Immunmodulation bei Krebs

  • Immunologie, Infektion und Krebs
Martina Seiffert

Dr. Martina Seiffert

Abteilungsleiterin

Die Immunüberwachung spielt eine zentrale Rolle bei der Kontrolle von Krebsentstehung und -progression, doch viele Tumoren entgehen der Immunabwehr durch die Ausbildung einer immunsuppressiven Mikroumgebung. Wir erforschen die zellulären und molekularen Mechanismen des Immun-Escapes bei Krebs, mit besonderem Fokus auf T-Zell-Erschöpfung und die immunsuppressiven Funktionen myeloischer Zellen, um neue Ansätze zur Verbesserung von Immuntherapien gegen Krebs zu identifizieren.

Mikroskopische Aufnahme von Gewebe mit lebendigen Farben, die verschiedene Zelltypen darstellen. Zu sehen sind blaue, grüne und rote Strukturen, die eine komplexe Strukturierung zeigen. Ein zentraler Bereich ist dunkler gefärbt, während die Umgebung stark gefärbt ist.

Bild: Multiplex-Immunfluoreszenzaufnahme eines Gewebeschnitts einer Hirnmetastase, © Liesa-Marie Pilger, in collaboration with Sascha Dietrich, Düsseldorf

Die komplexe zelluläre und molekulare Zusammensetzung von Tumoren ist entscheidend für deren Pathobiologie. In früheren Arbeiten konnten wir bereits molekulare Mechanismen und Kandidatenmoleküle identifizieren, die für die krebsinduzierte Umgestaltung der Tumormikroumgebung und des Immunsystems verantwortlich sind.

Unsere aktuelle Forschung konzentriert sich auf eine detaillierte Charakterisierung von Immun- und Stromazellen in B-Zell-Lymphomen und Hirnmetastasen. Ziel ist es, neue pro-tumorigene und immunsuppressive Mechanismen aufzuklären sowie Kandidatengene und Signalwege zu identifizieren, die für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien relevant sein könnten. Darüber hinaus untersuchen wir neue prognostische und prädiktive Biomarker und analysieren Mechanismen der Therapieresistenz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der krebsassoziierten T-Zell-Erschöpfung, der immunsuppressiven Funktion myeloischer Zellen sowie den Mediatoren, die diese Phänotypen steuern. Aktuelle Projekte befassen sich insbesondere mit der Rolle von Interleukin-10 (IL-10), Interleukin-4-induced-1 (IL4I1) und Galectin-9.

Zur Untersuchung dieser Fragestellungen nutzen wir Einzelzell-Transkriptom-Analysen, spektrale Durchflusszytometrie sowie Proteomanalysen von primären Tumorgeweben und Blutzellen. Die räumliche Organisation der Tumormikroumgebung analysieren wir mittels Multiplex-Immunfluoreszenz-Färbungen und in-situ-Transkriptquantifizierung in Gewebeschnitten. Funktionelle Analysen und Behandlungsstudien führen wir sowohl in patientennahen Zellkultursystemen als auch in Mausmodellen durch, um die Relevanz identifizierter Kandidatengene und Signalwege zu validieren.

Unsere präklinischen Therapiestudien umfassen zudem die Optimierung von Behandlungsstrategien für die chronische lymphatische Leukämie (CLL) und das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) unter Einsatz von CAR-T-Zell-Produkten und bispezifischen Antikörpern.

Diese Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit akademischen und industriellen Partnern sowie im intensiven Austausch mit unseren klinischen Kolleginnen und Kollegen, um eine möglichst rasche Translation unserer Erkenntnisse in neue therapeutische Ansätze zu ermöglichen.

Team

  • Martina Seiffert

    Dr. Martina Seiffert

    Abteilungsleiterin

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    Dr. Nicolas Aubert

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    Yuliia Borysovych

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    Hannah Briesch

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    Covadonga Castellanos Gonzalez

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    Dr. Celia Dobano-Lopez

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    Diego Duarte Gareta

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    Annika Fitz

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    Alessia Flörchinger

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    Sibylle Ohl

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    Angelika Schermer

Ausgewählte Publikationen

2025 - Nat Commun, 16: 7271, 2025
2024 - Blood, 144(7): 784-789, 2024

CD20-targeting bispecific antibodies improve response to CD19-CAR T-cells in-vitro and CLL in-vivo models

2021 - Immunity, 54(12): 2825-2841, 2021

Interleukin-10 receptor signaling promotes the maintenance of a PD-1int TCF-1+ CD8+ T cell population that sustains anti-tumor immunity

2020 - Cell, 182(5): 1252-1270, 2020

IL4I1 is a metabolic immune checkpoint that activates the AHR and promotes tumor progression

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