Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

DKFZ-Ausgründung mit 40 Millionen Euro gefördert

Nr. 41 | 29.09.2016 | von Koh

Die von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum gegründete iOmx Therapeutics AG entwickelt neue Wirkstoffe gegen Krebs. Das Start-up Unternehmen ist spezialisiert auf Medikamente, die verhindern sollen, dass der Krebs dem körpereigenen Immunsystem entkommt. Das Konzept überzeugte ein Konsortium von Life-Science-Investoren, das die Forschung des jungen Unternehmens nun mit 40 Millionen Euro finanziert.

Krebs bremst häufig das körpereigene Abwehrsystem aus (hier eine dendritische Zelle umgeben von T-Zellen).
© Markus Feuerer, Dieter Schröter, DKFZ

Viele Krebserkrankungen entkommen dem körpereigenen Immunsystem, indem sie die Abwehrzellen ausbremsen. Dazu ist ein Kontakt zwischen Molekülen auf den Oberflächen der Tumor- und der Killerzellen entscheidend. Eine vielversprechende Gruppe neuer Krebsmedikamente, die so genannten Checkpoint-Inhibitoren, blockiert diesen Kontakt und macht so die Tumoren angreifbar durch das Immunsystem.

Die bisher verfügbaren Medikamente dieser Klasse richten sich gegen einige wenige solcher „Immunbremsen". Wissenschaftler vermuten aber, dass es auf Krebszellen noch zahlreiche weitere Proteine gibt, die das Immunsystem hemmen können.

Die Tumorimmunologen Nisit Khandelwal und Philipp Beckhove, Mitgründer des Biotech-Start-ups iOmx Therapeutics AG, hatten im DKFZ ein genetisches Hochdurchsatz-Screening entwickelt, um solche immunmodulatorischen Proteine eines individuellen Tumors zu finden. Mit ihrem Verfahren konnten sie sogleich einige neue Faktoren identifizieren, die am Kontakt zwischen Krebs- und Tumorzellen beteiligt sind und die nun als mögliche Zielstrukturen geprüft werden – als „Immuntherapeutika der 2. Generation".

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die gesamte Technologie, die mit diesem Screeningverfahren verbunden ist, exklusiv an die iOmx Therapeutics AG auslizenziert. Damit steht dem Unternehmen eine Technologieplattform für die Suche nach zielgerichteten Immuntherapeutika zur Verfügung.

„Für ein junges Unternehmen im Life Science-Bereich ist eine Förderung in dieser Höhe eine wirkliche Auszeichnung", sagt Ruth Herzog, die Leiterin des Technologietransfers im DKFZ. „Und wir freuen uns natürlich auch, dass geistiges Eigentum aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum bei internationalen Investoren eine solche Anerkennung findet."

Philipp Beckhove hat mittlerweile den Lehrstuhl für Interventionelle Immunologie und die Leitung des Regensburger Zentrums für Interventionelle Immunologie an der Universität Regensburg übernommen, Nisit Khandelwal unterstützt als Forschungsleiter die Entwicklung der iOmx AG.

Ein Bild zur Pressemitteilung steht zum Download zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2016/bilder/Dendritische_Zelle.jpg

Bildquelle: Markus Feuerer, Dieter Schröter, DKFZ
BU: Krebs bremst häufig das körpereigene Abwehrsystem aus (hier eine dendritische Zelle umgeben von T-Zellen).

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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