Gerechtigkeit und Gleichheit im Gesundheitswesen
- Epidemiologie, Public Health, Prävention und Survivorship
Prof. Dr. Dr. Eva Winkler
Mit der Brückenabteilung "Gerechtigkeit und Gleichheit im Gesundheitswesen" unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. phil. Eva Winkler adressiert das Deutsche Krebsforschungszentrum ethische Fragen der Krebsforschung und -versorgung.
Bild: © CatLane
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Die Brückenabteilung verbindet die medizinethische Forschung des Instituts für Medizin- und Datenethik (IMDE) der Medizinischen Fakultät Heidelberg bzw. der Sektion für Translationale Medizinethik des NCT Heidelberg mit der onkologischen Grundlagen- und Translationsforschung des DKFZ. Als Brückenabteilung verstetigt sie eine Achse, die ethische Theoriebildung, klinische Onkologie und datenintensive Krebsforschung institutionell zusammenführt: Normative Analyse und empirische Sozialforschung finden dort statt, wo die untersuchten Praktiken selbst stattfinden.
Gerechter Zugang zum onkologischen Fortschritt
Inhaltlich steht die Frage im Zentrum, wie die Erträge des onkologischen Fortschritts gerecht verteilt werden. Das betrifft zunächst die Allokation knapper Ressourcen und die Begründungslasten hochpreisiger Krebstherapien: Welche Kriterien rechtfertigen Priorisierungsentscheidungen, wie ist der Nutzenbegriff bei marginalen Überlebensgewinnen zu fassen, und welche Rolle spielt die finanzielle Toxizität, die Betroffene und Angehörige auch in solidarisch finanzierten Systemen trifft? Damit verbunden ist die Analyse von Zugangsgerechtigkeit – etwa beim Zugang zu molekular stratifizierter Diagnostik, zu klinischen Studien und zu spezialisierten Versorgungsstrukturen, deren regionale und soziale Verteilung ungleich ist.
Daten- und KI-Ethik
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Ethik der Datennutzung und der digitalen Transformation der Krebsmedizin. Untersucht werden Einwilligungsmodelle für die Sekundärnutzung klinischer Routine- und Genomdaten, Governance-Strukturen für Datenteilung zwischen akademischen und privaten Akteuren sowie normative Anforderungen an KI-gestützte Entscheidungsunterstützung – vor allem Fragen der Erklärbarkeit, Verantwortungszuschreibung und einer neu zu bestimmenden Rolle ärztlicher Tätigkeit.
Selbstbestimmung in der Krebsmedizin
Ein dritter Schwerpunkt betrifft Entscheidungsfindung und Selbstbestimmung entlang des onkologischen Behandlungspfads: Aufklärungs- und Einwilligungsprozesse in der Präzisionsonkologie, der Umgang mit Zusatzbefunden, Entscheidungen an der Grenze zwischen kurativer und palliativer Zielsetzung sowie Entscheidungen am Lebensende. Ergänzt wird dies durch Forschung zur Ethik der Partizipation, die Patientinnen und Patienten nicht nur als Auskunftsgebende, sondern als Mitgestaltende von Forschungsagenden begreift.
Interdisziplinär und praxisorientiert
Methodisch arbeitet die Abteilung interdisziplinär – Philosophie, Sozialwissenschaften, Medizin, Lebenswissenschaften – und übersetzt ihre Ergebnisse in Handlungsempfehlungen und Policies für Klinik, Forschungsverbünde und Regulierung.
Team
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Prof. Dr. Dr. Eva Winkler
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