E-Zigaretten

Gesundheitsgefährdung

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Beim Erhitzen der Liquids in der E-Zigarette entsteht ein Aerosol, das aus feinen und ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln besteht. Neben den im Liquid enthaltenen Substanzen kann es in Abhängigkeit von der Leistung und der Art der E-Zigarette, dem verwendetem Liquid und dem Nutzerverhalten außerdem Formaldehyd (krebserzeugend), Acetaldehyd (möglicherweise krebserzeugend), Acrolein (reizend, giftig), reaktive Sauerstoffbindungen und Metalle, darunter Nickel (krebserzeugend bei Inhalation), Chrom (krebserzeugend) und Blei (giftig, möglicherweise krebserzeugend) enthalten. In der Regel liegen die Schadstoffe im Aerosol meist in deutlich geringeren Mengen als in Tabakrauch vor, einzelne Substanzen können unter bestimmten Bedingungen auch ähnlich hohe (Formaldehyd, Blei, Chrom) oder sogar höhere Konzentrationen (Nickel) als in Tabakrauch erreichen. Formaldehyd und Acetaldehyd werden offenbar in der Lungen in den Körper aufgenommen.

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Beobachtungen am Menschen zeigen, dass E-Zigarettenkonsum kurzfristig die Lungenfunktion beeinträchtigen und zu einer milden entzündlichen Reaktion in den Atemwegen führen kann. Zudem aktiviert E-Zigarettenkonsum die Blutplättchen innerhalb weniger Minuten (die Aktivierung von Blutplättchen ist der erste Schritt bei der Blutgerinnung). In Tier- und Zellversuchen wirkt E-Zigarettenaerosol entzündungsfördernd, erhöht oxidativen Stress (dieser gilt als Mitverursacher von vielen krankhaften Prozessen), ist giftig für Zellen und schädigt die Erbsubstanz. Die langfristigen Auswirkungen des E-Zigarettenkonsums auf die Gesundheit sind derzeit unbekannt.

Im Vergleich zu Tabakzigaretten sind E-Zigaretten zwar sehr wahrscheinlich deutlich weniger schädlich, dennoch sind sie keine harmlosen Life-Style-Produkte. Nichtraucher sollten E-Zigaretten wegen der unbekannten langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit nicht verwenden.

Regulierung

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Für E-Zigaretten gelten durch das Tabakerzeugnisgesetz und die Tabakerzeugnisverordnung verschiedene Regelungen zur Produktsicherheit:

  • Maximale Füllmenge von Nachfüllbehältern: 10 ml
  •  Maximale Füllmenge von E-Zigaretten und Einwegkartuschen: 2 ml
  • Maximaler Nikotingehalt: 20 mg/ml
  • Gleichmäßige Nikotinabgabe
  • Hohe Reinheit der Inhaltsstoffe
  • Verbot bestimmter Zusatzstoffe
  • Kinder-, Manipulations-, Bruch- und Auslaufsicherheit, Mechanismus für auslauffreie Nachfüllung
  • Beipackzettel mit Gebrauchsanleitung, Informationen über gesundheitliche Auswirkungen und Kontaktdaten
  • Warnhinweis zum Abhängigkeitspotential von Nikotin

 

Jugendliche dürfen in Deutschland seit 2016 aufgrund einer Änderung des Jugendschutzgesetzes E-Zigaretten weder kaufen noch sie in der Öffentlichkeit verwenden.

Die Verwendung in Nichtraucherbereichen ist derzeit nicht eindeutig reguliert, da E-Zigaretten nicht verbreitet waren, als die Gesetze verfasst wurden. Grundsätzlich kann der Konsum durch das Hausrecht verboten werden.

 

Zur weiteren Vertiefung dienen die nachstehend aufgeführten Veröffentlichungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, die als PDF-Datei heruntergeladen werden können.

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