Leistungsspektrum
Die Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) verfügt über moderne bildgebende Systeme für Diagnostik, Therapiemonitoring und Forschung in der Onkologie. Unser Spektrum umfasst hochauflösende Verfahren der Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) sowie hybride Bildgebung mittels PET-CT und PET-MRT. Durch die Kombination innovativer Technologien mit quantitativer Bildanalyse entwickeln wir neue Ansätze für die präzise Krebsdiagnostik und Therapieüberwachung.
Geräteausstattung
Photon-Counting-CT (NAEOTOM Alpha.Peak)
Das Photon-Counting-CT ist eine moderne Weiterentwicklung der Computertomographie (CT), die eine besonders präzise und hochauflösende Bildgebung ermöglicht. Im Gegensatz zu konventionellen CT-Systemen misst diese Technologie einzelne Röntgenphotonen direkt und kann deren Energie unterscheiden. Dadurch kann Tumorgewebe besser von gutartigen Veränderungen unterschieden und gleichzeitig die Strahlenexposition reduziert werden.
Klinisch bietet das Photon-Counting-CT besondere Vorteile in der onkologischen Bildgebung, insbesondere beim Screening, Staging und Therapiemonitoring. Tumoren und Metastasen lassen sich präziser darstellen, wodurch Ausdehnung und Therapieansprechen genauer beurteilt werden können. Auch kleinste Läsionen können zuverlässiger detektiert werden.
Unsere Forschung konzentriert sich auf die quantitative Auswertung der Bilddaten sowie auf KI-gestützte Verfahren zur automatisierten Analyse. Ziel ist es, diagnostische Informationen weiter zu verbessern und personalisierte Therapieentscheidungen zu unterstützen.
MRT 1,5 Tesla (Aera)
Das 1,5-Tesla-MRT wird für ein breites Spektrum onkologischer Fragestellungen eingesetzt. Die Magnetresonanztomographie ermöglicht eine strahlungsfreie und detaillierte Darstellung von Organen, Geweben und Tumoren und eignet sich besonders für Ganzkörperuntersuchungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Ganzkörper-MRT, mit der Erkrankungen wie das Multiple Myelom im gesamten Körper beurteilt werden können. Darüber hinaus führen wir detaillierte Untersuchungen des Gehirns durch, beispielsweise zur Abklärung von Metastasen bei malignem Melanom. Auch die Ganzkörpervorsorge bei genetisch bedingten Krebsrisiken, etwa beim Li-Fraumeni-Syndrom, gehört zu unserem klinischen und wissenschaftlichen Spektrum.
Weitere Anwendungen umfassen Leberuntersuchungen zur Planung und Kontrolle von Therapien bei Lebermetastasen sowie die Diagnostik unklarer Tumorerkrankungen (CUP-Syndrom), bei denen insbesondere Kopf- und Halsregionen gezielt untersucht werden.
MRT 3 Tesla (Vida, Prisma)
Das 3-Tesla-MRT bietet eine besonders hohe Bildauflösung und ermöglicht die detaillierte Darstellung anatomischer und funktioneller Strukturen. Es wird vor allem für spezialisierte diagnostische Fragestellungen in der Onkologie eingesetzt.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Hirntumoren und Metastasen sowie auf der Therapiekontrolle während und nach einer Bestrahlung. Darüber hinaus nutzen wir das 3-Tesla-MRT zur Früherkennung bei Hochrisikopatient:innen, beispielsweise für Bauchspeicheldrüsenkrebs. In enger Zusammenarbeit mit der Urologischen Klinik führen wir hochauflösende Prostata-MRT-Untersuchungen durch. Zusätzlich ermöglicht das System die Darstellung peripherer Nerven, etwa zur Abklärung von Polyneuropathien.
Unsere Forschung konzentriert sich auf die Weiterentwicklung hochauflösender MRT-Techniken sowie auf die Integration quantitativer und funktioneller Bildgebung in die klinische Diagnostik.
7 Tesla MRT
Das 7-Tesla-MRT am DKFZ ist ein experimenteller Magnetresonanztomograph mit besonders hoher Feldstärke. Die Bildgebung bei 7 Tesla ermöglicht eine deutlich detailliertere Untersuchung des menschlichen Körpers als konventionelle MRT-Systeme. Dadurch können feine anatomische Strukturen sowie biologische Prozesse sichtbar gemacht werden, die mit herkömmlicher Bildgebung häufig nur eingeschränkt darstellbar sind.
Diese hochauflösende Bildgebung ist insbesondere für die Krebsforschung von großer Bedeutung. So können beispielsweise Unterschiede innerhalb einzelner Tumorbereiche, Stoffwechselaktivitäten oder Therapieeffekte genauer untersucht werden. Ziel ist es, Tumoren besser zu charakterisieren und neue bildgebende Biomarker für die klinische Anwendung zu entwickeln.
Während 7-Tesla-MRT-Systeme ursprünglich vor allem für Untersuchungen des Kopfes und der Extremitäten entwickelt wurden, arbeiten wir am DKFZ zusätzlich an neuen Verfahren zur Bildgebung des Körperstamms einschließlich Wirbelsäule sowie der Organe im Bauch- und Beckenbereich.
PET-CT und PET-MRT
Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung biologischer Stoffwechselprozesse im Körper. Hierfür wird ein radioaktiv markiertes Medikament intravenös verabreicht, dessen Verteilung anschließend bildlich dargestellt wird. Häufig kommt ein radioaktiv markierter Zucker zum Einsatz, da viele Tumoren einen erhöhten Zuckerstoffwechsel aufweisen.
Mithilfe der PET können Tumoren charakterisiert und mögliche Metastasen im gesamten Körper erkannt werden. Tumorarten ohne erhöhte Zuckeraufnahme können teilweise mit anderen spezifischen PET-Tracern untersucht werden.
Zur präzisen anatomischen Zuordnung werden PET-Untersuchungen mit einer Computertomographie (PET-CT) oder Magnetresonanztomographie (PET-MRT) kombiniert. Diese Hybridverfahren ermöglichen die gleichzeitige Erfassung funktioneller und struktureller Informationen in einer Untersuchung.
Je nach verwendetem Radiopharmakon ist vor der Untersuchung eine spezielle Vorbereitung erforderlich, beispielsweise Nahrungskarenz bei Untersuchungen mit radioaktiv markiertem Zucker. Nach der Injektion verteilt sich die Substanz innerhalb von etwa einer Stunde im Körper. Die eigentliche Untersuchungszeit beträgt abhängig vom Untersuchungsumfang und dem verwendeten System etwa 20 bis 90 Minuten.