Krebsepidemiologie
- Epidemiologie, Public Health, Prävention und Survivorship
Dr. Renée Turzanski Fortner
Abteilungsleiterin
Das übergeordnete Ziel der Forschung unserer Abteilung ist es, Einblicke in die Ätiologie von Krebs, Strategien zur Prävention und Früherkennung sowie Prädiktoren für das Überleben zu gewinnen, um die mit einer Krebsdiagnose verbundene Morbidität und Mortalität zu senken.
Unsere Forschung
Wir versuchen, Hochrisikogruppen zu identifizieren, d.h. Personen, die im Vergleich zu anderen unter denselben Umweltbelastungen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen. Ein solches individuell erhöhtes Krebsrisiko kann durch vererbbare und auch erworbene Faktoren bedingt sein.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von Möglichkeiten zur Vorbeugung und Früherkennung von Krebserkrankungen sowie die Qualitätskontrolle bereits eingeführter Maßnahmen. Aufgrund des bevölkerungsbezogenen Ansatzes haben statistische Methoden und deren Weiterentwicklung in der Epidemiologie einen besonderen Stellenwert.
Unsere Projekte
Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf der Prävention und Früherkennung von Lungenkrebs. In verschiedenen nationalen und internationalen Projekten untersuchen wir, wie Lungenkrebsrisiken frühzeitig erkannt, geeignete Personen für Früherkennungsprogramme erreicht und Screeningangebote wirksam und gerecht umgesetzt werden können.
Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der Evaluation der Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT), der Teilnahme an Screeningprogrammen, sozialen und regionalen Unterschieden in der Inanspruchnahme sowie mit Fragen der Gesundheitskompetenz, Risikokommunikation und Tabakentwöhnung. Grundlage unserer Arbeiten sind Daten aus epidemiologischen Studien, Screeningprojekten und der Gesundheitsversorgung.
Unsere Forschung soll dazu beitragen, die Evidenz für eine wirksame, zielgruppengerechte und chancengerechte Lungenkrebsfrüherkennung weiterzuentwickeln und deren Übertragung in die Versorgung zu unterstützen.
LUSI
Die German Lung Cancer Screening Intervention Study (LUSI) untersucht den Nutzen der Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) bei Personen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko.
4-IN-THE-LUNG-RUN
4-IN-THE-LUNG-RUN (4ITLR) ist ein europäisches Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung risikobasierter Strategien für die Lungenkrebsfrüherkennung und deren Umsetzung in verschiedenen europäischen Gesundheitssystemen.
SOLACE
Das europäische Projekt SOLACE untersucht, wie der Zugang zur Lungenkrebsfrüherkennung verbessert und insbesondere schwer erreichbare und unterversorgte Bevölkerungsgruppen besser erreicht werden können.
Die MARIE-Studie ist eine bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie zu Brustkrebs mit mehr als 11.000 Teilnehmerinnen. Sie untersucht Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs sowie Faktoren, die den Krankheitsverlauf und die Prognose beeinflussen.
Die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) ist eine große europäische Kohortenstudie, die den Einfluss von Ernährung, Lebensstil und weiteren Faktoren auf die Entstehung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen untersucht. Die EPIC-Heidelberg-Kohorte umfasst rund 25.500 Teilnehmende.
Eierstockkrebs: Risiken, Früherkennung und Überleben
Eierstockkrebs hat relativ wenige bekannte Risikofaktoren, und da es keine zuverlässigen Früherkennungsmethoden gibt, wird bei den meisten Frauen mit Eierstockkrebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, in dem die Behandlung weniger wirksam ist. Weltweit ist Eierstockkrebs die sechsthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen, und in Europa ist er die tödlichste gynäkologische Krebserkrankung. Eierstockkrebs ist eine sehr heterogene Erkrankung, die je nach Subtyp unterschiedliche Risikofaktoren, Behandlungen und Prognosen aufweist. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Verbesserung der Charakterisierung des Risikos, der Früherkennung und der Überlebensrate je nach Krankheitsuntertyp und im Zusammenhang mit den heutigen Expositionen und Behandlungen. Unsere Studien werden in führenden prospektiven Kohorten (z. B. European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), internationalen Konsortien (z. B. Ovarian Cancer Cohort Consortium) und registergestützten Studien durchgeführt.
