Nr. 22c

Hella Bühler-Preis für DKFZ-Forscherin Angelika Feldmann

Eine lächelnde Frau mit dunklen Haaren, die ein schwarzes Oberteil trägt.
Angelika Feldmann

Für ihre wegweisende Forschung zur Steuerung der Genaktivität erhält Angelika Feldmann den mit 100.000 Euro dotierten Hella Bühler-Preis 2026. Die von der Universität Heidelberg vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscherinnen und Forscher am Wissenschaftsstandort Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben.

Im Mittelpunkt von Angelika Feldmanns Forschung steht die Frage, wie bestimmte regulatorischen DNA-Sequenzen als Verstärker – englisch: Enhancer – wirken und Gene fälschlich aktivieren oder ihre Aktivität steigern. Dieser Mechanismus kann dazu beitragen, dass die „verstärkten“ Gene als Onkogene unkontrolliertes Zellwachstum auslösen. Angelika Feldmann leitet am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Nachwuchsgruppe „Mechanismen der Genomkontrolle“.  

Onkogene sind überaktivierte Versionen normaler Gene, die zu unkontrolliertem Wachstum der Zellen führen. Wie das sogenannte „Enhancer Hijacking“ diese Aktivierung in Gang setzt, ist Gegenstand der Forschung von Angelika Feldmann. Bei diesem Mechanismus binden Enhancer an bestimmte DNA-Regionen, die als Promoter den Start der Genaktivität steuern. Obwohl die Enhancer oft weit entfernt vom betreffenden Gen liegen, können sie durch Faltung und Schleifenbildung der DNA Kontakt mit dem Promoter aufnehmen. Bislang ist es unbekannt, ob und wann solche physischen Kontakte tatsächlich nötig sind, um Gene fälschlich zu aktivieren oder ihre Aktivität zu verstärken. 

Die Entstehung der übermäßigen transkriptionalen Aktivität von Onkogenen im Detail aufzuklären, ist Ziel von Feldmanns Projekts „Die Rolle von Promoter-Kontakten für die Enhancer-Funktion bei der Aktivierung von Entwicklungs- und Tumorgenen“. Dazu forscht die Wissenschaftlerin gemeinsam mit Prof. Dr. Daniel Niopek vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg. 

Angelika Feldmann studierte Molekulare Medizin an der Universität Freiburg und wurde 2014 am Friedrich Miescher Institut für Biomedizinische Forschung in Basel auf dem Gebiet der Genetik promoviert. Anschließend forschte sie an der Universität Oxford, ehe sie im Jahr 2021 als Leiterin einer Helmholtz-Nachwuchsgruppe an das Deutsche Krebsforschungszentrum wechselte. Für ihre Forschungsarbeiten erhielt die Wissenschaftlerin mehrfach Auszeichnungen und Förderungen, so 2023 einen ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC).Gefördert durch die ERC-Mittel untersucht Feldmann die molekularen Abläufe, die notwendig sind, damit während der Entwicklung eines Organismus alle Zellen zur richtigen Zeit die richtigen Gene ablesen können.

Der von der Heidelberger Zahnärztin Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftete Forschungspreis wendet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Heidelberg oder an junge Forscherinnen und Forscher, die der Ruperto Carola in wissenschaftlicher Kooperation verbunden sind. Die Auszeichnung soll die Preisträger in einer frühen Phase der Karriere dabei unterstützen, ihre bereits herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung fortzuführen und zu vertiefen. Er wird von der Universität vergeben und ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. Die Preisverleihung findet am 7. Mai 2026 statt.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Heidelberg

Kontaktieren Sie uns

Mitarbeiterbild

Pressekontakt

Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Formular

Formulardaten werden geladen ...