Onkologische Erkrankungen
Die bildgebende Diagnostik ist ein zentraler Bestandteil der modernen Krebsmedizin. Verfahren wie MRT, CT und PET ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Tumoren, die präzise Darstellung ihrer Ausbreitung sowie die Beurteilung des Therapieansprechens. In der Abteilung Radiologie entwickeln wir diese Technologien kontinuierlich weiter, um Krebserkrankungen besser zu verstehen und individualisierte Therapiekonzepte zu unterstützen.
Aktuell befassen sich unsere Studien und Forschungsprojekte mit folgenden Tumorentitäten sowie den Langzeitfolgen von Krebserkrankungen:
Bronchialkarzinom
Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten malignen Erkrankungen der Lunge und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Daher kommt der Früherkennung bei Hochrisikogruppen, insbesondere langjährigen Raucherinnen und Rauchern, eine besondere Bedeutung zu. Wir setzen moderne Photoncounting-CT-Technologie ein und entwickeln diese weiter, um Tumoren und Vorstufen möglichst frühzeitig und mit reduzierter Strahlenexposition zu erkennen. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen auf der verbesserten Charakterisierung von Bronchialkarzinomen sowie der Beurteilung des Therapieansprechens mittels quantitativer Bildgebung.
Gliome
Gliome sind primäre Tumoren des zentralen Nervensystems mit sehr unterschiedlichen Verlaufsformen. Wir nutzen hochauflösende und innovative MRT-Verfahren, um strukturelle und funktionelle Eigenschaften dieser Tumoren detailliert zu analysieren. Ziel unserer Forschung ist es, die biologische Heterogenität besser zu verstehen und bildgebende Marker für Diagnose, Prognose und Therapieplanung zu entwickeln.
Gynäkologische Tumoren
Gynäkologische Tumoren umfassen bösartige Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane, etwa der Eierstöcke oder der Gebärmutter. Mithilfe moderner MRT- und CT-Verfahren untersuchen wir Tumorausdehnung und Metastasierung präzise. Forschungsschwerpunkte liegen in der Verbesserung der Stadieneinteilung sowie der individualisierten Therapieplanung auf Basis bildgebender Parameter.
Krebsprädispositionssyndrome
Bei Krebsprädispositionssyndromen liegen genetische Veränderungen vor, die mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Tumorarten verbunden sind. Wir setzen die Ganzkörper-MRT gezielt ein und entwickeln sie weiter, um betroffene Personen frühzeitig und möglichst schonend zu überwachen. Ziel ist die strahlungsfreie Erkennung von Tumoren in frühen Stadien.
Langzeitfolgen von Krebstherapien
Durch die ständige Verbesserung unterschiedlicher Krebstherapien überleben Betroffene vieler Krebserkrankungen inzwischen deutlich länger. Hierdurch treten die Langzeitfolgen der Therapien stärker in den Vordergrund: Da viele Therapien nicht nur den Tumor und die Metastasen, sondern auch die gesunden Organe schädigen können, kann es zum Beispiel zum Auftreten von Nervenschäden, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, schnellerer Erschöpfung und anderen Symptomen kommen.
Wir befassen uns mit den grundlegenden Ursachen der Langzeitfolgen von Krebstherapien und untersuchen z.B. für die Therapieinduzierte Polyneuropathie neue Behandlungsverfahren.
Lymphome
Lymphome sind Krebserkrankungen des lymphatischen Systems und können im gesamten Körper auftreten. Die Ganzkörper-MRT spielt dabei eine wichtige Rolle in Diagnostik und Verlaufsbeurteilung. Unsere Forschung konzentriert sich darauf, Krankheitsaktivität und Therapieansprechen mithilfe quantitativer Bildgebung noch präziser zu erfassen.
Mammakarzinom
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wir setzen die Niedrigfeld-MRT ein und entwickeln sie weiter, um Tumoren frühzeitig zu erkennen und ihre biologischen Eigenschaften genauer zu charakterisieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem MRT-gestützten Brustkrebsscreening.
Malignes Melanom
Das maligne Melanom ist eine aggressive Form von Hautkrebs mit hoher Metastasierungsneigung. In keinem anderen Bereich der Onkologie haben die modernen onkologischen Therapien zu einer vergleichbaren Verbesserung der Lebenserwartung geführt. Wir untersuchen, wie moderne Photoncounting-CT-Bildgebung die frühzeitige Detektion von Metastasen sowie die Beurteilung des Therapieansprechens bei deutlich reduzierter Strahlendosis verbessern kann.
Multiples Myelom
Das Multiple Myelom ist eine Erkrankung des Knochenmarks, die häufig das gesamte Skelettsystem betrifft. Die langjährige Kooperation zwischen der Abteilung Radiologie am DKFZ und dem Universitätsklinikum Heidelberg war Grundlage der verbesserten radiologischen Erfassung der Krankheitsaktivität. Insbesondere die Ganzkörper-MRT nutzen wir, um Krankheitsherde sensitiv zu erfassen und den Verlauf unter Therapie zu überwachen. Forschungsschwerpunkte liegen in der quantitativen Auswertung sowie der automatisierten Analyse dieser Bilddaten.
Nierenzellkarzinom
Das Nierenzellkarzinom ist ein bösartiger Tumor der Niere, der häufig zufällig entdeckt wird. Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine präzisere Charakterisierung der Tumoren und unterstützen Therapieentscheidungen. Ein besonderer Fokus unserer Forschung liegt auf der Differenzierung verschiedener Tumorarten sowie der Beurteilung des Therapieansprechens.
Pankreastumoren
Tumoren der Bauchspeicheldrüse werden häufig erst spät diagnostiziert, gehören zu den in der radiologischen Beurteilung komplexesten Erkrankungen und haben daher eine besondere klinische Relevanz. Wir beteiligen uns an der Stratifizierung bildgebender Methoden, um diese Tumoren früh zu erkennen und ihre Ausbreitung genauer zu beurteilen. Ziel ist eine verbesserte Grundlage für Therapieentscheidungen.
Prostatakarzinom
Das Prostatakarzinom zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Die multiparametrische MRT spielt eine zentrale Rolle bei Früherkennung, der exakten Lokalisierung und Charakterisierung der Tumoren. Unsere Forschungsschwerpunkte liegen in der Verbesserung der Risikostratifizierung sowie der gezielten Therapieplanung.
Sarkome
Sarkome sind seltene Tumore des Weichgewebes, beispielsweise von Muskeln, Sehnen oder Fettgewebe, seltener auch des Knochens. Je nach Ursprungsgewebe werden verschiedene Sarkom-Untergruppen unterschieden. Zur Diagnostik setzen wir vor allem die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) ein, ergänzt durch Computertomographie (CT) zur Metastasensuche. Zunehmend nutzen wir auch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), da sie einen guten Kontrast zwischen gesundem und krankem Gewebe ermöglicht. Tumoren und Metastasen können dabei anhand ihres Glukosestoffwechsels charakterisiert werden. Unsere Forschung untersucht insbesondere den Einsatz von Ganzkörper-MRT und PET sowie deren Potenzial für eine individuellere Therapieplanung.
Urothelkarzinom
Das Urothelkarzinom betrifft die ableitenden Harnwege, insbesondere die Harnblase. Moderne MRT-Verfahren ermöglichen die Detektion von Tumoren sowie die exakte Beurteilung ihrer lokalen Invasivität. Ziel unserer Forschung ist es, die möglichweise nötigen operativen Maßnahmen durch optimierte Diagnostik besser planbar zu machen und Verlaufskontrollen weiter zu verbessern.