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DKFZ vergibt Forschungspreise

Nr. 05 | 30.01.2019 | von Koh

Immer um die Jahreswende verleiht das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) eine Reihe von Forschungspreisen. Sie wurden von Mäzenen gestiftet und von Menschen, die in der Familie von einer Krebserkrankung betroffen waren. Die Stifter wollen mit den Preisen außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen junger Forscherinnen und Forscher würdigen und die Krebsforschung voranbringen.

v. l. n. r.: Kristian Pajtler, Richtzenhain-Preisträger 2018, Julia Butt, ausgezeichnet mit dem Nicola Werner Preis 2018, und Michael Baumann, Vorstandvorsitzender des DKFZ
© Uwe Anspach, DKFZ

Den in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotierten Richtzenhain Preis 2018 erhielt Dr. Kristian Pajtler, Forschungsgruppenleiter im DKFZ sowie im Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Zentrum von Pajtlers Forschung stehen die Ependymome. Diese bösartigen Tumoren können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen im zentralen Nervensystem auftreten. Auf der Basis der Methylierung des Erbguts dieser molekular sehr heterogenen Tumoren konnte Pajtler die Krebsart in verschiedene Subgruppen unterteilen. Diese Gruppen weichen auch in ihrem klinischen Verhalten voneinander ab und haben teilweise bereits Eingang gefunden in die WHO-Klassifikation von Tumoren des zentralen Nervensystems. Die Einteilung ermöglicht den Ärzten, für den einzelnen Patienten den Verlauf der Erkrankung besser vorhersagen und zukünftige klinische Studien präziser planen zu können, um Therapien speziell an das individuelle Risikoprofil des Patienten anzupassen.

Den Richtzenhain-Preis, der durch die Stiftung des Neurologen Walther Richtzenhain und seiner Frau Christine über das DKFZ verliehen wird, erhalten jährlich abwechselnd Doktoranden in Heidelberger Forschungsinstituten bzw., wie in diesem Jahr, Wissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik für Arbeiten auf dem Gebiet der translationalen Krebsforschung. Die translationale Krebsforschung hat das Ziel, erfolgreiche Arbeiten aus dem Labor in die Klinik zu übertragen.

v. l. n. r.: Michael Baumann, Vorstandvorsitzender des DKFZ, Christian Richter, Träger des Dr. Emil-Salzer-Preis 2018, Mechthild Krause, Direktorin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden
© Ina Starke, Universitätsklinikum Dresden

Mit dem Dr. Emil-Salzer Preis 2018 wurde Dr. Christian Richter, Forschungsgruppenleiter am Institut für Radioonkologie – OncoRay des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), ausgezeichnet. Richter will mit seiner Forschung die Präzision der Partikel-Strahlentherapie verbessern sowie die Reichweite der Protonen besser vorhersagen und diese Fortschritte auch in die klinische Anwendung übertragen. Bereits zwei der von Richter entwickelten Technologien konnten weltweit erstmalig in der Patientenbehandlung eingesetzt werden: die Zwei-Spektren-Computertomographie zur genaueren Reichweiteberechnung und die Prompt-Gamma-Imaging-Schlitzkamera, mit der sich die Reichweite des Protonenstrahls im Patienten unmittelbar messen lässt.

Das DKFZ verleiht den derzeit mit 5.000 Euro dotierten Dr. Emil-Salzer-Preis im Auftrag des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Er wurde vom Reutlinger Arzt und Wissenschaftler Dr. Emil Salzer gestiftet. Seinen Nachlass überließ er dem Land mit der Auflage, die Erträge zur Förderung der Krebsforschung einzusetzen.

Dr. Julia Butt aus der Forschungsgruppe Infektionen und Krebs-Epidemiologie im DKFZ erhält den Nicola Werner Preis 2018. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ist nach der Künstlerin benannt, die im Jahr 2016 an einem HPV-bedingten Tumor verstarb. Sie setzte sich für die HPV-Forschung ein und wollte Präventionsmöglichkeiten wie die HPV-Impfung bekannter machen. Mit dem Preis sollen Nachwuchswissenschaftler des DKFZ mit einer herausragenden Dissertation oder Publikation auf dem Gebiet infektionsbedingter Tumoren ausgezeichnet werden.

Julia Butt erforscht die Rolle potentiell krebserregender Bakterien bei der Entstehung von Tumoren des Magen-Darmtraktes. So konnte sie unter anderem zeigen, dass Antikörper gegen ein bestimmtes Protein des „Magenbakteriums" Helicobacter pylori mit einem deutlich erhöhten Risiko für Darmkrebs assoziiert sind. Ganz besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang bei der afroamerikanischen Bevölkerung. Damit zeigt Julia Butt eindrücklich, dass Infektionen mit Helicobacter pylori – anders als bislang gedacht – nicht nur mit Magenkarzinom, sondern auch mit der Entstehung von Darmkrebs assoziiert sind. So weist sie potentiell neue Wege für die Darmkrebsprävention auf, von denen insbesondere Hochrisikogruppen profitieren könnten.

Bilder der Preisträger stehen zum Download zur Verfügung unter:

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/bilder/Richtzenhain.jpg 
BU: v. l. n. r.: Kristian Pajtler, Richtzenhain-Preisträger 2018, Julia Butt, ausgezeichnet mit dem Nicola Werner Preis 2018, und Michael Baumann, Vorstandvorsitzender des DKFZ
Quelle: Uwe Anspach, DKFZ

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/bilder/Preis_Richter.jpg 
BU: v. l. n. r.: Michael Baumann, Vorstandvorsitzender des DKFZ, Christian Richter, Träger des Dr. Emil-Salzer-Preis 2018, Mechthild Krause, Direktorin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden.
Quelle: Ina Starke, Universitätsklinikum Dresden

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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