Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

DFG fördert Erforschung von Leberkrebs mit rund 11 Millionen Euro

Nr. 28c2 | 30.05.2017

Mit vereinten Kräften wollen Forscher aus Heidelberg (Universität Heidelberg, Deutsches Krebsforschungszentrum), Tübingen und Hannover besser verstehen, wie Leberkrebs entsteht, und Therapien gegen die bösartige Krankheit weiterentwickeln.

Leberkrebs (links) und gesunde Leber (rechts)
© Heikenwälder/DKFZ

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den neuen Transregio-Sonderforschungsbereich 209 "Leberkrebs - neue mechanistische und therapeutische Konzepte in einem soliden Tumormodell" für zunächst vier Jahre mit rund 11 Millionen Euro.

Neben Forschern der Medizinischen Fakultät Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DFKZ) sind Wissenschaftler der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Medizinischen Hochschule Hannover an dem Konsortium beteiligt. "Wir freuen uns sehr über die positive Entscheidung der DFG, unseren Forschungsverbund zu fördern, da wir uns wegweisende Ergebnisse zur Therapie erhoffen. Mit den drei Standorten haben sich langjährige Forschungspartner und Einrichtungen zusammengetan, deren Kooperation auch in der Vergangenheit fruchtbare Ergebnisse erbracht hat", sagt Peter Schirmacher, Sprecher des SFB/Transregio und Ärztlicher Direktor des Pathologischen Instituts der Medizinischen Fakultät Heidelberg.

„Der Transregio-Sonderforschungsbereich 209 ermöglicht eine noch intensivere Zusammenarbeit von hervorragenden Leberkrebsforschern an den drei Standorten Heidelberg, Tübingen und Hannover. Das wird in der Zukunft die Rolle Heidelbergs in der Leberforschung weiter stärken", sagt Mathias Heikenwälder, Abteilungsleiter im DKFZ und Leiter eines Teilprojektes innerhalb des Transregio-Sonderforschungsbereich 209. Neben Heikenwälder sind aus dem DKFZ außerdem Peter Angel, Hellmut Augustin, Darjus Tschaharganeh und Ralf Bartenschlager am neuen SFB beteiligt.

Leberkrebs - ein Krankheitsbild, viele Ursachen

Leberkrebs ist weltweit die fünfthäufigste bösartige Tumorerkrankung und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache mit einer steigenden Anzahl von Neuerkrankungen pro Einwohner und Jahr und daher von großer medizinischer Bedeutung. Es gibt verschiedene bösartige Tumoren der Leber, die überwiegend eine direkte Folge einer langjährigen, chronischen Lebererkrankung sind.

"Viele allgemeine Krebsursachen sind besonders auch für die Entstehung von Leberkrebs relevant, wie beispielsweise chronische Virusinfektionen (Hepatitis B und C), Übergewicht/Metabolisches Syndrom und Belastungen durch Alkohol und andere Toxine. Wir können also aus Entstehung und Verlauf von Leberkrebs grundlegende Erkenntnisse für viele Krebserkrankungen gewinnen", fasst Schirmacher zusammen. Gleichzeitig ermöglichen es heute neue Modellsysteme, die Ursachen, Mechanismen und Therapiemöglichkeiten viel präziser zu untersuchen und hierdurch die Diagnose und Behandlung von Leberkrebs entscheidend zu verbessern.

Drei Standorte, 18 Projekte - und viele offene Fragen zum Thema Leberkrebs

Die Wissenschaftler verfolgen in insgesamt 18 Projekten im transregionalen SFB drei Themenbereiche.

  1. Der erste Forschungsbereich untersucht die Mechanismen der beiden wichtigsten Ursachen für Leberkrebs: chronische Entzündungsreaktionen in Folge einer Infektion mit Hepatitis C oder aber in Verbindung mit einer nicht-alkoholischen Fettleber (Steatohepatitis).
  2. Der zweite Schwerpunkt beschäftigt sich mit den molekularen Grundlagen der Wechselwirkung zwischen der Tumorzelle und ihrer Umgebung: z. B. mit der Anpassungsfähigkeit von Tumoren an unterschiedliche Umweltbedingungen und dem Zusammenspiel von Tumorzellen mit dem umgebenden Bindegewebe.
  3. Der dritte Forschungsbereich möchte vielversprechende Therapieansätze schneller zur klinischen Anwendung bringen. Hier stehen z. B. bestimmte zelluläre Signalwege, epigenetische Steuerungsmechanismen sowie immunologische Strategien im Fokus des Interesses.

Die Forschungsdaten, Gewebeproben sowie Zell- und Mausmodelle werden in einem zentralen "Teilprojekt Informationsinfrastruktur" zusammengefasst und stehen dem Verbund für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung.

"Der SFB/Transregio 209 integriert mit seinen international führenden Forschern auf dem Gebiet Leberkrebs in einmaliger Weise Wissen und Erfahrung, um relevante Fragen mit besten Erfolgsaussichten anzugehen", so Peter Schirmacher.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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