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Jugendschutz vor Lobbyinteresse: DKFZ fordert Erhalt des Verbots von Nikotinbeuteln

Bild einer Dose mit Nikotinbeuteln

Nikotinbeutel sind in Deutschland als Lebensmittel eingestuft und dürfen wegen ihres hohen Nikotingehalts nicht in Verkehr gebracht werden. Die Hersteller betreiben aktuell intensive Lobbyarbeit, um diese Produkte als Tabakprodukte zu kategorisieren, was ihnen einen neuen, legalen Markt eröffnen würde. Warum das bestehende Verbot eines suchterzeugenden Produkts im Sinne des Jugendschutzes und des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sinnvoll ist und erhalten bleiben sollte, erläutert eine aktuelle Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Frisch wie Kaugummi, unauffällig wie Bonbons, modern verpackt und anregend wie Zigaretten – das alles macht die kleinen, mit Aromen und Nikotin versetzten Beutel zu attraktiven Lifestyle-Produkten, auch für eine junge Kundschaft. Als wichtigste Gründe, Nikotinbeutel zu verwenden, nennen Jugendliche und junge Erwachsene neben der Neugier die Aromen und den diskreten Gebrauch. Rund sechs Prozent der Jugendlichen und 19 Prozent der jungen Erwachsenen haben in Deutschland schon einmal Nikotinbeutel ausprobiert.

Die Beutel enthalten teilweise sehr hohe Mengen an Nikotin, oft ohne geeignete Kennzeichnung auf der Verpackung. Dadurch bleiben die Konsumenten im Unklaren über den Nikotingehalt. Die Folgen: Überdosierung, Vergiftungserscheinungen und Unterschätzung des Risikopotenzials. Die Hersteller konzipieren diese Produkte so, dass sie ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben. Insbesondere für Jugendliche ist Nikotin hochproblematisch: Neben seiner Abhängigkeit erzeugenden Wirkung kann es Entwicklungsprozesse des jugendlichen Gehirns nachhaltig beeinflussen – mit langfristigen Folgen. 

„Das Verkaufsverbot für Nikotinbeutel in Deutschland dient dem Jugendschutz und dem vorbeugenden Gesundheitsschutz“, sagt Ute Mons vom DKFZ. „Es macht die Produkte weniger präsent und verhindert, dass die Hersteller sie als attraktive, trendige Lifestyle-Produkte an ein junges Publikum vermarkten.“ 

Daher üben die Hersteller hohen Druck auf die Politik aus, Nikotinbeutel als Tabakprodukte zu regulieren. Mit der Einstufung als Tabakprodukte soll ein legaler Markt eröffnet werden für ein Produkt, das ein junges Publikum anspricht. Junge Konsumenten sind die Kundschaft von morgen – insbesondere, wenn es sich um ein abhängig machendes Produkt handelt.

Um zu verhindern, dass Nikotinbeutel als vermeintlich harmlose und trendige Lifestyle-Produkte auf den Markt gelangen, fordert das DKFZ die politischen Entscheidungsträger auf, sich insbesondere zum Schutz der Jugend dem Lobbydruck der Hersteller zu widersetzen und das bestehende Verbot, Nikotinbeutel in den Verkehr zu bringen, aufrecht zu erhalten und rechtlich durchzusetzen.

Link zum Policy Brief „Jugendschutz vor Industrieinteressen“:
https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/PB_2026_Verkaufsverbot-f%C3%BCr-Nikotinbeutel-beibehalten.pdf

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Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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