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DKFZ Innovation Award und DKFZ-Patienten-Experten-Preis vergeben

Zwei Personen stehen nebeneinander, beide lächeln. Der Mann trägt einen dunklen Anzug und hält einen Pokal sowie Dokumente in der Hand. Die Frau trägt ein pinkes Kleid und hält ebenfalls Dokumente.

Der Förderverein „Freunde des Deutschen Krebsforschungszentrums“ unterstützt das DKFZ und möchte dazu beitragen, die Position im internationalen Wettbewerb zu stärken. Mit dem beim diesjährigen Jahresempfang vergebenen DKFZ Innovation Award zeichnet der Verein mit Helmut Salih einen Forscher aus, dessen innovative Arbeiten eine Brücke schlagen von der immunologischen Forschung zur Patientenversorgung. Ebenfalls verliehen wurde der DKFZ-Patienten-Experten-Preis, der dieses Jahr an Stephanie Houwaart geht für ihr langjähriges Engagement als Mitglied des Patientenbeirates Krebsforschung DKFZ/DKTK.

Die Jury hat den DKFZ Innovation Award in diesem Jahr Helmut Salih zuerkannt. Der Arzt und Immunologe ist Leiter der klinischen Kooperationseinheit Translationale Immunologie im DKTK* und Professor für Translationale Immunologie an der Universität Tübingen. Er erhält die Auszeichnung für seine herausragenden Beiträge zur Entwicklung neuer Krebsimmuntherapien. Sein Ziel ist es, das körpereigene Immunsystem so zu aktivieren, dass es Tumorzellen gezielt erkennt und zerstört – und vielversprechende Forschungsergebnisse möglichst schnell in die Behandlung von Patientinnen und Patienten zu überführen.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen neuartige bispezifische Antikörper. Diese Proteinstrukturen binden gleichzeitig an Tumorzellen und an T-Zellen, die wichtigsten Akteure des Abwehrsystems, und lösen so eine hochpräzise Immunreaktion gegen den Krebs aus. Salihs Arbeitsgruppe hat mehrere dieser Wirkstoffe entwickelt und bereits bis in klinische Studien gebracht – unter anderem gegen akute myeloische Leukämie, Prostatakrebs sowie weitere solide Tumoren. Darüber hinaus entwickelt Salih neue Antikörperformate, die nicht nur T-Zellen an den Tumor heranführen, sondern ihnen gleichzeitig ein zusätzliches Aktivierungssignal geben. Dadurch soll die Immunantwort stärker und zugleich zielgerichteter ausfallen. 

Ausgezeichnet wird Salih nicht nur für einzelne Wirkstoffentwicklungen, sondern für seinen konsequenten translationalen Ansatz: Er schlägt die Brücke zwischen Grundlagenforschung, Arzneimittelentwicklung und klinischer Anwendung. Er hat zahlreiche innovative Immuntherapeutika von der Laborentwicklung bis in klinische Studien geführt und damit gezeigt, dass auch akademische Einrichtungen erfolgreich neue Krebstherapeutika entwickeln können. 

Patente und Kooperationen mit Industriepartnern sorgen dafür, dass diese Innovationen möglichst schnell den Patienten zugute kommen. Auch zwei Ausgründungen, die Salih auf den Weg gebracht hat, unterstützen die Translation. Eines der beiden Unternehmen, die TWYCE GmbH, wurde von der „Bundesagentur für Sprunginnovation“ (Sprin-D) mit 45 Millionen Euro gefördert.  

Shalini Saxena, kaufmännische Vorständin (komm.) des DKFZ, sagte bei der Preisverleihung: „Helmut Salih verbindet Wissenschaft und Unternehmergeist: Mit wissenschaftlichem Weitblick und unternehmerischem Mut entwickelt er innovative Immuntherapeutika bis zur klinischen Prüfung und schafft die Voraussetzungen dafür, dass sie den Weg zur Marktreife finden können.“

Bereits zum dritten Mal wurde beim DKFZ-Jahresempfang der DKFZ-Patienten-Experten-Preis vergeben. Diese Auszeichnung soll Patientenvertreterinnen und -vertreter würdigen, die sich in herausragender Weise für die Krebsforschung in Deutschland eingesetzt haben. 

Der mit 5000 Euro dotierte Preis ging an Stephanie Houwaart vom Patientenbeirat Krebsforschung des DKFZ/DKTK für ihr langjähriges, vielfältiges und wegweisendes Engagement.

„In dieser Rolle bringt Stephanie Houwaart die Perspektive Betroffener in Forschungsstrategien und in translational-onkologische Vorhaben ein und trägt maßgeblich dazu bei, die Patientenbeteiligung sichtbar zu machen und strukturell zu verankern“, betonte Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, bei der Preisverleihung. 

Darüber hinaus gestaltet Stephanie Houwaart als Referentin für Gesundheitsforschung und Politik beim BRCA-Netzwerk e.V. seit Jahren die strategische Einbindung von Patientinnen und Patienten in Forschungsprojekte und gesundheitspolitische Prozesse. Sie engagierte sich außerdem unter anderem als Koordinatorin für Patienteninteressen bei der Deutschen Krebshilfe. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte umfassen partizipative Gesundheits- und Krebsforschung, Genommedizin, Survivorship, Lebensqualität sowie organisationale Gesundheitskompetenz.

* Das Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) ist eines der acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung und verbindet das DKFZ mit universitären Partnerstandorten in ganz Deutschland.

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Über das DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
  • Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
  • Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
  • DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
  • Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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