Elektromagnetische Simulationen und HF-Sicherheit

Wegweisend für die nächste Generation der MRT-Technologie

Unsere Forschung prägt die Zukunft der medizinischen Bildgebung durch fortschrittliche elektromagnetische Simulationen sowie innovative Software- und Hardware-Entwürfe. Wir konzentrieren uns auf die Förderung bahnbrechender Forschungsinitiativen, darunter die Entwicklung von Magnetkonstruktionen der nächsten Generation für die MR-gesteuerte Partikeltherapie, die Konstruktion von Hochleistungs-HF-Antennen für die Mehrkanal-MRT sowie die Weiterentwicklung umfassender MRT-Sicherheitsbewertungen. Indem wir die Lücke zwischen der grundlegenden theoretischen Elektrodynamik und der angewandten Technik schließen, treiben wir schnelle, kosteneffiziente und hochmoderne Produktdesigns im Bereich der medizinischen Physik voran. Wir simulieren nicht nur – wir setzen diese numerischen Modelle in physikalische, leistungsstarke Hardware um, die für die medizinische Bildgebung bereit ist.

Die elektromagnetische Umgebung in der MRT

In MR-Systemen werden Felder aus verschiedenen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums genutzt, um hochauflösende Bilder zu erzeugen. Dazu gehören ein statisches Magnetfeld, das die Spin-Ensembles polarisiert, sowie geschaltete Magnetfeldgradienten, die mit Frequenzen von bis zu 10 kHz arbeiten, um eine präzise räumliche Lokalisierung zu ermöglichen. Darüber hinaus erzeugen Hochfrequenzantennen (HF-Antennen) Felder bei der Larmor-Frequenz zur Spin-Anregung und erfassen die MR-Signale.

Multiphysikalische Modellierung, Simulation und Optimierung: Warum Simulationen wichtig sind

Numerische Simulationen sind nicht nur für die Konstruktionsoptimierung komplexer Antennen, sondern auch für strenge Konformitätsprüfungen zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Durch die Ermittlung der gesamten dreidimensionalen Feldverteilung können wir realistische Expositionsszenarien visualisieren und wichtige Daten erfassen, die sich in vergleichbarer Detailgenauigkeit nicht messen lassen. Tatsächlich ist die numerische Berechnung von HF-Feldern in hochauflösenden anatomischen Körpermodellen derzeit der praktischste Weg, um realistische SAR-Verteilungen zu erhalten, die erforderlich sind, um die Einhaltung lokaler SAR-Grenzwerte zu gewährleisten.

Da menschliches Gewebe HF-Energie als Wärme absorbiert, sind strenge Sicherheitsbewertungen von entscheidender Bedeutung. Internationale Richtlinien, wie beispielsweise die IEC-Normen, legen strenge Grenzwerte fest, um Gewebeschäden zu verhindern, und Sicherheitsbewertungen basieren im Allgemeinen auf der lokalen spezifischen Absorptionsrate (SAR). Da die SAR jedoch nur die absorbierte Leistung widerspiegelt und nicht direkt proportional zum tatsächlichen Temperaturanstieg ist, geht unser Ansatz noch einen Schritt weiter. Wir nutzen fortschrittliche Gleichungen zur biologischen Wärmeübertragung, um zusätzlich zur SAR die genaue lokale Gewebetemperatur und die thermische Dosis zu bewerten. Diese umfassende Methodik stellt sicher, dass die von uns entwickelten Technologien der nächsten Generation ebenso sicher wie leistungsstark sind.

Forschungsbereiche

Unsere Forschung verbindet nahtlos computergestützte Modellierung, algorithmische Optimierung, Softwareentwicklung und praktische Hardware-Entwicklung.

