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Forschung und Behandlung für krebskranke Kinder unter einem Dach

Nr. 53 | 22.09.2022

In Heidelberg ist der Startschuss gefallen für ein Bauprojekt, das bundesweit einzigartige Voraussetzungen schafft, um Krebs bei Kindern zu erforschen und zu behandeln. Der 85 Millionen teure Neubau des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ) wird im Wesentlichen von der Dietmar Hopp Stiftung gGmbH und der ODWIN gGmbH von Gerda Tschira finanziert und umgesetzt. In Anwesenheit von Ministerpräsident Winfried Kretschmann fand am 22. September der erste Spatenstich statt.

Gemeinsame Pressemitteilung des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), der Dietmar Hopp Stiftung gGmbH, der ODWIN gGmbH, des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Heidelberg

Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg" (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD).

v.l.n.r.: Bernhard Eitel (Rektor der Universität Heidelberg), Katrin Erk (kaufm. Direktorin UKHD), Ingo Autenrieth (ärztl. Direktor UKHD), Eckart Würzner (Oberbürgermeister), Ursula Weyrich (kaufm. Vorstand DKFZ), Manfred Fuchs (Stifter), Theresia Bauer (Landesministerin Baden-Württemberg für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Stefan Pfister (Direktor KiTZ), Gerda Tschira (Stifterin), Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Dietmar Hopp (Stifter), Sarah Majorczyk (1. Vors. „BILD hilft e.V. - Ein Herz für Kinder“), Andreas Kulozik (Direktor KiTZ), Hanno Chef-Hendriks (Architekt, Heinle Wischer)
© U. Anspach/ Dietmar Hopp Stiftung

Unter einem Dach wird in dem Neubau vereint, was momentan noch auf sechs Gebäude im Neuenheimer Feld verteilt ist: Räume für Diagnostik und Behandlung von krebskranken Kindern und Jugendlichen sowie Einrichtungen für exzellente Forschung, deren vielversprechende Ergebnisse direkt in die Patientenbehandlung einfließen können. Das zukunftsweisende Zentrum entsteht neben der Kinder-, Frauen- und Hautklinik nahe dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Es wird auf einer Nutzfläche von rund 6.900 Quadratmetern 24 vollstationäre Betten, eine Ambulanz, eine Tagesklinik mit zwölf Betten und Forschungsflächen enthalten.

„Durch diesen innovativen Neubau werden in Baden-Württemberg einmal mehr neue Maßstäbe in international anerkannter Forschung und zugewandter Patientenversorgung gesetzt. Wir sind den Stiftern außerordentlich dankbar, dass sie die Voraussetzungen hierfür schaffen", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Das Land stellt den Baugrund zur Verfügung, um den Medizinstandort Heidelberg weiter zu stärken. Die Forschungsergebnisse würden nicht nur Kindern und Jugendlichen in der Umgebung helfen, sondern jungen Patientinnen und Patienten weltweit, so Kretschmann. „Mein Ziel ist es, Baden-Württemberg zu einem international führenden Gesundheitsstandort des 21. Jahrhunderts zu machen – und dabei spielt Heidelberg eine wichtige Rolle. Deshalb fließt vom Land auch sehr viel Geld in diesen Standort. Allein in das Heidelberger Universitätsklinikum haben wir in den letzten zehn Jahren eine hohe, dreistellige Millionensumme investiert."

Bauherrin des neuen KiTZ-Gebäudes ist die Hopp und ODWIN Projekte gGmbH, die von den größten Stiftern des Projekts eigens hierfür gegründet wurde. Die ODWIN gGmbH von Gerda Tschira und die Dietmar Hopp Stiftung gGmbH übernehmen den überwiegenden Teil der Baukosten in Höhe von 85 Millionen Euro. Weitere Unterstützer sind unter anderem BILD hilft e.V. Ein Herz für Kinder und der Mannheimer Unternehmer Dr. Manfred Fuchs.

