Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ausgezeichnete Forschung: Mehr Sicherheit bei minimalinvasiven Eingriffen

Forschungskooperation zwischen UMM und DKFZ wichtiger Baustein des Forschungscampus M2OLIE

Nr. 61c | 16.12.2013

Privatdozent Dr. med Sönke Bartling, Oberarzt und Leiter des Geschäftsfelds "Translationale Medizin" am Institut für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (IKRN) der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ist zusammen mit zwei Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) für eine gemeinsame Forschungsarbeit mit dem Interventionspreis der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie ausgezeichnet worden.

PD Dr. Sönke Bartling bei der Verleihung des Preises durch Professor Dr. Isabel Wanke. Im Hintergrund der Gegenstand der ausgezeichneten Forschung: Dreidimensionale Darstellung der Gefäße. Zu erkennen ist die Halsschlagader (rot) sowie der darin eingeführte Interventionskatheter (gelb). Mit dieser Darstellung ist es möglich, gezielter beispielsweise Seitenäste mit dem Katheter zu sondieren. Bild: UMM

Den mit 2.500 Euro dotierten Preis teilt sich PD Dr. Bartling mit Professor Dr. Marc Kachelrieß und Dr. sc. hum. Jan Kuntz aus der Abteilung „Medizinische Physik in der Radiologie“ des DKFZ. Die Fachgesellschaft würdigte eine Arbeit der drei Wissenschaftler aus dem Bereich der Grundlagenforschung in der radiologischen Interventionsführung auf ihrer Jahrestagung Mitte Oktober 2013 in Köln.

Das gemeinsame Forschungsprojekt von UMM und DKFZ ist Teil des an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg angesiedelten Forschungscampus M2OLIE. Ziel der Forschungskooperation ist es, minimal-invasive Eingriffe im Patienten, die mittels radiologischer Bildgebung sichtbar gemacht werden – wie Herzkatheter und Angiografien – durch eine dreidimensionale Bildgebung noch sicherer zu machen.

Bislang können Radiologen die Bewegung von Kathetern und Instrumenten bei solchen Interventionen nur zweidimensional verfolgen, auf der Basis der Information, die Röntgenbilder verfügbar machen. In der Zukunft sollen die Radiologen die räumlichen Verhältnisse im Körperinnern in Echtzeit im dreidimensionalen Raum erfassen können. Dies würde Interventionen sicherer, schneller und gezielter machen.

Dem stand lange Zeit die hohe Strahlendosis der dafür notwendigen Vielzahl von Röntgenaufnahmen entgegen. Um dieses Hindernis zu überwinden, bedienen sich die Wissenschaftler in Mannheim und Heidelberg einer neuen Technik der Informationsverarbeitung, die in ähnlicher Form genutzt wird um die riesigen Datenmengen ganzer CD-Sammlungen auf winzig kleinen mp3-Datenträgern unterzubringen – des sogenannten "Compressed sensing".

Das erfolgversprechende Projekt ist auf dem Weg in die klinische Anwendung. Profitieren werden als Erste Ärzte und Patienten im Rahmen des Forschungscampus M2OLIE, dessen Ziel die maßgeschneiderte Behandlung für Patienten mit Tumorerkrankungen ist. Von dort soll dieses Verfahren schnell Eingang in die klinische Routine finden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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