Publikationen
Stawiski K, Fortner RT, Pestarino L, Umu SU, Kaaks R, Rounge TB, Elias KM, Fendler W, Langseth H. Validation of miRNA signatures for ovarian cancer earlier detection in the pre-diagnosis setting using machine learning approaches. Front Oncol. 2024 Jun 25;14:1389066. doi: 10.3389/fonc.2024.1389066. PMID: 38983926
Fortner RT, Trewin-Nybråten CB, Paulsen T, Langseth H. Characterization of ovarian cancer survival by histotype and stage: A nationwide study in Norway. Int J Cancer. 2023 Sep 1;153(5):969-978. doi: 10.1002/ijc.34576. Epub 2023 May 25. PMID: 37226635
Skarga E, Surcel HM, Kaaks R, Waterboer T, Fortner RT. Sexually Transmitted Infections and Risk of Epithelial Ovarian Cancer: Results From the Finnish Maternity Cohort. J Infect Dis. 2023 Nov 28;228(11):1621-1629. doi: 10.1093/infdis/jiad171. PMID: 37196097
Mukama T, Fortner RT, Katzke V, Hynes LC, Petrera A, Hauck SM, Johnson T, Schulze M, Schiborn C, Rostgaard-Hansen AL, Tjønneland A, Overvad K, Pérez MJS, Crous-Bou M, Chirlaque MD, Amiano P, Ardanaz E, Watts EL, Travis RC, Sacerdote C, Grioni S, Masala G, Signoriello S, Tumino R, Gram IT, Sandanger TM, Sartor H, Lundin E, Idahl A, Heath AK, Dossus L, Weiderpass E, Kaaks R. Prospective evaluation of 92 serum protein biomarkers for early detection of ovarian cancer. Br J Cancer. 2022 May;126(9):1301-1309. doi: 10.1038/s41416-021-01697-z. Epub 2022 Jan 14. PMID: 35031764
Konsortienstudien zur Früherkennung .
Die NAKO Gesundheitsstudie ist Deutschlands größte Langzeit-Bevölkerungsstudie, bei der fortlaufend in 18 Studienzentren über 205.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger umfassend medizinisch untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt werden. Zu Beginn der Studie 2014 waren die NAKO Teilnehmenden im Alter von 20 bis 69 Jahren.
Mit Daten zu Lebensstil, Umwelt und Genetik trägt die NAKO Gesundheitsstudie zur Prävention und individuellen Gesundheitsvorsorge bei. Ein einzigartiges Projekt, das die medizinische Forschung und die Gesundheitsprävention nachhaltig prägen wird.
In der Umweltepidemiologie untersuchen wir, wie Umweltbelastungen und Schadstoffe das Krebsrisiko beeinflussen und welche individuellen Faktoren die Wirkung dieser Expositionen verändern können.
Persistente organische Schadstoffe (POPs)
NAKO Studienzentrum Mannheim
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Yuliya Ertel
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Altan Adanali
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Farah Alam
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Annika Baert
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Özlem Bedir
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Nimet Demir
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Patrycja Hamryszak
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Silke Kahmann
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Torben Loßmann
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Anna-Constanze Mast
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Ute Metzger
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Ute Muskatewitz
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Colin Ofenloch
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Louisa Sautner
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Maria Antonia Scafiti
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Rita Schanzenbach-Bauer
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Christine Schestak
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Jasmin Tabakhtory-Fard
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Nicoleta-Sanda Veredas Caballero
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Luisa Wagner
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Gülsüm Yurtseven
Ausgewählte Publikationen
Löfling LL, Støer NC, Botteri E, Fortner RT.
Le Cornet C, Jung AY, Behrens S, Middha P, Truong T, Jernström H, Bolla MK, Wang Q, Southey MC, Beane Freeman LE, Koutros S, Stone J, Rennert G, Shulman K, Aronson KJ, Murphy RA, Guénel P, Patel AV, Bodelon C, Teras LR, Shahi S, Lacey JV, Dossus L, Kaaks R, Holleczek B, Brenner H, Brauch H, Hoppe R, Czene K, Hall PFL, Mannermaa A, Wu AH, Obi N, Michailidou K, Panayiotidis MI, McLean C, Haiman CA, Augustinsson A, Zheng W, Shu XO, Perou CM, Troester MA, Van Alsten S, Eliassen AH, Abubakar M, Kraft P, Ahearn TU, Evans DG, Wolk A, Milne RL, Easton DF, Pharoah PDP, Schmidt MK, García-Closas M, Vachon CM, Fortner RT, Chang-Claude J.
Trewin-Nybråten CB, Leithe S, Paulsen T, Langseth H, Fortner RT.
Kaaks R, Cooley V, Mukama T, Teras LR, Patel AV, Masala G, Crous-Bou M, Harris HR, Langseth H, Surcel HM, Wentzensen N, Terry K, Sasamoto N, Tworoger S, Fortner RT.
Victoria Cooley, Cassia B. Trewin-Nybråten, Kristina Lindemann, Oliver Zivanovic, Rudolf Kaaks, Renée Turzanski Fortner
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