Stifter Dietmar Hopp dankte dem Ministerpräsidenten für seine Unterstützung des Projekts und hob die gute Zusammenarbeit mit beteiligten Ministerien und Behörden hervor. Ihr sei es zu verdanken, dass der Spatenstich wie im Zeitplan vorgesehen stattfinde. „Ich freue mich, dass wir heute ein neues Kapitel in der Bekämpfung von Krebserkrankungen bei Kindern aufschlagen können. Mit dem Neubau entsteht ein bundesweit einmaliges Gebäude, das die besten Voraussetzungen für die Behandlung der jungen Patientinnen und Patienten bietet und exzellente Forschung ermöglicht, um ihre Heilungschancen zu erhöhen", so Dietmar Hopp.

Dem schloss sich auch Gerda Tschira an: „Es freut mich, dass den betroffenen Kindern bald sehr individuell geholfen werden kann." Die Stifterin wies auf den besonderen Charakter des Neubaus hin. Neben Forschung und Behandlung gehe es auch darum, für die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen. „Es ist wichtig, dass die kranken Kinder ihre Eltern und Geschwister als Stütze dabeihaben können, und zwar in sehr schönen, durchaus gemütlichen und gleichzeitig hoch modernen und medizinisch funktionalen Zimmern", unterstrich Gerda Tschira.

„Wir sind den Unterstützern sehr dankbar für ihr außerordentliches finanzielles Engagement", sagte Ursula Weyrich, Kaufmännischer Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Es ermöglicht uns, in Heidelberg gemeinsam eine Einrichtung aufzubauen, die sich an herausragenden internationalen Vorbildern orientiert. Hier werden exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Ärztinnen und Ärzte vom Universitätsklinikum Heidelberg und vom DKFZ Seite an Seite arbeiten. So wollen wir erreichen, dass Forschungsergebnisse rasch ihren Weg von der Laborbank ans Krankenbett finden – und Fragestellungen, die sich in der Klinik ergeben, direkt wieder in die Wissenschaft zurückgespiegelt werden können. Mit dem Neubau schaffen die Stifter ein Umfeld, in dem sich Patienten, Eltern und die Mitarbeitenden wohlfühlen werden", so Weyrich.

Professor Dr. Ingo Autenrieth, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), verwies auf die große Expertise in der Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen in Heidelberg: „Mit Gründung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen 2004 in Heidelberg hat das Universitätsklinikum zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe neue Maßstäbe in der Versorgung von Krebspatienten gesetzt." Immer öfter könne man inzwischen bei Krebserkrankung einen chronischen Verlauf erreichen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten steigern. „Und das, was sich bei der Versorgung von Erwachsenen bewährt hat, wird am KiTZ für Kinder mit Krebserkrankungen angewandt", so Autenrieth.

Warum das so wichtig ist, erklärte KiTZ-Direktor Professor Dr. Andreas Kulozik, Ärztlicher Direktor der Klinik für Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pulmologie des UKHD und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Pädiatrische Leukämie am DKFZ, stellvertretend für die drei Direktoren des KiTZ: „Rund 2.000 Kinder erhalten in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Krebs. Die Behandlung von Kindern mit Krebserkrankungen hat andere Anforderungen als bei Erwachsenen. Durch die enge Verbindung zwischen Forschung und Krankenversorgung im KiTZ können neue Therapien entstehen. Im Neubau werden wir beste Voraussetzungen haben, vielversprechende Forschungsansätze in der Patientenversorgung von der Diagnose über die Behandlung bis zur Nachsorge anzuwenden."

Ein Foto steht zum Download zur Verfügung unter:
https://www.kitz-heidelberg.de/fileadmin/media/kitz/news/2022/KiTZ-Spatentich-Sept22.jpg 

BU:
v.l.n.r.: Bernhard Eitel (Rektor der Universität Heidelberg), Katrin Erk (kaufm. Direktorin UKHD), Ingo Autenrieth (ärztl. Direktor UKHD), Eckart Würzner (Oberbürgermeister), Ursula Weyrich (kaufm. Vorstand DKFZ), Manfred Fuchs (Stifter), Theresia Bauer (Landesministerin Baden-Württemberg für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Stefan Pfister (Direktor KiTZ), Gerda Tschira (Stifterin), Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Dietmar Hopp (Stifter), Sarah Majorczyk (1. Vors. „BILD hilft e.V. - Ein Herz für Kinder"), Andreas Kulozik (Direktor KiTZ), Hanno Chef-Hendriks (Architekt, Heinle Wischer)

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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