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Lass mal checken: Nationale Krebspräventionswoche startet Informationsoffensive zur Krebsfrüherkennung

Das Bild zeigt den Schriftzug "Lass mal checken" auf einem gelben Hintergrund. Neben dem Text sind verschiedene medizinische Symbole in bunten Kästchen angeordnet, darunter Icons für Geschlechtsorgane, Lunge, Mikroskop und Gesundheitsformate.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 500.000 Personen an Krebs. Etwa ein Drittel davon betrifft Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebsgesellschaft starten daher mit der Nationalen Krebspräventionswoche 2026 (21. bis 27.9.) eine Früherkennungsoffensive am Arbeitsplatz. Unter dem Motto „Lass mal checken“ informieren die drei Organisationen über die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung und stellen Unternehmen kostenfrei Informationsmaterialien und Aktionsmodule für ihre Mitarbeitenden zur Verfügung. Angesichts der derzeitigen Diskussionen über Einsparungen im Gesundheitssystem appellieren sie auch an die Politik, die Früherkennung nicht zu beschneiden und sprechen sich dafür aus, Menschen gezielter anzusprechen, damit diese – entsprechend informiert – von den Angeboten profitieren können.

 

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG)

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützen die Nationale Krebspräventionswoche und weisen auf das Potenzial der Prävention und Früherkennung hin. Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt: „Jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Früherkennung und das Vermeiden von Risikofaktoren sind die zwei wichtigsten Säulen der Krebsprävention. Damit können wir erreichen, dass Krebs erst gar nicht entsteht oder früh genug entdeckt wird. Im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs liegt deshalb auch ein besonderer Schwerpunkt auf der Krebspräventionsforschung."

Dr. Carsten Linnemann, Bundesminister für Gesundheit, ruft zum Start der Krebspräventionswoche zur Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen auf: „Krebsvorsorge kann Leben retten. Sie hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor Beschwerden entstehen, und verbessert damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Nehmen Sie Ihre Vorsorgetermine wahr. Ihre Gesundheit ist es wert!“

Krebsfrüherkennung in Deutschland

Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen zu Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs. Starke Raucher*innen können sich zusätzlich seit diesem Jahr auf Lungenkrebs untersuchen lassen. 

Krebs früh entdecken – Krebssterblichkeit senken 

Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Heilungschancen. Außerdem können Tumoren im frühen Stadium meist schonender behandelt werden, was die Lebensqualität erhöht. Früherkennung kann somit Leben retten. So zeigt eine aktuelle Evaluation des Mammographie-Screenings, dass die Teilnahme deutlich zur Senkung der Brustkrebs-Sterblichkeit beiträgt. 

Bei einigen der Früherkennungs-Untersuchungen können zudem Krebsvorstufen entdeckt werden, so dass Krebs erst gar nicht entsteht. Dies gilt z.B. für das Gebärmutterhalskrebs-Screening und das Darmkrebs-Screening mittels Koloskopie, bei der oft Polypen entfernt werden, die sich später zu Darmkrebs entwickeln können. Die Deutsche Krebshilfe, das DKFZ und die DKG rufen daher dazu auf, sich über den Nutzen und die Risiken der Untersuchungen zu informieren.

Ausblick: Hürden abbauen, Zielgruppen erreichen, Weiterentwicklung als Ziel 

Trotz der Vorteile der Krebsfrüherkennung nehmen viele gesetzlich Versicherte nicht daran teil. Das Mammographie-Screening wird nur von etwa der Hälfte der berechtigen Frauen in Anspruch genommen, auch die beiden Angebote zur Darmkrebs-Früherkennung nehmen zusammengenommen weniger als 50 Prozent der Berechtigten wahr. Die Gründe sind vielfältig: zu wenig oder unverständliche Informationen, Ängste vor schlechten Untersuchungsergebnissen, lange Wartezeiten bei Fachärzt*innen. Zudem erreichen alle Angebote zur Krebsfrüherkennung hauptsächlich Menschen mit höherem Bildungsabschluss. 