  • Entwicklung von MR-Systemen für die MR-gesteuerte Partikeltherapie: Wir erforschen und entwickeln neuartige Magnetstrukturen unter Verwendung von Hochtemperatur-Supraleitern (HTS). Wir integrieren MRT mit Partikeltherapie, was eine hochpräzise Bildführung in Echtzeit während Krebsbehandlungen ermöglicht (Projekt ARTEMIS – Adaptive Strahlentherapie mit MR-gesteuerten Ionenstrahlen, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt [BMFTR]).

     

  • 14 T – Die nächste Generation der MRT: An der absoluten Grenze der Bildgebungswissenschaft ist 14 T die nächste und leistungsstärkste MRT-Generation, die jemals für die Bildgebung am Menschen gebaut wurde. In enger Zusammenarbeit mit dem DYNAMIC-Konsortium in den Niederlanden stellen wir uns den einzigartigen elektromagnetischen Herausforderungen dieser Ultrahochfelder, um eine beispiellose Bildauflösung zu erreichen und die Zukunft der medizinischen Bildgebung neu zu definieren (Projekt gefördert durch die DFG).

     

  • HF-Antennentechnik für die Mehrkanal-MRT: Simulationsgestütztes Design und Optimierung fortschrittlicher Mehrkanal-HF-Senderarrays für unterschiedliche Feldstärken (z. B. Niedrigfeld bei 0,55 T und Ultrahochfeld bei 7 T) zur Erzielung einer überragenden Bildqualität und einer homogenen Spin-Anregung. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts „MRexcite“ arbeiten wir gemeinsam mit dem Erwin-L.-Hahn-Institut in Essen an der Entwicklung eines integrierten Sendesystems mit 32 Kanälen für die Ganzkörper-MRT bei 7 T.

     

  • HF-Sicherheitsbewertung: Erweiterung herkömmlicher Sicherheitsbewertungen durch die Auswertung lokaler Gewebetemperaturen und thermischer Dosen neben der SAR, um ein umfassenderes Verständnis der Patientensicherheit bei komplexen MRT-Untersuchungen zu ermöglichen.

     

  • Simulationsbasierte Kompatibilitätsprüfung von medizinischen Implantaten

     

  • Entwicklung algorithmischer Optimierer: Erstellung intelligenter Optimierungsalgorithmen für die automatische Antennenabstimmung und -entkopplung – eine unverzichtbare Lösung zur Maximierung der Bildgebungsleistung und Stabilität komplexer Mehrkanal-Spulenarrays.

     

  • Anatomische Körpermodelle: Um die Präzision und Zuverlässigkeit unserer elektromagnetischen und thermischen Simulationen zu gewährleisten, entwickeln wir kontinuierlich hochauflösende, realistische anatomische Körpermodelle.

     

  • Empirische Validierung: Überbrückung der Kluft zwischen Theorie und Praxis durch präzise, messungsbasierte Validierungen zur Bestätigung komplexer Simulationsmodelle und -ergebnisse.

 

 

 

CST SAR Matrix Export

Das DKFZ stellt in Zusammenarbeit mit Dassault Systèmes eine Software zur Berechnung von SAR-Matrizen (Q-Matrizen) aus Simulationen in CST Studio Suite zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie Dr. Fiedler für einen Download-Link.

Sind Sie bereit, gemeinsam mit uns innovativ zu sein?

Suchen Sie ein dynamisches Umfeld, in dem Sie bei modernsten Technologien wirklich etwas bewegen können? Wir sind stets auf der Suche nach motivierten Studierenden für unsere Forschungsgruppe. Ganz gleich, ob Ihre Leidenschaft dem Programmieren, dem Entwickeln intelligenter Algorithmen oder der Durchführung komplexer physikalischer Computersimulationen gilt – wir bieten Ihnen die Flexibilität, eine Bachelor- oder Masterarbeit bzw. ein studentisches Projekt zu gestalten, das perfekt auf Ihre Stärken und Karriereziele abgestimmt ist.

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  • Mitarbeiterbild

    Dr. Thomas Fiedler

    Gruppenleiter

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