Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stuttgarter Malerin stiftet Kunst für die Krebsforschung

Nr. 16a | 01.03.2018 | von nis

Die Stuttgarter Künstlerin Richild von Holtzbrinck stiftet dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) eine Serie von Ölgemälden und Zeichnungen, die sie unter dem Namen Richild Holt angefertigt hat. Die bewegenden Bilder haben einen sehr persönlichen Hintergrund: Sie zeigen die Malerin vor und nach ihrer Brustkrebsoperation. Am 28. Februar 2018 eröffnete Richild von Holtzbrinck gemeinsam mit den DKFZ-Vorständen, Prof. Michael Baumann und Prof. Josef Puchta, die dauerhaft im Deutschen Krebsforschungszentrum installierte Ausstellung „Metamorphose".

v. l. n. r. Prof. Michael Baumann, die Künstlerin Richild von Holtzbrinck, Prof. Josef Puchta und der Laudator Prof. Alexander Bosse
© Schuster/DKFZ

Die Laudatio auf die Künstlerin hielt Prof. Alexander Bosse, der Ärztliche Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Stuttgart.

Im August 1987 diagnostizierten Ärzte bei Richild von Holtzbrinck Krebs: In ihrer linken Brust wuchsen mehrere Tumoren, einer davon gehörte zu einem Typus, der dazu neigt, spiegelbildlich aufzutreten. Die niederschmetternde Prognose lautete, dass die Malerin vielleicht noch zwei Jahre zu leben hätte. Ein Fehlurteil, wie sich zeigte, denn trotz seiner Größe hatte der Krebs glücklicherweise keine Metastasen gebildet. Um das Risiko einer erneuten Brustkrebserkrankung zu minimieren, ließ die Künstlerin schließlich auch ihre rechte Brust chirurgisch entfernen. Wie sich ihr Körper durch die Krankheit verändert hat, hielt sie mit Pinsel und Farbe auf Leinwand fest. Die einzigartigen Selbstportraits, die sie als Malerin Richild Holt anfertigte, entstanden zwischen 1986 und 1990 und zeigen die Künstlerin vor und nach ihren Brustkrebsoperationen. Es sind beeindruckende Arbeiten, die keine Parallele auf dem Kunstmarkt haben.

Zusammen mit diesen Aktportraits stiftet die Künstlerin dem DKFZ Zeichnungen von Mitpatienten und Mitpatientinnen, die während ihres Aufenthalts in Kliniken entstanden sind. Da die Skulptur „Amazone", eine Bronzeplastik der französischen Künstlerin Frédérique Edy, in innerer Verwandtschaft zu den Gemälden steht, findet gleichzeitig auch sie eine neue Heimat in Heidelberg. Die Kunstwerke sind im Foyer des Vorstandsbereiches ausgestellt. Detaillierte Erläuterungen zu den Bildern finden sich in einem Katalog, der die Ausstellung begleitet.

„Wir sind Richild von Holtzbrinck außerordentlich dankbar für ihre großzügige Spende und die schöne und bewegende Werkgruppe, die wir dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen", sagt der Kaufmännische DKFZ-Vorstand Prof. Josef Puchta zur Ausstellungseröffnung. „Diese sehr berührende Kunst ermutigt uns im Deutschen Krebsforschungszentrum, weiterhin intensiv und beharrlich die Krebsforschung voranzubringen und mit allen Kräften daran zu arbeiten, dass Krebs noch besser behandelbar und heilbar wird", ergänzt Prof. Michael Baumann, der Wissenschaftliche Vorstand des DKFZ.

Selbstbildnis „So it feels“, Richild Holt, 1990; Öl auf Leinwand,45,5 cm x 60,5 cm
© Detlef Göckeritz, Fotografie/Medientechnik, Stuttgart

„Ich habe immer gemalt und gezeichnet, was mich bewegt hat, so auch diese autobiographischen Bilder, die zuerst im National Arts Club in New York, später im Nationalmuseum in Prag in einer Ausstellung zu zeigen ein Akt der Bewältigung war", erklärt die Künstlerin. Sie berichtet, dass die Gemälde auch ihrem Mann, ihren Kindern und anderen Brustkrebspatientinnen halfen, etwas zu begreifen, was nicht zu formulieren war: „Diese Bilder bannen den Schrecken, der einem durch diese Krankheit widerfährt, indem sie ihn sichtbar und fassbarer machen. Ich weiß, dass sie dadurch, so schlimm sie auch sind, Hoffnung erzeugen und Mut machen können. Das ist auch der Grund, warum ich sehr froh bin, dass diese Bilder nun an einen Ort kommen, an dem sie richtig sind."

Richild von Holtzbrinck hat zahlreiche Portraits gemalt, darunter auch von berühmten Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt, Karl Schiller, den Schriftsteller und Filmemacher Horst Stern oder Jerusalems berühmten Bürgermeister Teddy Kollek. Ihre Werke hat sie in vielen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert, unter anderem in den USA, Jerusalem, Paris, Wien, Lienz, Zürich, Basel und Prag. In Fachkreisen gilt die akademisch ausgebildete Malerin als Nachfolgerin der 1984 verstorbenen US-amerikanischen Künstlerin Alice Neel, deren Stil oft als „psychologischer Realismus" beschrieben wird. Richild von Holtzbrincks Werke finden sich in namhaften europäischen und amerikanischen öffentlichen und privaten Sammlungen sowie im „Museum of women in the arts" in Washington D.C., USA.

Bilder zur Mitteilung stehen zum Download zur Verfügung:
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/RvH-Ausstellung.jpg

BU: v. l. n. r. Prof. Michael Baumann, die Künstlerin Richild von Holtzbrinck, Prof. Josef Puchta und der Laudator Prof. Alexander Bosse
Quelle: Schuster/DKFZ

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Richild_von_Holtzbrinck_Selbstportrait.jpg

BU: Selbstbildnis „So it feels", Richild Holt, 1990; Öl auf Leinwand,45,5 cm x 60,5 cm
Quelle: Detlef Göckeritz, Fotografie/Medientechnik, Stuttgart

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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