Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Die Onkologie der Zukunft

Internationaler Workshop im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg

Nr. 53 | 17.11.2015 | von Koh

Am 16. und 17. November 2015 findet am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg der internationale Workshop „Innovations in Oncology“ statt. Experten aus aller Welt diskutieren zu den Schwerpunktthemen familiäre Krebsrisiken, Immuntherapien sowie Big Data in der Krebsgenomanalyse. Das Netzwerk gegen Darmkrebs veranstaltet die Tagung gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Felix Burda Stiftung.

© dkfz.de

„Die drei Schwerpunktthemen unserer Tagung befruchten sich mit ihren Ergebnissen gegenseitig“, erklärt Christof von Kalle, geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg und Leiter der Abteilung Translationale Onkologie NCT/DKFZ. „Wir erhoffen uns daher wichtige Anregungen von den Kollegen der anderen Disziplinen“, sagt von Kalle und nennt gleich ein Beispiel: „Bereits heute nutzen wir die Ergebnisse der Krebsgenom-Analyse, um besser vorherzusagen, welche Patienten von einer Immuntherapie besonders profitieren können.“

Bei etwa einem Drittel aller Krebserkrankungen spielen familiäre Risiken eine Rolle – Grund genug, dieses Thema zu einem Schwerpunkt der Tagung zu machen. „Jedes Jahr erhalten allein in Deutschland etwa 20.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs, die mindestens einen direkten Verwandten haben, der ebenfalls an Darmkrebs erkrankt ist. Die Erkrankten geben automatisch ein erhöhtes Risiko an ihre direkten Verwandten weiter“, sagt Christa Maar, Vorstand der Felix-Burda-Stiftung und Präsidentin des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V..

Die gesetzliche Darmkrebsfrüherkennung setzt erst ab dem Alter von 50 Jahren ein. In diesem Alter sind aber viele Menschen, die ein familiär erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben, bereits unheilbar erkrankt. „Menschen mit familiären Darmkrebsrisiko müssen daher dringend früher mit der Vorsorge beginnen, spätestens mit 40 bis 45 Jahren“, formuliert Christa Maar ihr zentrales Anliegen.

Nachdem beim ersten Innovationsworkshop 2014 ausschließlich Darmkrebs im Fokus stand, widmet sich die diesjährige Konferenz auch weiteren Krebsarten wie Brustkrebs, Leukämie und Gehirntumoren. Denn zunehmend steht weniger die Krebslokalisation, als vielmehr das Krebsgenom im Zentrum der Forschung. So lassen sich genetisch ähnliche Tumorarten, die sich aber an unterschiedlichen Entstehungsorten befinden, mit denselben Therapien behandeln.

Ein weiteres Ziel der Tagung ist es, die verschiedenen Akteure aus Forschung, pharmazeutischer Industrie und Gesundheitswesen miteinander ins Gespräch zu bringen. Dazu stehen zwei von den renommierten Wissenschaftsjournalisten Christina Berndt (Süddeutsche Zeitung) und Joachim Müller-Jung (Frankfurter Allgemeine Zeitung) moderierte Podiumsdiskussionen auf dem Programm.

Die Pressemappe zur Konferenz “Innovations in Oncology“ steht zur Verfügung unter:
www.dkfz.de/de/presse/pressekonferenzen/download/Pressemappe_171115.pdf

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs. Gemeinsam mit Partnern aus den Universitätskliniken betreibt das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) an den Standorten Heidelberg und Dresden, in Heidelberg außerdem das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums an den NCT- und den DKTK-Standorten ist ein wichtiger Beitrag, um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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