesweiten repräsentativen Befragung von rund 1.000 Personen ab 14 Jahren lag die Zustimmung zu standardisierten Verpackungen insgesamt bei 64 Prozent. Besonders hoch war sie mit 75 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen. Zwischen Rauchern (63 Prozent) und Nichtrauchern (64 Prozent) zeigten sich kaum Unterschiede.
Standardisierte Verpackungen wirken
Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten sind allgegenwärtige und mobile Werbeflächen, sichtbar für Raucher und Nichtraucherinnen. Das nutzt die Tabakindustrie, indem sie mit dem Design der Verpackung ein attraktives Image schafft, gesundheitliche Bedenken zerstreut und geringere Risiken suggeriert.
Um dieser gezielten Marketingstrategie gegenzusteuern, empfiehlt die WHO als Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets standardisierte Verpackungen: einheitliche Schrift, Farbe, Form und Material. Ziel ist es, die Attraktivität zu senken, irreführende Gestaltung zu verhindern, Warnhinweise stärker hervorzuheben und damit der Verpackung ihre Werbewirksamkeit zu nehmen. „Studien zeigen, einheitliche Verpackungen halten Nichtrauchende davon ab, mit dem Rauchen anzufangen und motivieren Rauchende zum Aufhören“, sagt Ute Mons, Leiterin der Abteilung Primäre Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am DKFZ.
Das DKFZ fordert mit dem zum Weltnichtrauchertag veröffentlichten Policy Brief die politischen Entscheidungsträger dazu auf, standardisierte Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten in Deutschland einzuführen. Mehrere europäische Länder, darunter auch direkte Nachbarn wie Frankreich, Belgien, Niederlande und Dänemark, haben dies bereits verwirklicht.
„Deutschland hat sich mit dem WHO-Rahmenübereinkommen zur Tabakkontrolle zu wirksamer Tabakprävention verpflichtet, setzt dies aber bislang nur zögerlich um“, so Mons. „Wir fordern daher die Bundesregierung auf, dem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen und mit der Einführung standardisierter Verpackungen eine einfache, kostengünstige und effektive Maßnahme zur Tabakprävention einzuführen.“
Die Publikation „Klare Mehrheit befürwortet standardisierte Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten“ kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.