Dr. Konstanze Blatt, Generalsekretärin der DKG, plädiert dafür, unnötige Hürden abzubauen: „Wir müssen verstärkt bevölkerungsnahe Angebote etablieren und die Menschen dort erreichen, wo sie Zeit verbringen, zum Beispiel an ihrem Arbeitsplatz. Bei der diesjährigen Krebspräventionswoche starten wir deshalb eine Informationsoffensive direkt in den Betrieben, um die Erwerbstätigen niedrigschwellig zu informieren“, sagt Blatt. Zudem lohne sich ein Blick auf andere EU-Länder, die den Zugang zur Krebsfrüherkennung vereinfachen: „In den Niederlanden wird Versicherten der immunologische Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung automatisch direkt nach Hause geschickt. Zudem besteht die Möglichkeit, den HPV-Test per Post zu erhalten und ihn selbst durchzuführen. Selbsttests zu Hause könnten als ergänzendes Angebot auch hierzulande die Teilnahmeraten an Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen erhöhen.“

„Die Effizienz jedes Früherkennungs-Programms steht und fällt mit der Beteiligung“, sagt Prof. Dr. Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ und ergänzt: „Da müssen wir besser werden. Und wir müssen die Richtigen erreichen, nicht nur diejenigen, die ohnehin schon gesundheitsbewusst leben. Wir empfehlen daher dringend, besonders gefährdete Menschen in Zukunft gezielter anzusprechen, damit sie von den Angeboten profitieren können.“

„Neben dem Appell, sich über die Krebsfrüherkennung zu informieren und deren Potenzial zu nutzen, müssen wir auch Verbesserungen und die Weiterentwicklung der jetzigen Früherkennungsangebote immer im Blick haben“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. „Künftige Strategien sollten sich nicht nur an Alter und Geschlecht, sondern stärker am individuellen Risiko eines Menschen ausrichten.“ Wie viele Menschen in Deutschland haben eine genetische Veranlagung für Krebs? Wie beeinflusst die Lebensweise das Risiko für einen Tumor? Und wie können diese individuellen Risiken bei den Krebsfrüherkennungsprogrammen der gesetzlichen Krankenversicherung einbezogen werden, um diese weiter zu verbessern? „Die Krebsfrüherkennung muss laufend weiter erforscht und die Programme vor allem adäquat evaluiert werden, um sie stärker individualisiert und risikoadaptiert auszurichten und zukünftig mehr Tumoren in einem frühen Stadium zu erkennen. Das kann auf lange Sicht Leben retten,“ sagt Nettekoven. 

Kampagne: „Lass mal checken“

Anlässlich der Nationalen Krebspräventionswoche 2026 vom 21. bis 27. September informieren die drei Organisationen mit der Kampagne „Lass mal checken“ über die gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und stellen Betrieben und Unternehmen kostenfrei Informations- und Aktionsmodule für ihre Mitarbeitenden zu diesem Thema bereit: www.krebspraeventionswoche.de 

Weiterführende Informationen zur Früherkennung

Krebs früh erkennen – aber wie? Ein wirksames Screening muss diejenigen erreichen, die besonders davon profitieren, unnötige Diagnostik vermeiden und mit begrenzten Ressourcen möglichst viel bewirken. Wir haben fünf Expertinnen und Experten zur Früherkennung in Deutschland befragt: Was funktioniert, was müssen wir besser machen? Dabei sind sich alle einig: gezielter statt nach dem Gießkannenprinzip, organisiert statt dem Zufall überlassen und niedrigschwellig statt kompliziert. Die Interviews sind frei zum Abdruck.

Lass mal checken | Nationale Krebspräventionswoche

Über die Nationale Krebspräventionswoche

Die Nationale Krebspräventionswoche ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Deutschen Krebsgesellschaft. Die drei Organisationen machen damit auf das große Potenzial der Prävention für die Krebsbekämpfung aufmerksam. Die Vision: Krebs soll gar nicht erst entstehen. Die Krebspräventionswoche findet jährlich im Monat September statt. Mehr unter: www.krebspraeventionswoche.de 

 

Unterstützende Verbände und teilnehmende Unternehmen der NKPW 2026                                                                                                        

  • Alstom Transportation Germany GmbH
  • Amgen GmbH
  • AUDI AG
  • Bayer AG
  • Beiersdorf AG
  • BKK Dachverband
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. 
  • FUCHS SE
  • HORNBACH Baumarkt AG
  • ONCOnnect

  • Stiftung Kinder forschen

  • Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V.
  • Viessmann Generations Group

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Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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