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Verleihung des Leibniz-Preis 2019 an Hans Reimer Rodewald

Nr. 18c | 14.03.2019

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlieh am 13. März in der Akademie der Wissenschaften in Berlin die Gottfried Wilhelm Leibniz-Preise 2019. Hans-Reimer Rodewald vom DKFZ ist einer von insgesamt zehn in diesem Jahr ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ein Preisgeld von je 2,5 Millionen Euro erhalten.

Preisträger Hans-Reimer Rodewald (r.) und Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft bei der Preisübergabe in der Akademie der Wissenschaften in Berlin.
© DFG/David Ausserhofer

Peter Strohschneider, Präsident der DFG, betonte in seiner Laudatio, dass die methodischen Innovationen aus dem Labor von Hans-Reimer Rodewald wirkmächtig für Fortschritte in Gebieten weit über sein eigenes Forschungsfeld hinaus seien. Mit seinen kontinuierlich herausragenden wissenschaftlichen Spitzenleistungen sei Rodewald seit vielen Jahren einer der führenden Immunologen weltweit

Weiterhin führte Strohschneider aus, dass Rodewalds Forschung ein überraschendes Verständnis für die Entstehung von Blutkrebs geliefert und den beeindruckenden Nachweis erbracht habe, wie biologische Grundlagenforschung zur Erklärung der Leukämieentstehung beitragen kann.

Forscher hatten über Dekaden angenommen, die T-Zellentwicklung im Thymus, einem lymphatischen Organ, hänge von einer ständigen Zufuhr an Vorläuferzellen ab. Rodewald widerlegte dieses Dogma experimentell, und bewies damit die Autonomie des Thymus bei der Blutbildung. Außerdem hat Rodewald mit seinen Untersuchungen über die Entwicklung immunologischer Zellen und Organe wesentlich zum Verständnis der Blutbildung beigetragen. Er entdeckte darüber hinaus den lange gesuchten Vorläufer der Mastzellen

Seit 2010 ist Hans-Reimer Rodewald Leiter der Abteilung für Zelluläre Immunologie am DKFZ. Er studierte Tiermedizin in Hannover und fertigte 1988 seine Promotion am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg an. Nach Aufenthalten am Massachusetts Institute of Technology in Boston, der Harvard Medical School und dem Basel Institut für Immunologie wurde Rodewald 1999 Professor an der Universität Ulm; von dort wechselte er auf seine jetzige Position. 2016 erhielt er den Preis der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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