Motivationsarbeit

Der Tabakkonsum wird von den meisten abhängigen Rauchern als ambivalent erlebt. Einerseits würden Sie aus Gesundheits- und Vernunftgründen gern aufhören zu rauchen, andererseits führt die Angst vor Entzugserscheinungen dazu, Aufhörversuche wiederkehrend zu verschieben oder auch den Aufhörwunsch zu verdrängen.

Gezielte Motivationsförderung wie beispielsweise nach der Methode der Motivierenden Gesprächsführung von Miller und Rollnick (1991) kann Rauchern dazu verhelfen, die Vor- und Nachteile der Rauchabstinenz zu bilanzieren und durch die Auseinandersetzung mit den Nachteilen des Rauchens ihre Veränderungsbereitschaft zu erhöhen.

Ein Beispiel für eine Kurzintervention zur Motivationsförderung ist die systematische Befragung von Patienten zu ihrem Tabakkonsum nach dem Schema der "5 Rs".

  • Relevanz aufzeigen (Relevance): Im ersten Schritt wird darauf hingewiesen, wie relevant der Rauchstopp für den Patienten ist.
  • Risiken ansprechen (Risks): Im zweiten Schritt werden die individuellen Risiken des Weiterrauchens für den Patienten angesprochen.
  • Vorteile deutlich machen (Rewards): Im dritten Schritt zeigt man dem Patienten die Vorteile und positiven Folgen auf, die ein Rauchstopp für ihn hätte.
  • Hindernisse erfragen (Roadblocks): Im vierten Schritt fragt man den Patienten nach seinen Vorbehalten oder Befürchtungen im Zusammenhang mit einem Aufhörversuch.
  • Wiederholen der Empfehlungen (Repetition): Im letzten Schritt wird darauf geachtet, die ausgesprochenen Empfehlungen mehrmals zu wiederholen und damit das Problembewusstsein zu verstärken.

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