Nachwuchsgruppe

Tumorökosystem-Biologie

  • Zell- und Tumorbiologie
  • Nachwuchsgruppe
Eine Frau mit lockigem, dunklem Haar schaut direkt in die Kamera. Sie trägt ein schlichtes, grünes Oberteil und hat einen neutralen Ausdruck. Im Hintergrund sind unscharfe grüne Pflanzen zu sehen.

Dr. Chiara Falcomatà

Bauchspeicheldrüsenkrebs kann sich der Immunabwehr entziehen und schnell an Therapien anpassen, wodurch eine dauerhafte Kontrolle der Erkrankung verhindert wird. Wir untersuchen, wie das Zusammenspiel von Krebszellen, Immunzellen, Fibroblasten und der extrazellulären Matrix das Tumorökosystem prägt und die Tumorprogression fördert - von der Entstehung der Erkrankung bis zur Entwicklung von Therapieresistenz.

Das Bild zeigt einen mikroskopischen Ausschnitt von Gewebe mit leuchtend magentafarbenen Strukturen auf einem dunklen Hintergrund. Die Formen sind unregelmäßig und scheinen unterschiedlich angeordnet zu sein, was auf biologische Gewebeproben hindeutet.

Bild: © DKFZ

Unser Ziel ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen zu entschlüsseln und therapeutisch nutzbar zu machen, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, die antitumorale Immunität wiederherzustellen und das Therapieansprechen nachhaltig zu verbessern.

Unsere Forschung

Bauchspeicheldrüsenkrebs stellt nach wie vor eine große therapeutische Herausforderung dar. Innerhalb eines Tumors entstehen räumlich organisierte Mikroumgebungen, sogenannte Nischen, in denen Krebszellen mit Immunzellen, Fibroblasten und der extrazellulären Matrix interagieren. Diese Nischen können das Wachstum und Überleben von Tumorzellen fördern, Immunreaktionen unterdrücken und die Anpassung an Therapien ermöglichen.

Wir untersuchen, wie solche Tumorökosysteme und Nischen entstehen, sich während der Tumorentwicklung verändern und zur Immunflucht und Therapieresistenz beitragen. Dabei verfolgen wir Bauchspeicheldrüsenkrebs von den frühesten Stadien über die Tumorprogression bis zum Therapieansprechen und zur Entstehung von Resistenz.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die räumlich aufgelöste funktionelle Genomik in vivo. Sie verbindet gezielte genetische Veränderungen mit hochauflösenden räumlichen und molekularen Analysen und ermöglicht es uns, direkt im Tumorgewebe zu untersuchen, wie einzelne Gene das Verhalten von Krebszellen und ihre Interaktionen mit ihrer Umgebung beeinflussen. Präklinische Modelle, funktionelle Experimente und bioinformatische Analysen führen diese Erkenntnisse auf molekularer, zellulärer und Gewebeebene zusammen.

Tumorentstehung und Evolution von Tumorökosystemen

Die Bedingungen des Gewebes, in dem ein Tumor entsteht, können seine weitere Entwicklung entscheidend prägen. Wir untersuchen, wie Wirtsfaktoren, Umwelteinflüsse, Entzündungsprozesse und die immunologische Kontrolle die frühe Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beeinflussen. Mithilfe genetisch veränderter Mausmodelle und Lineage-Tracing verfolgen wir die Entstehung prämaligner Läsionen und ihre Interaktionen mit dem umgebenden Gewebe.

So wollen wir verstehen, wie transformierte Zellen gemeinsam mit ihrer Umgebung unterschiedliche Tumorökosysteme etablieren und welche frühen Veränderungen den weiteren Krankheitsverlauf bestimmen. Eine zentrale Frage ist dabei, wann Mechanismen der Immunflucht entstehen und wie sie die weitere Tumorentwicklung beeinflussen.

Intratumorale Heterogenität und immunologische Nischen

Innerhalb eines Pankreastumors können Krebszellen unterschiedliche funktionelle Zustände einnehmen und räumlich verschiedene Nischen ausbilden. Wir untersuchen, wie diese intratumorale Heterogenität den Zugang und die Funktion von Immunzellen beeinflusst und warum bestimmte Nischen das Überleben therapieresistenter Krebszellen begünstigen.

Durch die Kombination funktioneller CRISPR-Screens mit räumlich aufgelösten molekularen Analysen und hochauflösenden bildgebenden Verfahren identifizieren wir die Mechanismen, die die Entstehung und Stabilität solcher Nischen bestimmen. Gleichzeitig untersuchen wir, wie sich diese Nischen unter zielgerichteten Therapien verändern und welche zellulären und molekularen Mechanismen es einzelnen Krebszellpopulationen ermöglichen, die Behandlung zu überleben und sich später erneut auszubreiten.

Auf dieser Grundlage untersuchen wir, wie sich immunsuppressive und therapieresistenzfördernde Nischen gezielt verändern lassen, um die antitumorale Immunantwort wiederherzustellen, resistente Tumorzellen zu eliminieren und die Wirksamkeit von Kombinationstherapien zu verbessern.

Team

  • Eine Frau mit lockigem, dunklem Haar schaut direkt in die Kamera. Sie trägt ein schlichtes, grünes Oberteil und hat einen neutralen Ausdruck. Im Hintergrund sind unscharfe grüne Pflanzen zu sehen.

    Dr. Chiara Falcomatà

  • Mitarbeiterbild

    Daniel Diecke

  • Mitarbeiterbild

    Dr. Johannes Hellmuth

Ausgewählte Highlight-Publikationen

2026 - Nature, online ahead of print

A serpin-myeloid axis in pancreatic cancer heterogeneity and immune evasion.

2023 - Nat Commun 14(1): 2642.

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2023 - Cancer Discov 13(2): 278-297

Context-Specific Determinants of the Immunosuppressive Tumor Microenvironment in Pancreatic Cancer.

2023 - Nat Commun 14(1): 1201.

Non-canonical functions of SNAIL drive context-specific cancer progression.

2022 - Nat Cancer 3(3): 318-336.

Selective multi-kinase inhibition sensitizes mesenchymal pancreatic cancer to immune checkpoint blockade by remodeling the tumor microenvironment.

2021 - Cancer Discov 11(12): 3158-3177.

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