Neuartige Immuntherapien und patientenzentrierte Forschung bei Hautkrebs
Jessica Hassel engagiert sich erfolgreich in der Entwicklung neuer Therapieansätze für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Hautkrebs sowie für eine patientenzentrierte Versorgung in der Dermatoonkologie. Ihre Schwerpunkte sind klinische Studien zum Einsatz innovativer Immuntherapien. So hat Hassel unter anderem dazu beitragen, Therapien mit „Krebsimpfstoffen“, die das Immunsystem im Kampf gegen den Hautkrebs unterstützen, oder mit dem bispezifischen Wirkstoff Tebentafusp zu entwickeln und zu prüfen. Tebentafusp kommt in der Behandlung bei Melanomen im Auge zum Einsatz. Es koppelt Tumorzellen mit bestimmten Immunzellen, die daraufhin die Krebszellen zerstören. Die Dermatologin etablierte zudem neue „Liquid Biopsy“-Methoden, bei denen bestimmte Krebsmarker im Blut gemessen werden, um den Therapieverlauf zu kontrollieren Ein besonderes Anliegen von Jessica Hassel ist es, Patientinnen und Patienten bei schwierigen medizinischen Entscheidungen mit entsprechend aufgearbeiteten Informationen zu unterstützen. Dazu entwickelte und prüfte sie Online-Entscheidungshilfen für Menschen mit fortgeschrittenem Hautkrebs. Das Angebot steht allen Betroffenen kostenfrei im Internet zur Verfügung.
Molekulare Klassifizierung von Hirntumoren verbessert Diagnostik und Therapie
Sowohl Felix Sahm als auch David Capper, ehemals Teamkollegen in der Abteilung Neuropathologie des UKHD und des DKFZ, wurden für ihre wegweisenden Beiträge zur molekularen Diagnostik von Hirntumoren ausgezeichnet. Ihre Arbeiten haben die Klassifizierung und Risikoabschätzung dieser Krebserkrankungen grundlegend verändert und bilden heute die Basis für moderne, zielgerichtete Therapiekonzepte. Während sich David Capper mit molekularen Analysen bei Gliomen und weiteren Tumoren des Zentralen Nervensystems befasst, ist Felix Sahm auf Meningeome, Tumoren der Hirnhaut, spezialisiert. Mithilfe neuer molekularer Analysemethoden in Kombination mit Maschinellem Lernen identifizierte er zahlreiche neue Untergruppen der Meningeome. Damit ist eine präzisere Einteilung als allein anhand der histologischen Gewebebeurteilung möglich – die Voraussetzung für angepasste Therapieansätze. Die Erkenntnisse haben Eingang in internationale Leitlinien gefunden.
Felix Sahm entwickelte zudem eine kombinierte Analyse molekularer Marker von Tumor- und Immunzellen für eine präzisere Risikoabschätzung. In Vorarbeiten zeigte er mit seinem Team, dass nicht nur die molekularen Eigenschaften der Tumorzellen, sondern auch der Immunzellen, die in das Tumorgewebe eingewandert sind, maßgeblich das molekulare Tumorprofil prägen – und Aufschluss über die Prognose geben. Die von ihm entwickelten Methoden der beschleunigten Datenerhebung eröffnen zudem Wege für eine intra-operative Klassifikation.
Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg
* Im Deutschen Zentrum für translationale Krebsforschung (DKTK) verbindet sich das DKFZ in Heidelberg als Kernzentrum langfristig mit onkologisch besonders ausgewiesenen universitären Partnerstandorten in Deutschland.