Tabakabhängigkeit

Zeichen einer Nikotinabhängigkeit

Um eine Tabakabhängigkeit zu diagnostizieren kann man den Fagerström-Test-für Nikotinabhängigkeit einsetzen. Außerdem deuten folgende Signale darauf hin, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt hat:

  • Starkes Verlangen zu rauchen, das erst nach mehrmaligem Inhalieren verschwindet.
  • Schlechtes Gewissen beim Rauchen verbunden mit dem Gedanken, eigentlich lieber aufhören zu wollen.
  • Körperliches Unwohlsein bei längeren Rauchpausen.
  • Gefühl eines "Beschaffungszwangs", wenn sich die Packung dem Ende neigt oder eines "Vorratszwangs", der zum stangenweisen Einkauf von Zigaretten führt.
  • "Vor-" oder "Nach-" rauchen, wenn man weiß, dass man vorübergehend nicht rauchen kann.
  • Billigung von Gesundheitsschäden und Kosten trotz des Wissens um die Schädlichkeit des Rauchens.
  • Scheitern auch der ernsthaften Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören.

Psychische Abhängigkeit

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Psychische Abhängigkeit bezeichnet:

  • Die Koppelung des Rauchens an bestimmte Auslösereize: Rauchverlangen kann durch eine Vielzahl von Situationen ausgelöst werden. So sind bestimmte Situationen und Ereignisse, aber auch körperliche Befindlichkeiten und seelische Stimmungen zu einem Signal geworden, eine Zigarette zu rauchen. Manchmal erfolgt der Griff zur Zigarette sogar unbemerkt und man wundert sich anschließend, wo auf einmal die brennende Zigarette herkommt.
  • Verstärkung durch direkte angehenme Folgen: Beim Rauchen stellen sich meist kurzfristige positive Effekte wie Entspannung, Genuss, gesteigerte Konzentrationsfähigkeit oder Stressreduktion ein. Häufig lassen sich Raucher von den kurzfristig angenehmen Folgen leiten und schenken möglichen negativen Spätfolgen - beispielsweise Lungenkrebs und Raucherbein - kaum Beachtung.
  • Gedankliche Erwartungshaltung: Mit den Auslösereizen und den kurzfristigen angenehmen Folgen des Rauchens verbindet sich die Erwartung: „Wenn ich jetzt rauche, geht es mir besser.“

Körperliche Abhängigkeit

Der Körper gewöhnt sich im Laufe der "Raucherkarriere" an das Nikotin. Wenn dem Körper bei einem Rauchstopp das Nikotin entzogen wird, kommt es häufig zu Entzugserscheinungen wie starkem Rauchverlangen, Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen oder depressiven Stimmung.

Die Stärke dieser Entzugsbeschwerden ist von Raucher zu Raucher sehr unterschiedlich und lässt sich nur schwer vorhersagen.

Aber selbst die hartnäckigsten Entzugssymptome verschwinden nach wenigen Wochen. Nikotinersatzpräparate können dabei helfen, die Entzugssymptome zu mildern.

Informationen zum Thema

Behandlung der Nikotinabhängigkeit

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Eine Tabakentwöhnungstherapie sollte sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeit berücksichtigen sowie akut- und langwirksame Therapieelemente beinhalten.

Die beste Wirkung hat die Kombination medikamentös unterstütztender und psychotherapeutischer Maßnahmen.

Mithilfe einer konsequenten Entwöhnungsmaßnahme lässt sich die Abhängigkeit überwinden.

Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit

Wann nach dem Aufstehen rauchen Sie Ihre erste Zigarette?

  • nach 5 Minuten (3 Punkte)
  • nach 6 - 30 Minuten (2 Punkte)
  • nach 31 - 60 Minuten (1 Punkt)
  • nach mehr als 60 Minuten (0 Punkte)

Finden Sie es schwierig an Orten, wo das Rauchen verboten ist, das Rauchen zu unterlassen?

  • ja (1Punkt)
  • nein (0 Punkte)

Auf welche Zigarette würden Sie nicht verzichten wollen?

  • auf die erste am Morgen (1 Punkt)
  • andere (0 Punkte)

Wie viele Zigaretten rauchen Sie im allgemeinen pro Tag?

  • 31 und mehr (3 Punkte)
  • 21 - 30 (2 Punkte)
  • 11 - 20 (1 Punkt)
  • bis 10 (0 Punkte)

Rauchen Sie am Morgen im allgemeinen mehr als den restlichen Tag über?

  • ja (1 Punkt)
  • nein ( 0 Punkte)

Kommt es vor, dass Sie rauchen, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen?

  • ja (1 Punkt)
  • nein (0 Punkte)

Auswertung Fagerström-Test

  • 0 - 2 Punkte stehen für eine geringe körperliche Abhängigkeit. Wenn Sie sich für einen Rauchstopp entscheiden, haben Sie gute Chancen rauchfrei zu werden. Sie sollten möglichst bald einen Tag für den Rauchstopp festlegen.
  • 3 - 4 Punkte weisen auf eine mittlere körperliche Abhängigkeit hin. Sie sollten Ihren Rauchstopp sorgfältig planen und sich ggf. Rat von Experten einholen, die Ihnen dabei helfen, Strategien zur Bewältigung des Rauchverlangens und für den Umgang mit Rückfallrisiken zu entwickeln.
  • 5 - 6  Punkte sprechen für eine starke körperliche Abhängigkeit. Sie sollten sich in jedem Fall von Experten beraten und bei Ihrem Rauchausstieg unterstützen lassen.
  • 7 - 10  Punkte weisen auf eine sehr starke körperliche Abhängigkeit hin. Zur Bewältigung des Rauchverlangens sollte die Nutzung medikamentöser Unterstützung bzw. der Einsatz von Nikotinersatzprodukten erwogen werden.

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