Tabakwerbung und Sponsoring

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In Deutschland sind seit 1974 folgende Tabakwerbeverbote in Kraft getreten:


Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (später: Vorläufiges Tabakgesetz) (15. August 1974)

  • Verbot von Tabakwerbung im Rundfunk und Fernsehen
  • Verbot von Tabakwerbung, die das Rauchen als gesundheitlich unbedenklich, anregend für das körperliche Wohlbefinden oder als nachahmenswert darstellt
  • Verbot von Tabakwerbung, die Jugendliche zum Rauchen veranlasst

Neufassung des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes (9. September 1997)

  • Verbot von Tabakwerbung, die Tabakerzeugnisse als natürlich oder naturrein darstellt

Vierter Rundfunkänderungsstaatsvertrag (1. April 2000)

  • Verbot des Sponsorings von Rundfunk- und Fernsehsendungen durch Hersteller von Tabakerzeugnissen

Jugendschutzgesetz (23. Juli 2002)

  • Verbot der Tabakwerbeverbot im Kino vor 18 Uhr

Gesetz zur Verbesserung des Schutzes junger Menschen vor Gefahren des Alkohol- und Tabakkonsums (23. Juli 2004)

  • Verbot der kostenlosen Abgabe von Zigaretten

Erstes Gesetz zur Änderung des Vorläufigen Tabakgesetzes (Umsetzung der europäischen Richtlinie 2003/33/EG) (29. Dezember 2006)

  • Verbot von Werbung für Tabakerzeugnisse in Zeitungen und Zeitschriften, soweit diese nicht ausschließlich für im Tabakhandel tätige Personen bestimmt sind
  • Verbot von Tabakwerbung im Internet
  • Verbot des Sponsorings von Rundfunkprogrammen und grenzüberschreitenden Veranstaltungen durch Tabakhersteller
  • Verbot der kostenlosen Verteilung von Tabakprodukten auf grenzüberschreitenden Veranstaltungen

Zweites Gesetz zur Änderung des Vorläufigen Tabakgesetzes (Umsetzung der europäischen Richtlinie 2007/65/EG) (13. Juli 2010)

  •  Verbot von Produktplatzierung (Product Placement) zugunsten von Tabakprodukten oder deren Herstellern und Anbietern

Tabakerzeugnisgesetz, Tabakerzeugnisverordnung (4. April 2016)

Das Tabakerzeugnisgesetz verbietet für Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse (E-Zigaretten und Nachfüllbehälter sowie pflanzliche Raucherzeugnisse):

  • Werbung in Print, Radio, Fernsehen, Internet
  • Sponsoring von Hörfunk- und Fernsehsendungen
  • Grenzüberschreitendes Sponsoring
  • Irreführende Werbung (gesundheitliche Vorteile, Geschmack, ökologische Vorteile etc.)
  • Werbung mit qualitativen Zielen (animiert Jugendliche zum Konsum, lässt Rauchen als nachahmenswert erscheinen etc.)

 

 Erlaubt sind in Deutschland:

  • Tabakwerbung auf Plakaten und am Verkaufsort
  • Tabakwerbung im Kino nach 18 Uhr
  • „Brand stretching“/„Brand sharing“ (Verwendung des Markennamens für Nicht-Tabakprodukte wie z.B. Parfum).
  • Ambient Media
  • Verkaufsförderung (Promotion)

                                                                                                                                                       

 Deutschland ist das einzige Land in der Europäischen Union, das immer noch uneingeschränkt Außenwerbung für Tabakprodukte erlaubt.

 


Zur weiteren Vertiefung dienen die nachstehend aufgeführten Veröffentlichungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, die als PDF-Datei heruntergeladen werden können.

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