Im Mittelpunkt von Angelika Feldmanns Forschung steht die Frage, wie bestimmte regulatorischen DNA-Sequenzen als Verstärker – englisch: Enhancer – wirken und Gene fälschlich aktivieren oder ihre Aktivität steigern. Dieser Mechanismus kann dazu beitragen, dass die „verstärkten“ Gene als Onkogene unkontrolliertes Zellwachstum auslösen. Angelika Feldmann leitet am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Nachwuchsgruppe „Mechanismen der Genomkontrolle“.
Onkogene sind überaktivierte Versionen normaler Gene, die zu unkontrolliertem Wachstum der Zellen führen. Wie das sogenannte „Enhancer Hijacking“ diese Aktivierung in Gang setzt, ist Gegenstand der Forschung von Angelika Feldmann. Bei diesem Mechanismus binden Enhancer an bestimmte DNA-Regionen, die als Promoter den Start der Genaktivität steuern. Obwohl die Enhancer oft weit entfernt vom betreffenden Gen liegen, können sie durch Faltung und Schleifenbildung der DNA Kontakt mit dem Promoter aufnehmen. Bislang ist es unbekannt, ob und wann solche physischen Kontakte tatsächlich nötig sind, um Gene fälschlich zu aktivieren oder ihre Aktivität zu verstärken.
Die Entstehung der übermäßigen transkriptionalen Aktivität von Onkogenen im Detail aufzuklären, ist Ziel von Feldmanns Projekts „Die Rolle von Promoter-Kontakten für die Enhancer-Funktion bei der Aktivierung von Entwicklungs- und Tumorgenen“. Dazu forscht die Wissenschaftlerin gemeinsam mit Prof. Dr. Daniel Niopek vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg.
Angelika Feldmann studierte Molekulare Medizin an der Universität Freiburg und wurde 2014 am Friedrich Miescher Institut für Biomedizinische Forschung in Basel auf dem Gebiet der Genetik promoviert. Anschließend forschte sie an der Universität Oxford, ehe sie im Jahr 2021 als Leiterin einer Helmholtz-Nachwuchsgruppe an das Deutsche Krebsforschungszentrum wechselte. Für ihre Forschungsarbeiten erhielt die Wissenschaftlerin mehrfach Auszeichnungen und Förderungen, so 2023 einen ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC).Gefördert durch die ERC-Mittel untersucht Feldmann die molekularen Abläufe, die notwendig sind, damit während der Entwicklung eines Organismus alle Zellen zur richtigen Zeit die richtigen Gene ablesen können.
Der von der Heidelberger Zahnärztin Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftete Forschungspreis wendet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Heidelberg oder an junge Forscherinnen und Forscher, die der Ruperto Carola in wissenschaftlicher Kooperation verbunden sind. Die Auszeichnung soll die Preisträger in einer frühen Phase der Karriere dabei unterstützen, ihre bereits herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung fortzuführen und zu vertiefen. Er wird von der Universität vergeben und ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. Die Preisverleihung findet am 7. Mai 2026 statt.
Quelle: Pressemitteilung der Universität Heidelberg